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Schwebend

Nutzer: impala
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geschrieben am: 19.03.2001    um 12:47 Uhr   
Der Schmerz den sie verspürte. als sie ihr Leben betrachtete, war so unermesslich, so allumfassend, dass, sie gestorben wäre, wenn sie nicht schon tot wäre. Sie besah sich ihren toten Körper, der scheinbar friedlich im Bett lag, doch sah sie all die Narben, all die Wunden. Sie war ihm entwichen, hatte ihn zurückgelassen. Doch der Schmerz war nur ein anderer geworden. Sie erinnerte sich an ihr Leben, seltsamerweise an jede Sekunde, was sie nie getan hatte, als sie es noch hatte, doch nun schien es sich lückenlos vor ihr auszubreiten. Neben ihrem Körper. Seltsam beides, was einst vereint war, nun gemeinsam und doch getrennt zu sehen. Und dann war sie ja noch da, doch was war sie nun ? Seltsam, dachte sie noch, als sie ihr Leben betrachtete, ihren Körper und schließlich, das was wohl ihre Seele war, welche sich getrennt hatte von alldem. Sie wollte frei sein, doch sie war es nicht. All ihre Erinnerungen, lebendiger als je zuvor, nur der Körper tot daliegend. Und sie selbst ohne Halt, ohne Ziel, und Heimat. War es das was sie gewollt hatte. Sie erinnerte sich, wie das Leben langsam aus dem Körper wich, wie der Kampf den das Herz gegen die Tabletten führte zu einem aussichtslosen wurde. Sie hatte sich in das Bettlaken gekrallt und in das Kopfkissen geschrien. Sie konnte sich nicht mehr erinnern, ob sie es in diesem Moment bereut hatte. Doch jetzt bereute sie es, auch wenn die Leichtigkeit ihrer selbst ein wundervolles Gefühl war, doch nichts hatte sich geändert, nur das sie alleine war. Immer noch blickte sie sich an, blickte das an, was sie so lange jahre gewesen war. Nun war es nicht mehr ein Teil von ihr. Nun war es tot und sie weit weg, auch wenn sie es noch sehen konnte. Und der Schmerz der Erinnerungen, er war tiefer, als je zuvor. Wollte sie nicht dem entgehen? War das nicht der Grund gewesen? Sie zerbrach fast an dem Gedanken. Sie war nur noch Gefühl. War die Seele unser Gefühl? Lange betrachtete sie sich den Raum, in dem sie so lange Jahre gelebt hatte, all die Dinge, die sich im Lauf der Jahre angesammelt hatten. Sie würde all das vermissen, jede kleine Geschichte, jedes Lächeln, das ihr jemals über die Lippen gehuscht war, bei dem Anblick dieser kleinen Dinge. Sie würde ihr Leben vermissen und das entsetzte sie am meisten. Sie würde ihr Leben vermissen, dem sie doch weggelaufen war, das weggeworfen hatte, weil sie den weltlichen Schmerz nicht mehr ertragen konnte. Nun war sie allein mit ihrem ganz eigenen Schmerz. Für immer ...
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Nutzer: Nina.D.
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geschrieben am: 20.03.2001    um 14:10 Uhr   

Ich denke darüber nach, ob es nun gut oder schlecht wär zu wissen, was danach kommt;

-wär`s gut - würde es die Sache doch erleichtern

-wär`s schlecht - wär die Angst noch größer, als sie jetzt schon sein sollte

Ich glaube, es ist gut so wie es ist

Die Menschen, die aufgeben werden eh viel zu schnell verurteilt - als wenn sie es sich so einfach gemacht hätten - JEDER hat schließlich irgendwann einmal sein Leben geliebt!

In Gedanken all derer

Nina
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Nutzer: impala
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geschrieben am: 20.03.2001    um 15:11 Uhr   
Man sollte niemanden dafür verurteilen, das er aufgibt, denn einen Kampf hat jeder gekämpft ...
Allerdings sollte auch niemand sein Leben leichtfertig wegwerfen, egal wie schmerzhaft der Kampf war ...
Doch verurteilen kann man niemanden, ohne dessen Leben gelebt zu haben ...
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Nutzer: mogandi
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geschrieben am: 20.03.2001    um 17:15 Uhr   
ich weis eigentlich nicht so genau ob dieser Text so kritisch demgegenüber steht, sich selber das Leben zu nehmen.

Für mich ist es ein sehr melancholischer Text, in dem sich ein Mensch an sein Leben zurückerinnert und das er als abgeschlossen und nicht mehr rückgängigmachbar vor sich liegen sieht. Das er tot ist spielt ja eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist der Text Ausdruck einer Angst der Autorin in ihrem Leben. Nämlich alleine zu sein.


Gruß Mogandi


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Nutzer: impala
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geschrieben am: 21.03.2001    um 05:15 Uhr   
~sieht nur still zu mogandi~
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Nutzer: impala
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geschrieben am: 21.03.2001    um 09:19 Uhr   
Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist so überflüssig und selbstherrlich, das es zum Himmel schreit
Vielmehr sollte sie lauten: Was brauche ich zum Glücklichsein?
Denn in glücklichen Zeiten, fragt kaum einer nach dem Sinn.
Warum also die Frage nach dem großen Sinn des Lebens fragen, wenn es doch nur das kleine, unbedeutende, eigene Glück ist, nach dem wir so verzweifelt suchen.
Verstecken wir uns nicht nur hinter Phrasen und falschen Fragen. Antworten, die wir uns zurechtlegen, um zu überleben in dem Chaos was sich Leben nennt.
Und ist das was wir suchen, nicht einfach nur ein Mensch, der uns versteht, uns so annimmt wie wir sind. Nicht einsam unter Menschen zu sein, ist mit das schwerste, was es zu suchen gilt im Leben. Und das hat keinen tieferen Sinn als unser Egoismus und unser Wunsch nach Glück, nach Zufriedenheit.
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Nutzer: Gast_Shadowdance
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geschrieben am: 08.05.2001    um 04:32 Uhr   
wahre Worte, liebe Impala. Nicht einsam sein unter den Menschen. Und: Menschen, die uns so annehmen, wie wir sind. Sie sind schwer zu finden, diese Menschen, doch es gibt sie. Aber sie sind sehr selten und daher so kostbar.

Gib die Hoffnung nicht auf, Impala.

lächelt Dir lieb zu: Shadowdance

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