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Skarabäen

Nutzer: Yojimbo
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geschrieben am: 19.05.2003    um 01:57 Uhr   
Skarabäen sind stark
zu einem Leben im Schatten verurteilt
Dazu verdammt die verlebten Überreste
anderer zu sammeln
und wieder zusammenzufügen
um mit dem Blut ,den Tränen und dem Schmerz
Die Blüten eines Neuanfangs zu nähren


( Ich konnte mich nicht dazu durchringen dieses Gedichtchen Mistkäfer zu nennen sorry, meines Wissens sind Skarabäen aber so ziemlich dasselbe.)
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 19.05.2003    um 11:01 Uhr   
Das ist sehr schön Yojimbo und ich freue mich, dass ich das lesen durfte. :-))

Der altägyptische Name für den Skarabäus ist übrigens Chepre, wörtlich: "werden, "entstehen", daraus: "der von selbst wurde", weil er seine Eier in Mistkugeln ablegt, die dann in einem Erdloch abgelegt werden, aus denen die Larven schlüpfen. Chepre ist deshalb eine Form des Sonnengottes,
üblicherweise der Morgensonne, die aus diesem Erdloch wieder hevorkommt. Er ist damit ein Symbol für Regeneration und Auferstehung, das im alten Ägypten nicht gerade unwichtig war. Ich finde davon sehr viel in deinem Gedicht wieder.

Gruß Lama
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Nutzer: Birdiyana
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geschrieben am: 20.05.2003    um 09:50 Uhr   


Eine der meiner Meinung nach besten Beschreibungen findet sich im Ausstellungskatalog des Museums von Cairo (Zabern Verlag):
"Dieser schöne, blaue Skarabäus ist auf einem vergoldeten Holzbrettchen angebracht. Es ist eine naturgetreue Nachbildung des Coleopterus Coprophagus (Scarabäus Sacer) mit einem Clipeus, abstehenden Beinen und gestreifter Flügeldecke.

In Ägypten wurde der Skarabäus sehr früh mit den schöpferischen Kräften der aufgehenden Sonne und dem Ideenkreis des ewigen Neuwerdens assoziiert. Der Anblick des Mistkäfers, der sich rückwärts aus dem Sand herausschaft und ein rötliches Kügelchen hinter sich herzieht, beschwor die Vorstellung von Osten nach Westen ziehenden Sonne. Diese Asoziation wurde durch das Spiel der Worte noch verstärkt: cheprer, der ägyptische Name für Skarabäus, ist dem Wort cheper ähnlich in seiner Bedeutung "vorkommen", "werden", und gleichzeitig einem Namen des Sonnengottes Chepri, wenn sein Aspekt als aufgehende Sonne gemeint ist. Man schreibt sogar diese verschiedenen Begriffemit dem Bildzeichen des Skarabäus, und der Gott Chepri wurde häufig mit Skarabäenkopf dargestellt.

So wird der Skarabäus zu einem wirksamen Amulett. Meistens ist er aus Speckstein oder emaillierten Ton; relativ häufig auch aus Halbedelsteinen, doch selten findet man Exemplare aus Gold, Silber oder Bronze, vielleicht weil diese eingeschmolzen wurden.

Aufgrund ihrer praktischen und kompakten Form benutzte man Gegenstände in Skarabäengestalt seit der Ersten Zwischenzeit zu allen möglichen Gelegenheiten, als Siegelstempel, Fingerringe oder Anhänger, wobei aber die ursprüngliche Amulettfunktion erhalten blieb. Auf die glatte Unterseite des Skarabäus graviert man Symbole, Wunschformeln oder Königsnamen. Im Neuen Reich beschriftet man überlebensgrosse Skarabäen mit historischen Ereignissen, so mit den politischen Erfolgen Thutmosis IV., einer Jagd oder der Hochzeit Amenophis' III. mit Teje und später mit der Hethiterprinzessin Giluhepa, oder auch der Anlage eines Teiches für die Königin Teje.

Die "Herzskarabäen", so benannt, da sie auf der Brust der Mumie auf das Herz gelegt wurden, sind aus Jaspis oder grünem Stein, der Symbolfarbe für die Wiedergeburt, gelegentlich auch aus schwarzem Stein. Auf ihrer flachen Seite steht die Formel aus dem Kapitel 30 des Totenbuchs: "Oh, mein Herz, lege kein Zeugnis ab gegen mich vor dem Gericht." Sei es als Schmuckmittel oder Grabdarstellung, der Skarabäus war immer das Sinnbild der Wiedergeburt."

Quelle: Offizieller Katalog
Die Hauptwerke im Ägyptischen Museum Kairo
Herausgegeben vom Antikendienst Arabische Republik Ägypten
Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1986
ISBN 3-8053-0904-X (Museumsausgabe)

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