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Der Engel

Nutzer: Devilsrose
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geschrieben am: 26.03.2001    um 11:44 Uhr   
Der Engel

Um meinen Weg zu kürzen ging ich
manchmal über ein Gräberfeld
und lasterhaft und siebenzüngig
erschien mir dort der Rest der Welt.
Zwischen leis umfarnten Stein
und moosverhang`nen Gräbermalen
wollt`s ganze Hier, das ganze Sein
ein großes Schweigen überstrahlen.
Ich lenkte meinen ruhigen Schritt
oft und manches Mal dort lang.
Und weil ich das Dunkel dort nicht litt
ward mir nie und nie nicht bang.
Nein, gegenteilig war`s zudem,
der toten Leiber Ruhefeld
schien meiner Seele gar genehm
und mehr noch als der Rest der Welt.....

Bald schritt ich durch die rost`ge Pforte
nicht nur um kürz`ren Weg zu haben,
nein, ich weilt` an jenem Orte
zu nehmen was die Steine gaben;
eine sonderbare Form von Wissen,
von Verstehen ohne Wort,
als täten mich fahle Lippen küssen,
als strömte alles aus mir fort.
Dabei war mir gewiß
nach sterben zwischen ihnen nicht.
Nur ein haaresbreiter Riß
durchdrang des Lebens Angesicht.
Ein Spalt, der wenn ich durch ihn kroch
mir eine gänzlich andere Welt wies,
der mich im Ende aber doch
stets zurück in diese Welt entließ.

Ich liebte moosbesetzen Stein
mit längst vergessenen Namen drauf,
war berauscht als wie vom Wein
und nahm dafür kalt und feucht in Kauf.
Ich liebte granitene Grüfte,
gemeißelt mit reichem Ornament
und ein Gefühl durchwob die Lüfte,
das im Leben keiner kennt.
Ich liebte manneshohe Kreuze,
lag stundenlang im warmen Moos
und die Schreie grauer Käuze
waren mir allzu reicher Trost.

Als aber ich den Engel fand,
den Engel der so traurig sang,
ich kalte Tränen auf der Hand
spürte und mich um ihn schlang,
um den Engel der aus Stein geschlagen
und der gewiß nicht steinern war,
da wollte ich der Welt entsagen,
wofür sie stand, so hell und klar
vor meinem ungläubigen Blick;
der Engel der so traurig sang,
der Engel den man mir geschickt
und dessen Lied so in mich drang.
Ich lag in seinen Armen,
ich küßte den bebenden Stein
und als die kalten Tage kamen,
hüllte ich ihn in Decken ein.
Es waren der Engel und ich
wie eines zu jener Zeit.
Eines und dabei band mich
an ihn eine Ahnung von Ewigkeit.
Auch später tat der Engel singen
und spürte ich auch Traurigkeit,
ich ahnte dabei meine Schwingen
und wußte dies als neue Zeit.

Als ich alsbald jedoch begriff,
daß ich diesen Engel liebt`,
sein warmer Atem um mich striff,
da war ich dann zu tiefst betrübt.
Durfte ich tun, was ich da tat ?
Liebe einem Engel geben ?
Der Stein, er war so weich und zart
und so fern von allem Leben.
Oh tausendfach begehrt` ich ihn,
presst` meine Lippen auf die seinen,
liebte und verehrte ihn,
spürt` seinen Atem bei dem meinen,
spürt`, meine Hand an seiner Brust,
aberwachen Herzschlag pochen,
in mir eine irrwitzige Lust,
mein Blut in meinen Adern kochen.
Süßes Gift war dies Gefühl,
unbrechbare Kette war geschmiedet.
Der Stein, er war nicht länger kühl,
er glühte, brannte, glomm und siedet,
so, das mein Leib nun langsam schmolz,
sich untrennbar wollte einen.
Und mit engelhaftem Stolz
wurd` ich ein Teil des seinen.
Mein Kopf ruht in des Engels Schoß
und ich bin Stein wie er dabei,
auf mir blüht grünlich schwarzes Moos
und ich bin endlich, endlich frei........

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Nutzer: Artrosis
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geschrieben am: 26.03.2001    um 14:49 Uhr   
Scheiß Gedicht du Schlampe.
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Nutzer: *dieFee*
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geschrieben am: 26.03.2001    um 14:59 Uhr   
.......

ein sehr schönes gedicht devil, mein kompliment. besonders der letzte abschnitt gefällt mir gut und ich werde es bestimmt noch öffters lesen. eine kleine frage hätte ich da, ist das von dir selber geschrieben oder stammt es aus fremder feder?(soll keine beleidigung sein nur ein frage)


*zu Artrosis schautz*

nur kein neid meine liebe!


*dieFee*
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"Autor"  
Nutzer: Devilsrose
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geschrieben am: 26.03.2001    um 15:02 Uhr   
danke.....es ist von mir selber geschrieben auch das Gedicht Göttin der Dunkelheit.....ich schreibe seit 2 jahren selber Gedichte..........

Artrosis......danke.....*lächelt*
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"Autor"  
Nutzer: *dieFee*
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geschrieben am: 26.03.2001    um 15:08 Uhr   
.....

seid 2 jahren? alle achtung!!! ich krieg leider so was schönes net auf die reihe, da müsste ich tage wenn nicht sogar wochen drüber brüten *schief lächelt*

devil du hast meine hochachtung und meine anerkennung, dafür das du dem kleingeist hier keine achtung gibst. gut reagiert....weiter so!!!


*dieFee*
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"Autor"  
Nutzer: alphawolf
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geschrieben am: 26.03.2001    um 15:34 Uhr   

...*leise aus dem dunkel tritt*...

...*die zeilen liest und eine gänsehaut verspürt*...

..es ist wunderschön...

..*ihr respektvoll zu nickt und zurück ins dunkel tritt*..
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"Autor"  
Nutzer: krishna
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geschrieben am: 26.03.2001    um 15:36 Uhr   
Wunderschön...

nach oben schiebt

liebe Grüße
krishna
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Nutzer: Devilsrose
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Anzahl Nachrichten: 228

geschrieben am: 26.03.2001    um 17:15 Uhr   
*danke sagt*
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Nutzer: Adyrion
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geschrieben am: 01.04.2001    um 16:38 Uhr   
Gefällt mir sehr gut... hast du schon mal daran gedacht, so was irgendwo zu veröffentlichen? Im Ernst! Ich finde deine Gedichte wirklich klasse, wer etwas anderes behauptet sollte sich mal selber an so etwas heranwagen und sehen wie er daran scheitert...
Das kommt wirklich an die Klasse von Poeten heran...

*damit wieder hochschiebt, weil sowas in der Sparte Poesie und Lyrics einfach ganz nach oben gehört...*
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"Autor"  
Nutzer: moonshield
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geschrieben am: 01.04.2001    um 17:19 Uhr   
....sich aus der Dunkelheit löst um seinen tiefen Respekt zu zeigen,da er noch immer einen wohligen Schauer verspürt...
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"Autor"  
Nutzer: Devilsrose
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geschrieben am: 01.04.2001    um 21:27 Uhr   
thanks.......
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"Autor"  
Nutzer: Der_Wiener
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geschrieben am: 01.04.2001    um 21:39 Uhr   

*sich verneigt und fragend zu Devilrose schautz*
.....noch böse????:-(


echt gut finde,das Gedicht! :-)

*frech in die Runde grins und verschwinde* :-) :-) ;-)
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