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Einer kam

Nutzer: abalone
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geschrieben am: 19.03.2001    um 00:24 Uhr   
Einer kam
und nahm
was ihm schon längst gehörte
Einer kam
und deutete
was in die Wände meines Körpers
gemeißelt stand
Einer kam
und ergriff mich
griff in mich
und entriß mir mein Herz
zerriß es und las in ihm
Er sprach von
Liebe und Erfüllung
von Sex und Verdammnis
von Tod und Erlösung
von Gott und der Welt
Dann schwieg er
dann rieb er
die Hände
und forderte Lohn
Einer kam
und ging
mit einer Schüssel voll Dreck.

© Abalone, 18.03.2001
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Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 19.03.2001    um 11:46 Uhr   
grübelt
Wärest du glücklicher wenn Niemand gekommen wäre?
...Alles hat seinen Preis...leider
(ich hasse solche Weißheiten...aber sie Stimmen meist)
adieu...
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 19.03.2001    um 16:15 Uhr   
..so viel Verbitterung, Aba?
Ob nicht Tränen etwas erleichtern?
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 19.03.2001    um 17:40 Uhr   
auch wenn 90% dieses forums das zum thema haben - es geht hier nicht um liebe, nicht um enttäuschte gefühle, nichts von alledem. es geht auch nicht um mich, sondern um das lyrische ich. es ist nichts aktuelles, es ist etwas zeitloses.
definieren werde ich mein gedicht nicht - dann wäre es tot. aber ich gebe euch den rat, einmal weiter zu schauen als bis zu dem, was augenscheinlich ist. mein gedicht ist nicht wörtlich zu verstehen - es gilt zu interpretieren. das ist es, was für mich wahre poesie ausmacht.
und jetzt will ich weitere analysen hören :)

*gruß* Abalone
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Nutzer: Gast_chicita
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geschrieben am: 19.03.2001    um 22:05 Uhr   
na gut aba..du hast es nicht anders gewollt fg..als meisterin im hineininterpretieren (wenn auch damals im deutschunterricht nie das, was meine lehrer hören wollten..gg) assoziiere ich mal freu heraus:

das lyrische ich..das unbewußte ich, das bewußt wurde, fordert heraus, zollt seinen tribut, nimmt,kehrt inneres nach außen, laugt aus, macht leer und..
läßt am ende ein nacktes, all-einiges ich zurück.., das plötzlich..mündig wird..

sozusagen die tiefenpsychologie der kunst..man erkennt sich nicht rational, nicht rein emotional, sondern getrieben..

schönen gruß auch von herrn freud ;)
Geändert am 19.03.2001 um 22:06 Uhr von chicita
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Nutzer: schlau
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geschrieben am: 19.03.2001    um 22:44 Uhr   
*uff* nach abas auflösung zuerstmal den schweisswegwischen...

danach erinnert es mich an ein altes gedicht von hanns dieter hüsch (1968) kurzer auszug:

"Dann kommen die die Dir Berge und Flüsse zeigen
Eingerichtete Häuser Silbergruben und Aufsichtsräte
...
Dann kommen die
Die dich mustern und schätzen dich loben und tadeln
Setzen und aufstehn
Dich bilden damit Du zum höheren Wesen langsam
hinaufwächst
Mit Stöckchen auf Deine Finger schlagen
Auf daß Du Charakter und Rückgrat Dir anschaffst
...
Dann kommen die die Dir die Kleider vom leibe ziehn
Und Dich in Rüstungen stecken
Damit Du gegebenenfalls Dich Deiner Haut zu wehren
weißt
...
Wann schickt das schmutzige Volk die sauberen Herren
in ihren mit allen Wassern gewaschenen Himmel?"

im letzten satz tust du es.
 
alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 19.03.2001    um 23:50 Uhr   
tut mir leid, chici - der punkt geht an schlau *grins*
nein - deine interpretation ist auch nachvollziehbar, chici - und demnach auch nicht falsch. ist sogar sehr interessant - werde sie gleich noch einmal genauer betrachten.
aber schlaus zitat geht schon eher in die richtung der gedanken, die mich zu diesen zeilen trieben. es trifft nicht hunderprozent ins schwarze, ist aber auch nicht mehr weit entfernt.
wobei ich gestehen muß, daß ich das gar nicht mit 100%iger sicherheit sagen kann. es ist oft so, daß ich beginne, etwas zu schreiben, das ende aber nicht absehen kann. das gedicht entsteht erst während des schreibens, das ziel ist nicht vorherbestimmt. darum muß ich mich selbst am ende erst einmal davor setzen und schauen, was dort entstanden ist - was ich darin erkennen kann.

dies schrieb ich vorhin in einer anderen community einem bekannten ins gästebuch:
"im grunde kannst du *ihn*, der kam, als prophet sehen - ein mensch, in den viele hoffnungen gelegt wurden, dessen kommen schon lange ersehnt und erwartet wurde. doch was er bringt, ist nichts neues - er predigt das gleiche wie eh und je, bedient sich althergebrachter weisheiten - und erntet dafür dreck - ein fairer lohn.
das wäre die vordergründige interpretation. allgemeiner gesehen gibt es mehrere varianten, das gedicht zu verstehen. es ist auch ein stück menschheitskritik - ihre eigenart, mit großen gesten und beeindruckenden schauspielen ein nichts als tiefgreifende wahrheit zu postulieren - sie [die menschheit] gleicht oft einem zukunftsdeuter, der in tiergedärmen liest und schaustellerweisheiten verkündet. der pöbel erschauert."

du siehst, chici - das geht doch eher in schlaus richtung :-)

ich danke euch beiden schon einmal! aber ihr dürft natürlich gerne noch weiter diskutieren, meine erklärung zerreißen, andere sichtweisen darstellen - denn jeder wird etwas anderes in den zeilen erkennen - und darauf bin ich gespannt!

*smile* ABA
Geändert am 19.03.2001 um 23:55 Uhr von Abalone
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Nutzer: Gast_chicita
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geschrieben am: 20.03.2001    um 00:02 Uhr   

(zitat)es ist oft so, daß ich beginne, etwas zu schreiben, das ende aber nicht absehen kann.(/zitat)


DAS kenne ich;)

über den rest muß ich erstmal Žne nacht schlafen..winkers&schlaumalabschlabbert :)..
schlaft gut..
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 20.03.2001    um 00:41 Uhr   
..für mich erscheint es so, als ob da eine Frau einem Mann absolut verfallen war, mit Haut und Haar.
Und selbst wenn sie die Gefahr schon bei der ersten Begegnung erkannt hatte, so gab es keine Möglichkeit für sie, auszuweichen. Sie ist quasi mit offenen Augen in ihr Unglück gelaufen.
Sie fühlte sich von diesem Mann sofort erkannt und durchschaut.
Und weil er sie so gut kannte, wußte er auch, wie er ihr schmeicheln, sie verzücken und wie er ihr wehtun konnte.
Sie erleidet Höllenqualen und er genießt und läßt fallen.

Es gibt solche Verbindungen - für mein Verständnis viel zu oft - somit selbstzerstörerisch.

Woher ich diese Gedanken habe, kann ich nicht sagen. Ich selbst hatte immer viel zu große Angst davor, einmal eine solch unglückseelige Beziehung einzugehen.
War es vielleicht eine "Vorahnung"?

Auch ich bin erleichtert, dass es nicht Deine persönliche Erfahrung ist.. :)

es grüßt..
fratz
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Nutzer: läddi
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geschrieben am: 20.03.2001    um 14:16 Uhr   
erst so eine Schnulze....
und dann so ein psychologisches Gelaber darüber...

in dem sinne
läddi
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 20.03.2001    um 14:54 Uhr   
wäre es tatsächlich ein liebesgedicht (oder eben liebeskummer), dann würde ich dir uneingeschränkt zustimmen, läddi. aber so? nun, du bist wenigstens ehrlich, und ich kann nicht jedermanns geschmack treffen.

fratzmaus: klar, kann auch so verstanden werden - aber das wäre mir zu einfach *grins*
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Nutzer: schlau
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geschrieben am: 20.03.2001    um 15:15 Uhr   
na, wer schon nicht mailen kann und beim reimen über dieses
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nicht hinauskommt, kann sich natürlich mächtig aus dem fenster legen :-))
 
alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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Nutzer: Gast_chicita
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geschrieben am: 22.03.2001    um 11:17 Uhr   
(zitat)und ich kann nicht jedermanns geschmack treffen. (/zitat)..

wär auch dumm :)
das ist doch das schöne an der kunst in welcher ausdrucksform auch immer..sie darf vorbehaltlos subjektiv sein..

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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 22.03.2001    um 15:35 Uhr   
muß sie auch, sonst wäre sie tot - verkommen zu einheitsbrei und gefälligkeitsTRASH

*kun kara saluto* ABA
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