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geschrieben am: 22.03.2001 um 09:52 Uhr
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Ich bin Nareb, 3,te Sense aus der ersten Kaste der Hand BORon; und an diesem Morgen zählte ich fast 40 Götterläufe. Vielmehr gibt es über mich nicht zu sagen, allenfalls noch die äußere Erscheinung, die jedoch wandelbar ist. Ich bin 9 Spann und 2 Finger groß, habe schwarzes, meist kurzgeschnittenes Haar, das ich jedoch seit meinem Einatz in dieser Stadt habe wachsen lassen, sodas es mir nunmehr schwer um die Schultern fällt. Meine Augen sind von dunkelbrauner Farbe und nicht besonders gut, ein Umstand, der mir viel Ärger bringt.
Ich habe wenige Narben, da ich immer sorgfältig darauf bedacht war sie mit Magie zu verschließen, allerdings doch zu viele für einen gewöhnlichen Händler, Handwerker oder Lakeien, besonders eine auffällig lange im oberen Halsbereich von dem Attentat damals in Chorhop. Ich halte mich gerne für durchtrainiert, aber in Wahrheit kann ich einem wirklichen Kämpfer nicht lange wiederstehen. Einmal durfte ich von einem Versteck aus den Schattenkampf eines Hadijin beobachten, bevor ich ihn mit einem Wurfmesser zu BORon schickte. Immer wieder, wenn ich mit einer meiner Waffenübungen zufrieden bin, erinnere ich mich an diesen Tanz.
Am Leben haben mich BORons und PHEx Gnade erhalten, die mir Einfälle und Kraft gegeben haben, wenn ich große Not daran hatte.
Ich wußte, ich war Nareb, und wenn ich jetzt nach Norden ging, dann war ich niemand mehr. Also stand ich auf, zahlte den Wirt übergroßzügig aus und bedankte mich mit einer angedeuteten Verbeugung für das Essen, dann machte ich mich auf in die Kammer und holte jene wenigen Dinge, die mich von Stadt zu Stadt begleiten.
Dies sind meine Nadel, ein überspitzer Dolch aus Fasar, welche mit dem nötigen Geschick zuverlässig Kettenhemden und Plattenrüstungen durchdringt, ein unscheinbares schlechtgearbeitetes Silberkettchen, welches mir Larona damals noch in 'Al Anfa geschenkt hat, sowie ein Beutel aus braunem Leder, der immer eine Phiole mit zauberkräfigem Elexier, einige wenige sorgfältig abgepackte Gifte und eine zerflederte Sammelung Passierscheine, Dokumente und Karten enthielt.
Den toten Boten mochte ich nicht recht in dem Zimmer lassen, aber es schien mir schwer, ihn ohne Komplikationen ehrenvoll zu bestatten. Daher entfernte ich sein Rabenarmband, bettete ihn auf mein Lager, sprach die Segen unseres Herrn BORon und hoffte, der Wirt möge die Summe, die ich an seiner Seite ließ, nicht für zu gering befinden. Damit verschwand ich am Morgen des 23.ten PERaine in die grellen, lärmenden Straßen Kunchoms, um eine Überfahrt nach Maraskan irgendeiner Art zu suchen. Kunchom am Morgen ist ein wunderbarer Anblick, schlanke Zwiebeltürme mit ihren Verzierungen und bunten Fahnen ragen an den den Palästen über die weißgetünchte Stadt, während weiße und schwach gelbe Lehmziegel eine unerschöpfliche Mauer gegen die sengende Hitze bilden, die mit den Mittagsstunden kommen wird. Mit ruhiger Regelmässigkeit von Bastmatten durchbrochen, die in den Hauseingängen hängen, zieht sich dieses Labyrinth aus Wegen durch die ganze Stadt, und wenn man nicht viel Zeit mit gedankenlosen Schlenkern verlieren will, sollte man sich von dem Strom der Massen auf den nicht viel mehr als karrenbreiten Hauptstraßen zu seinem Ziel treiben lassen.
Es wird gerempelt und gedrängelt, und ständig liegt ein tiefes Brummen schwatzender Männerstimmen aus den Teestuben unter allem. Mein Ziel war an diesem Morgen nicht zuerst der Hafen , den um diese Zeit hat man keine Hoffnung auf ein gutes Gepräch mit Seefahrern, sondern der große Hauptmarkt. Mein Kaftan hatte mir lange und gut gediehnt, aber nun begannen andere Zeiten, und ich genoß es, mich wieder zu verwandeln.
Ich erwog einen Moment, Händler zu werden, als mir bewußt wurde, das ich auf der zerstrittenen Insel damit nicht weit kommen könnte und wohl möglich meine Tarnung noch einmal anpassen müßte, wählte ich die Figur des fanatischen Söldners.
Ich kaufte in schneller Folge eine abgenutzten Lederpanzer, der mir etwas zu groß sein sollte, damit ich darin noch etwas unterbringen konnte, weiße neuwertige Leinenkleidung , schwere klobige Stiefel, und aus Gewohnheit einen schwärzlichen Kaputzenumhang, der fast bis zum Boden abschloß. Nachdem ich mich mehrmals deutlich übervorteilen ließ, schloß sich schließlich eine kleine Menschentraube um mich, als ich an den von 2 Mietlingen bewachten Waffenstand trat und dem schon lächelnden jungen Schmied ohne länger auf eine der Waffen zu achten einen Geldbeutel auf die Auslage warf. Der Mann lächelte verhalten und sah hilfesuchend zu einem faltigen sonnenverwöhnten Gesicht herüber, welches zu einem zierlich wirkenden Tulamiden gehörte, der aus einiger Entfernung aufmerksam unserer Stand beobachtete. "Questador", sprach mich der Verkäufer an, ihr solltet mit jenem ehrwüdigen Händler dort drüben verhandeln, ich bin nicht befugt...
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