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"Autor"

Das Ritual......

Nutzer: Devilsrose
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geschrieben am: 18.03.2001    um 12:15 Uhr   
Das Ritual

Ich wälze mich unruhig in meinem Bett, geplagt von meinen Träumen. Ich schrecke hoch, der Schweiß tropft mir von der Stirn. Meine Augen versuchen die Schatten meines Zimmers zu durchdringen. Angst schnürt mir die Kehle zu. Unbewusst gleitet mein Blick zu meinem Fenster. Der Himmel ist vollkommen von Wolken bedeckt. Es ist tiefste Nacht, und doch meine ich eine Bewegung wahrgenommen zu haben. Mit zitternden Händen entzünde ich eine Kerze, um die Dunkelheit zu vertreiben. Im flackernden Kerzenschein durchstreift mein Blick nochmals mein kärglich eingerichtetes Zimmer. In der Ferne höre ich einen Hund kurz aufheulen, oder ist es ein Wolf? Nervös gleiten meine Hände zu dem unter dem Bett liegenden Dolch. Kann es sein, dass es soweit ist? Eine grausame Vorfreude erfasst mein Herz. Mit beiden Händen umklammer ich den Dolch, dessen Griff sich anfühlt, als ob er für mich geschaffen wurde. In gewissem Sinne stimmte das ja auch. Meine Gedanken kehren zurück zu der Nacht, als ich in dem nahe gelegenen Wald das verbotene Ritual durchführte. In jener Nacht bin ich voller Schmerz und Hass dorthin geschlichen, um das zu erbitten, was man mir zuvor verwehrt hatte. Törichtes Weib, mich einfach zu verschmähen! Mit Salz streute ich das Hexagramm, setzte mich hinein, und begann eine jahrtausend alte, schon völlig vergessene Beschwörungsformel aufzusagen. Der Druide, von dem ich das Buch hatte, musste dafür mit dem Leben bezahlen. Ich durfte niemanden am Leben lassen, der wusste, dass ich dieses Buch besaß. Während ich die Formel in einer mir unbekannten Sprache auswendig von mir gab, glaubte ich eigentlich immer noch nicht wirklich daran, bis...etwas geschah. Ich kann mich noch immer nicht entsinnen, ich weiß nur, dass eine Stimme in der selben Sprache etwas zu mir sagte, in der auch die Beschwörungsformel verfasst war. Und doch konnte ich sie verstehen. Sie sprach von einem Opfer, dafür erhielt ich den Dolch. Als Gegenleistung würde ich die Frau bekommen, die ich so begehrte. Das nochmalige Heulen eines Tieres reißt mich aus meinen Gedanken. Oh ja, es ist Zeit, endlich werde ich meine Belohnung bekommen. Barfüssig, nur im Nachtgewand schleiche ich mich aus dem Haus meines Herren. Nie wieder werde ich für ihn auf dem Felde arbeiten müssen. Das laute Knarzen der Vordertüre lässt mich voller Schreck zusammenfahren, doch in dieser Nacht würde niemand aus seinem Schlaf erwachen, dafür hat die Stimme in meinem Kopf gesorgt. Ich laufe über das Dorfgrün, nie wieder wird man mich zum Gespött des ganzen Dorfes machen, indem man mich dort öffentlich auspeitschen ließ. Ich laufe weiter, mein Ziel ist nahe. Vor dem einzigen zweistöckigen Gebäude im Dorf bleibe ich stehen, mein Blick wandert über die Hauswand hoch zum Zimmer der Tochter des hier wohnhaften Kaufmannes. Da er oft auf Reisen ist, würde ich heute Nacht leichtes Spiel haben. Mit einem leisen Klappern fällt der Riegel zu Boden, den ich mit meinem Dolch durch eine Ritze angehoben habe. Ich öffne die Tür, voller Gier renne ich die Treppe hoch. Ich stehe vor ihrem Zimmer, und mit einem leisen Quietschen öffne ich sie. Mein Blick fällt auf das Objekt meiner Begierde. Ohne zu zögern trete ich ein, meine Hand gleitet über ihren zarten Körper. Sie schreckt hoch, ihre unschuldigen Augen blicken mich an, doch bevor sich ihr Mund zu einem Schrei öffnen kann, legt sich meine Hand schon darauf: "Heute Nacht wirst du mir gehören!" Der Dolch liegt an ihrer Kehle, und stumm lässt sie sich von mir aus ihrem Bett ziehen. Ich halte sie vor mir, stoße sie aus ihrem Zimmer. Die Treppe hinunter, und aus dem Haus heraus. Ich führe sie in den Wald, stoße sie immer noch vor mir her. An einem Baum finde ich das vorher versteckte Salz. Mit einem Lächeln auf den Lippen streue ich das Hexagramm erneut. Am Ende stoße ich sie hinein. Ich folge ihr mit bedächtigen Schritten. Mit rauher Stimme beginne ich erneut das Ritual, auf dass ich endlich meine Belohnung erhalte...

Als ihre Schreie verstummt waren, blicke ich völlig verstört auf das blutbesudelte Kind, dass in meinen Armen liegt. Was ist Geschehen? Mit aller mir verbleibenden Kraft schreie ich meine Wut hinaus. Betrogen! Voller Hass auf die Stimme in meinem Kopf durchschneide ich dem Kind die Kehle. Wie in großer Entfernung höre ich einen Schrei. Ist das die Stimme? Mit einem letzten Seufzer kämpfe ich den Wahn zurück, der mich zu befallen droht. Der Dolch in meiner Hand gleitet wie von selbst in mein Herz, und mein letzter Gedanke gilt ihr...

Na, wer von euch versucht mal, diese Geschichte zu deuten???
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"Autor"  
Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 19.03.2001    um 12:21 Uhr   
Blickt mal in die Kristallkugel
Hinter den vielen Adjektiva,
den sorgfältig einegerichteten Szenen,
verbirgt sich etwas sehr altes...
Ich sehe das alte Leid, das alte Spiel...
immer und immer wieder...ist es die Liebe?
Ist sie es, für die man sein Liebstes opfert?
Nein, nicht nur sein Liebstes...sein eigenes Leben?
Viele wünschen sich, den größten aller Zauber
aussprechen zu können...dieser ist aber nur für
zwei reserviert...

zieht um sich herum mit den Fingern einen Kreis in die Erde und verschwindet
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