| "Autor" |
Am Feuer |
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geschrieben am: 23.05.2003 um 08:11 Uhr
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Die Nacht ist recht kühl. Wie sie im Frühsommer eben manchmal sind, die Nächte. Nicht zu kalt, aber der Wind verfälscht das schmiegende Warm und ich bin dankbar für den groben Stoff, der ihn fernhält. Aus meinen Haaren nicht und das ist auch gut so. Das Gefühl, wenn der Wind in den Strähnen spielt, die er zu fassen bekommt, ist mir ein Quell an Ruhe.
Ich weiß nicht warum.
Gut zu wissen, dass er da ist.
Das Feuer knistert neben mir, zeichnet warmrote Schatten in das blassblaue Mondlicht. Ich sollte schlafen, aber ich tue es nicht. Stattdessen sehe ich in die Wolken über mir und denke nach.. über dich.. mich.. über all das.
Du willst immer noch, dass ich es dir erkläre. Aber das kann ich nicht. Ich rede mich drum herum und versuche, mich irgendwie daran zu erinnern, was ich sagen wollte. Ich komme nicht drauf.
Manchmal sind dinge sonderbar. Sie sind zu zerbrechlich… wenn man sie berührt, zerbrechen sie und es bleiben nur Scherben. Und dann gibt es Dinge, die halten ewig.
Es erscheint selbst mir ziemlich wirr, wie ich so darüber nachdenke, aber ich denke, das ist es. Manche Wege kreuzen sich einmal und weichen nie wieder voneinander ab. Manchmal spüre ich das. Manchmal weiß ich, es ist noch nicht zu Ende. Manchmal weiß ich, es wird werden, weil es muss.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie du nur ein Schatten von vielen warst. Sicher, ich erkannte dich wieder… man sah nicht jeden so oft. Manche Namen prägen sich ein. Aber einen Grund, es zu vertiefen, sah ich nicht. Dann half der Zufall nach. Irgendwie war ich überrascht. Damals.. im Wald.. irgendwo versteckt im Gebüsch. Ein Ort… vier Wesen und doch zwei Szenen. Sonderlich. Die ganze Nacht war sonderlich. Du warst da, ich war da. Und nun ? Ich wusste nicht, was noch alles folgen würde. Wie weit wir den jeweils anderen auf seinem Weg begleiten würden.
Es ist sonderlich, wenn zwei Götter sich begegnen. Und das sind und waren wir. Götter in unserer eigenen Welt. Und wie dein Geschöpf mein Geschöpf ansah, sah ich dich an.
Das Feuer knistert auf. Es brennt nieder.. ich lege etwas Holz nach und stochere kurz in der Glut herum. Es rauscht leise vom Wald her. Ich liebe das.
Weißt du noch ? Ich lege den Stock zur Seite und verschränke die Arme hinter dem Kopf. Weißt du noch ? Lieber im Stroh als im Bett ? Ich muss schmunzeln. Weißt du, ich glaube, wir könnten drei Tage lang durch irgendwelche Wälder ziehen.. nicht ein Wort sprechen und trotzdem wäre alles richtig, so wie es ist.
Wie ich dich begreife, auf der einen Seite, so verstehe ich auf der anderen Seite gar nichts. Und ich glaube es geht dir genauso.
Und weißt du noch etwas ?
Ich glaube, wir werden uns nie wieder los. Ich lache leise.
Ja wirklich. Ich glaube, wir werden uns nie wieder los. Und nur, weil ich nicht immer einer Meinung bin und gut finde, was du tust, heißt das noch lange nicht, dass ich dich nicht mag.
Ich schließe die Augen und lächle in mich hinein.
Freunde ?
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.05.2003 um 08:19 Uhr
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| Smile zu Jalima schön geschrieben :-) |
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.05.2003 um 07:18 Uhr
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Man könnte schwören, der Wind hätte aufgefrischt. Blassfarbene Streifen am Horizont künden vom nahenden Tag und ich selbst habe vergessen, wie lange ich nun hier sitze. Irgendwann wurde das Feuer vergessen und mehr als Glut ist nicht übrig geblieben. Und wie meine Augen schon eine Weile in die Ferne gewichen sind, weichen die, eines kleinen Beobachters nicht von meiner Gestalt. Irgendwann kann ich das Gefühl, beobachtet zu werden, nicht mehr ignorieren und drehe den Kopf.. blicke zurück.. der Krähe direkt ins Angesicht. Ich zucke die Schultern "Was ?!"
Das freche Tier legt den Kopf schief und hüpft etwas hin und her "Was willst du ?! Ich wußte, daß er nicht kommt..." Die Krähe legt den Kopf zur anderen Seite... ich seufze "Er kann nicht. Das zu erklären würde zu lange dauern, aber er kann nicht. Er hört mich, das reicht."
Als hätte sie verstanden und wollte sich doch nicht ganz damit begnügen, hüpft der Vogel flügelschlagend einen Halbkreis um mich und das Feuer herum und sieht mich wieder an. "Du brauchst nicht mehr lange zu warten. Wenn der Tag sich gänzlich auf die Beine geschafft hat, werde ich nicht mehr hier sein,.." Sie sieht mich an. Viel zu tief. Ich mag es nicht, wenn ein Tier das tut. Es sieht in meine Seele, das weiß ich. Ich schüttle nur den Kopf "Du hast Recht... es ist Zeit, aufzubrechen." Ich raffe mich auf, sammle das bisschen an Habe zusammen das ich bei mir trage und scharre mit einem Fuß etwas Erde auf die Glut. Viel bedarf es nicht mehr, damit sie erlischt. Einen Moment noch stehe ich neben der erstorbenen Feuerstelle und sehe zum Horizont hin. Nachdenklich vielleicht. Ich seufze...tief und schwer und von ganzem Herzen, schultere mein Bündel und mache mich auf den Weg.
Und sie Enden immer irgendwo.. die Wege.
Wir werden sehen.
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