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Die Stadt

Nutzer: Devilsrose
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geschrieben am: 08.03.2001    um 18:43 Uhr   
Die Stadt

Das Nichts hallt durch die Straßen.
Doch die Vergessenen
Schreien nicht mehr, zerbohrt
von Glassplittern verfallener Wolkenkratzer.

Die seltsame Farbe von Blut auf altem Beton
unter rauschenden Eichen im Herbst.
Keine Zukunft hauchen die Dahineilenden
Mit den wehenden Trenchcoats
Und den Aktenkoffern.

Als die Tage kürzer werden
Verfällt die Stadt in Trauer,
Die Menschen verschlingt,
Die sonst in Freibädern lachten.

Solarien sind kein Ersatz,
Sage ich, für Sonne;
Der Schein trügt,
wie er es meist tut.

Auch ich schleiche dahin
Unter alten rostigen Zäunen und Backsteinmauern;
Wohin, weiß ich nicht, aber ich schleiche
Denn die Spione sind wir selbst.

Sie mögen sich verstecken
Hinter alten Herrenhäusern und Sonnenbrillen
Und Rollerblades und Kinderwägen
Und Freundlichkeit, und ihre Tarnung ist perfekt.

Der Geruch des Blutes
Im Herbst, und Leichen
Unter roten Kastanienblättern begraben.
Die Ausgespuckten der Stadt,

Unverdaulich und seltsam traurig
In den Vororten der Oberschicht.

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