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Jahreszeiten |
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geschrieben am: 20.03.2001 um 19:55 Uhr
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Jahreszeiten
Der Frühling
Erstes Erwachen
Noch liegt der Schnee auf Feld und Wiese.
Bald jedoch, im ersten Sonnenschein,
lugt ein Blümlein, klein und fein,
hervor aus den tödlichen Resten des Winters,
die es schützten.
Es bleibt nicht allein. Sieh' da, sieh' dort!
Krokusse und Osterglocken,
Farben überall.
Rot und Blau und Gelb
zwischen zartem Grün.
Bald sind die Bäume, kalt und tot vom Winter,
wieder zu sehn in ihrem Kleid.
Es erwacht das Leben
mit Farben und Gesang.
Demeter hat ihre Tochter wieder!
Feiere das Auferstehen
mit all' deiner Kraft!
Der Sommer
Feuerwoge jeder Hügel (von Georg Britting)
Feuerwoge jeder Hügel
Grünes Feuer jeder Strauch
Rührt der Wind die Flammenhügel
Wölkt der Staub wie goldener Rauch
Wie die Gräser züngelnd brennen -
Schreiend kocht die Weizensaat
Feuerköpfige Blumen rennen
Knisternd übern Wiesenpfad
Blüten schwelen an den Zweigen
Rüttle' dran! Die Funken steigen
Wirbelnd in den blauen Raum
Feuerwerk ein jeder Baum!
Der Herbst
Prächtigkeit und Überfluss
Verwelkende Blüten des Sommers,
reife Äpfel rot und gelb an den Bäumen,
abgeerntete Felder, goldschimmernd in den letzten Sonnenstrahlen,
pralle Trauben an den Rebenstöcken:
das ist der Herbst.
Die Bäume, ein Feuerwerk der Farben!
Fegt der Wind durch die Blätter,
reißt er sie ab und wirbelt sie davon.
Beeren und Nüsse und kalte Wälder:
das ist der Herbst.
Bald liegen die lustigfliegenden, wirbelnden Blätter
tot und grau am Boden.
Erster Atemhauch des Winters.
Der Winter
Zaubergleiche Winterwelt
Eisglitzernd die verschneite Welt
überzogen von tödlichem Hauch.
Spiegelnde Fläche aus Eis der See.
Bäume aus Puderzucker
und Wege aus Watte.
Dazwischen hin und wieder
ein Menschlein.
Warm eingepackt erfreut es sich
an der wunderweißen Welt.
Unter der Decke aus Schnee
ruhen die Pflanzen.
Warten auf den Frühling;
doch der ist fern.
Von Kälte erforen das Land.
xxx
T.-Lee |
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