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"Autor"

fine.

Nutzer: tigresse
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geschrieben am: 22.02.2001    um 21:26 Uhr   
und dann wirst du wuetend. anfangs wolltest du nicht unbedingt dorthin gehen.. nicht wirklich. zuviele leute, alle in karnevals-feier-sauf-stimmung. und du - mittendrin, nuechtern, kalt, beobachtend.. wie immer.
sie zuckt mit den schultern.
jetzt aber stellst du es dir vor, siehst es geradezu, die menschenmasse, froehlich, laermend, feiernd, deine freunde, bekannte und all diejenigen, die dich noch nie interessierten, du stehst dort, unterhaelst dich mit den umstehenden - nie in der gruppe, stets knappe, nichtssagende einzelgespraeche, manchmal ein paar worte, die uebereinstimmung suggerieren, "zu laut" oder "sieh mal, wie die da herumlaeuft", ein bestaetigendes kopfnicken, und dein blick schweift wieder ab. wie deine gedanken. insgeheim stehst du gerne unter all diesen partygängern, du beobachtest gerne, wie sich die masse um dich herum verhaelt.. und sucht dein blick nicht nach dem einen, der dir darin gleich ist, nach dem, der dich versteht bis ins innerste..-
unruhig rutscht sie auf ihrem stuhl hin und her.
und jetzt, jetzt sagt er ploetzlich ab, es geht nicht, seine vertretung kommt nicht, er weiss auch nicht, wo die aushilfe bleibt, er kommt aber, sobald er gehen kann, sobald jemand da ist.. und du sitzt da, im wahrsten sinne des wortes sitzengelassen. sagst die verabredung mit deinen freunden, die in diesem augenblick per sms den genauen treffpunkt vorgibt, ab: "wir kommen später, tut mir leid, ja, das ist dumm, er kann nicht weg, ja, euch viel spass.. hallo?"...
ihre mimik veraendert sich, ein bischen gleicht der ausdruck einem kind, das gelernt hat, zu entbehren.. ohne regung. wieder hebt sie die schultern.
es ist nicht wichtig - eine dieser oeden parties, bei denen es nur ums trinken geht und um daemliche anmachen, ich mag sowas nicht.. ich wollte ja auch gar nicht gehen. mir macht das keinen spass, tanzen will ich nicht, da draengeln sich ja all die besoffenen, im rhythmus der vor-vorletzten sommer-hymne..
und warum soll ich da im zelt herumstehen, muss auch noch eintritt bezahlen, die anderen sind jetzt auch laengst abgefuellt bis obenhin..
ich höre gar nicht mehr richtig hin, versinke fasziniert in der entdeckung des kleinen mädchens, das ich einst kannte.. sie wurde zur einzelgängerin, weil die anderen sie dazu machten. sie war nie wie die anderen.. niemals. und sie würde nie zu einer von ihnen werden. das tragischste daran war die dumpfe verwzeiflung, mit der sie sich selbst - immer und immer wieder - einredete, dies alles sei "nichts für sie". der wunsch des so oft zurückgewiesenen kindes, einfach "dazuzugehören" würde sich niemals erfüllen. niemals.
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das wollte ich nicht. aber du hast mir ja keine wahl gelassen.. du siehst schön aus. beinahe, als würdest du schlafen. dieser schmetterling in glas.. "paperwight" hast du es in einer unserer ersten sitzungen genannt - sehr hübsch. oh, nicht doch, dein teppich.. du machst ihn ganz schmutzig.
barfuss läuft sie aus dem raum, dem haus, läuft.. immer weiter, immer weiter.. bis die erinnerung sie niemals mehr einholen kann. niemals.




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