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Die Erde verlassend davonfliegend |
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geschrieben am: 18.03.2001 um 22:14 Uhr
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17.03.01 / 22:18
Die Erde verlassend davonfliegend
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(von Martin Rebentisch)
Geh auf der Wiese entlang. Seh kurz zum Himmel, seh die Vögleins
dahinfliegen. Senke mein Kopf und schau Schmetterlinge durch die
Luft schwirren. Erkenne die Schönheit der Natur. - Die Einfach-
heit und diese unendliche Harmonie zwischen allen.
Denke kurz an mich und werde traurig. Eine Träne verläßt das Auge
und rollt langsam die Nase hinunter um anschließend in die ach so
bunte Wiese zu fallen. Schlägt auf ein großes Blatt auf und glit-
zert nun im Sonnenschein - - - doch ich bin traurig und gehe
langsam weiter. Fühle mich von der Natur fremd. Bin kein Teil von
ihr.
Gehe hin zu einem großen alten Baum, um mich dort niederzulassen.
Lehne mich an diesen und denke über mich und die Welt nach.
Schließe die Augen und... und öffne sie wieder. Hab den Drang ab-
zuheben... einfach so, einfach wie ein Vogel auf und davon zu
machen. Schaue hoch gen Himmel und plötzlich kommt dieser näher
auf mich zu. Ja - ich erheb mich langsam in die Höhe. Kann Flie-
gen!
Weiß nicht warum, aber ich kanns einfach. *freu* Fliege nun hoch
den Himmel entgegen. Gleite langsam dahin und schau mir die
Pracht der Natur von oben an. Leichter Wind fegt über mein Haar
hinweg. Geblendet von der Sonne gleite ich dennoch munter dahin.
Hab den Mund halbgeöffnet und genieße die frische Prise.
Von der Sonne gewärmt entscheid ich mich, mein Shirt zu entbehren.
Schmeiß es weg und seh dieses dahinflattern. Wow - was für ein
geiles Gefühl durch die Luft zu gleiten und im Nacken + aufn Rü-
cken die Sonne prasseln zu lassen.
Mit ausgestreckten Armen, Oberkörper entkleidet und blaugläsriger
Sonnenbrille auf gleit ich nun dahin. Alles mit leicht bläulichen
Schein sehend. Erblicke vor mir den Horizont und lächle auf ihn
zu. Kein Weg scheint zu weit zu sein. Will nur weg von der Erde -
hat diese mir doch nur Trauer und Unwohlsein gebracht. Will nie
wieder landen.
Einfach dahinschweben - der Blick auf den Horizont gerichtet.
Möcht ewig so schweben und die Wärme der Sonne spührn.
Schau kurz runter auf die Erde und seh spielende Kinder. Wie sie
lachen und friedlich dreinschaun. Ja, damals war alles noch heile
- Damals - zur "Sandkastenzeit", als man von Leben wenigstens
noch etwas hatte. Werde kurz sinnlich und weiß nicht recht, ob
ich mich abermals an meine Kindheit erinnern möcht - war sie doch
im Nachhinein betrachtet so schön. Und jetzt? Ja, kein Wort sa-
gend gleite ich weiter dahin. Auf der Suche nach meiner Zukunft.
Auf der Suche nach Geborgenheit... auf Frieden... und nach Liebe,
ja genau. Nach der Liebe.
Und brause weiter mit dieser Hoffnung versehen den Horizont ent-
gegen.
...
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.03.2001 um 18:49 Uhr
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Kindliche Naivität kann einen aber auch sehr verletzlich machen. Ich kenne viele "Erwachsene", die sich von der "heile Welt" Utopie nach wie vor nicht trennen wollen. Auch ich lasse mich gelegentlich dazu hinreißen, doch es trübt den Blick fürs Wesentliche. Einfach davonfliegen, den Problemen entschweben, wer träumt nicht öfters davon? Nur darf man sich dabei nicht zu weit von der reelen (vergleichbar grausamen) Welt enfernen , denn der Aufprall könnte umso härter werden. So wie Katastrophen, Unfälle, Gewaltverbrechen die Menschen immer wieder auf den granitharten Boden der Tatsachen zurückholen.
Das Leben hat, genau wie der Mensch, nun mal viele Facetten. Der Verlust an scheinbar wohltuender, aber beschränkender Naivität wird durch die Zunahme an oft schmerzlicher, aber bereichernder Erfahrung mehr als ausgeglichen. Denn nur wer die subjektiv schlechten Seiten der Existenz kennt, weiß die guten erst wirklich zu schätzen.
"Dissonanzen geben der Musik den schönsten Reiz, wie Schmerzen dem Leben. Aber wir verlangen nach Auflösung."
(Robert Schumann)
To Mega Therion
Non serviam Geändert am 19.03.2001 um 18:50 Uhr von aLLeister |
| So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain) |
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