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Der Wendewams (und andere Gedichte)

Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 16.04.2001    um 13:35 Uhr   
Der Wendewams

Eiskalt friert es am Polar,
Brütend heiß ist die Sahar-
awüste.
Doch in beiden Regionen
Können Wendewämse wohnen.

Einfallsreich ist die Natur,
Denn der Wendewams ur-
sprünglich
Heimisch nur im hohen Norden,
Wohnet auch an Orten,

Wo beim Gang durch das Geäst
Seine Haartracht läst-
ig ist.
Wendewämse wenden drum
Einfach die Behaarung um,

Tragen außen nackte Haut,
Können folglich laut-
los schleichen.
Ist die Pirsch im Süden um,
Wenden sie sich wiederum.


Die Ringelschneuze

Wenn im Herbst die Nebelschwaden
Das ganze Land in Dickmilch baden,
Wird's der Ringelschneuze kalt,
Sie verzieht sich in den Wald.

Dort aus Blättern und Geäst
Baut sie sich ihr Winternest,
Ringelt sich zu einem Knäuel,
Wartend auf des Winters Greuel.

Denn wenn Ringelschneuzen frieren,
Freuen sich die Schnupfenviren,
Bis die Schneuze dann am Schluß
Den ganzen Winter schneuzen muß.


Die Rübenrülpsel

Katzen haben sieben Leben,
Vierfach ist der Kühe Magen,
Doch das schrecklichste Erbeben
Ist der Rülpsel brünftig Klagen.

Zehnfach lauter als das Röhren
Eines Hirschs auf grüner Au
Ist der Rülpselschrei zu hören,
Gellt er durch das Morgengrau.

Nächstens frißt die Rülpsel Rüben,
Die im Darm in Gärung gehen,
Trinkt die Rülpsel von dem trüben
Wasser sumpfig brauner Seen.

Bis zum ersten Sonnenstrahle
Ist die Rülpsel rund und prall,
Dann entweicht mit einem Male
Alles Gas mit einem Knall,

Schießt hinaus durch Stimmbandritzen
In die kühle Morgenluft,
Und der Rülpsel Augen blitzen,
Wenn sie so zur Paarung ruft.

Gedichte von Fridolin Wasserburg

*schmunzel*

Meta...
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Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 16.04.2001    um 13:41 Uhr   
Beschleunigtes Gedicht

Regen fällt vom Himmelsdom,
Sprudelt aus der Quelle,
Wird zu Bächlein, Fluß und Strom
Und zur Heimat der Forelle.

Diese schwimmt behender Flosse
Mal nach Osten, mal nach Westen.
Schwimmt sie in der Buttersoße,
Schmeckt sie mir am besten.

Extrem beschleunigtes Gedicht

Milliarden Jahre zählt das All,
Doch dauert es nur Stunden
Nach Metzgers Ankunft in dem Stall
Bis uns die Schnitzel munden.

Extremistisch beschleunigtes Gedicht

Morgens kräht der Hahn noch laut,
Abends ist er schon verdaut.

Fridolin Wasserburg

*gg* Meta...
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"Autor"  
Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 16.04.2001    um 17:10 Uhr   
Stark!Gefällt mir wahnsinnig!Endlich mal was lustiges!!Danke,Meta!Ich werde mal guggen, ob ich noch was dazu finde....bin bald wieder da...moment....

G.
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"Autor"  
Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 16.04.2001    um 17:18 Uhr   
Der Faltenbauch

Im Geäst des Haselstrauchs,
Abseits aller Industrie,
Ist das Nest des Faltenbauchs,
Der in unsre Theorie

Vom Entstehen neuer Arten
Schwerlich einzufügen ist,
Denn er lebt vom silberzarten
Lichte, das der Mond ergießt.

Ist er prall und voll des Lichtes,
Legt er seinen Bauch in Falten,
Und als Schlußsatz des Gedichtes
Sieht man ihn Siesta halten.




...einen Moment....hab noch mehr...

G.
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"Autor"  
Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 16.04.2001    um 17:20 Uhr   
grins...Aba... ;-) ...das war natürlich auch von Fridolin Wasserburg
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Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 16.04.2001    um 17:42 Uhr   
Die Mücke
Ein Drama


Auf dem Brot mit Marmelade,
Das ich mir zum Frühstück strich,
Tänzelte sie ihre Pfade:
Ein Mücke und entwich,

Als ich wedelnd sie verscheuchte
Nur für einen Augenblick,
Einmal um die Deckenleuchte
Flog sie prompt zum Brot zurück.

Nun gehör ich zu den Leuten,
Die beim Frühstück schlechtgestimmt,
Weil des Weckes lautes Läuten
Mir die Lust am Morgen nimmt.

Folglich schlug ich mehrmals heftig
Mit dem Messer nach der Mücke,
Doch ich traf nur einmal kräftig,
Und die Tasse sprang in Stücke.

Kaffee floß als braune Brühe,
Sog sich in mein Frühstücksbrot,
Doch umsonst war alle Mühe,
Denn die Mücke war nicht tot.

Und ich schwor der Mücke Rache,
Holte eine schwere, lange
Doch am Ende nützlich flache
Mückentötereisenstange.

Schlug, wo ich die Mücke fand
Jeweils kräftig auf sie ein:
Auf den Tisch und auf die Wand,
Schlug die Kaffeekanne klein.

Und ich hab' sie aufgespürt,
Als sie auf dem Rohre saß,
Das zum Badeboiler führt,
Angefüllt mit Heizungsgas.

Schlug mit einem großen Hieb
In das Rohr ein tiefes Loch,
Was die Mücke zwar vertrieb,
Aber ach, sie lebte noch.

Ganz entkräftet saß ich da,
Griff zur Frühstückszigarette.
Was im Weiteren geschah,
Schild're ich im Krankenbette:

Heftig schlugen rings die Flammen,
Lichterloh verpufft das Gas,
Selbst die Decke brach zusammen,
Bis ich ganz im Freien saß.

Wie ich da so saß und fluchte,
Flog als allerletzter Hohn
Diese Mücke, die verruchte
In das Himmelsblau davon.


Fridolin Wasserburg
Geändert am 16.04.2001 um 17:43 Uhr von Gundelinchen
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Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 16.04.2001    um 18:14 Uhr   
ok...noch eines...dann hör ich auf..ggg ;-)



Wohlanständige Moritaten

-Höflichkeit
-Sparsamkeit
-Sauberkeit
-Mitleid
-Liebesentzug




Höflichkeit

Es sprach der Sohn zur Tante:
"Geliebte Anverwandte,
Wie schön blüht der Holunder
Und grünet die Natur."
Die Tante sagte nur:
"Rutsch mir den Buckel runter!"

Da packt den Sohn ein tiefes Weh,
Er beißt die Tante in den Zeh.
Die reißt ihn an den Haaren.
Sie schlagen sich die Zähne aus
Und kommen dann ins Krankenhaus,
Weil sie nicht höflich waren.




Sparsamkeit

So ein neues Würzregal
Schafft sehr schnell die Qual der Wahl.
Pfeffer, Salz und Thymian,
Paprika und Petersil,
Der Gewürze sind so viel.
Wer nicht widerstehen kann,

Dem geht es wie dem Vater:
Aus allen Töpfchen tat er
Ein Löffelchen zum Braten.
Und die Familie röchelte,
Weil er nicht sparsam köchelte,
Und alles war mißraten!




Sauberkeit

Der Urahn sieht's mit Schrecken:
Das Kind wird noch verdrecken,
Läßt sich partout nicht baden,
Schreit Mordio und Zeder
Als wie ein Struwwelpeter
Und will im Drecke waten.

Der Urahn sitzt vergrämt:
Daß sich das Kind nicht schämt!
Er wird vor Ärger rot,
Und schon nach kurzer Zeit
Und mangels Sauberkeit
Da ist der Urahn tot!




Mitleid

Der Vater sprach zur Kinderschar,
Die rings um ihn versammelt war,
Von der Nützlichkeit der Bienen.
Stört sie nicht,
Die Biene sticht,
Solche nur, die es verdienen.

Wie er da so saß und sprach,
Kam die Biene an und stach
In des Vaters Ellenbogen.
Alle heulten mit ihm Tränen,
Doch gerecht ist's zu erwähnen:
Dieses Mitleid war erlogen!




Liebesentzug

Die Mutter sprach zum Kinde:
"Mein lieber Sohn, ich finde,
Daß jede Kindheitsphase
Nicht ewig dauern kann.
Mein Kind nun sei ein Mann
Und putz dir selbst die Nase!"

Da sprach der Sohn entsetzt:
"Alleine schneuz ich jetzt.
Hart ist des Lebens Lauf,
Kaum geh ich in Pension,
Da kündigst du mir schon
Die Mutterliebe auf!"


Fridolin Wasserburg



Grinsgundel


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Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 17.04.2001    um 09:47 Uhr   
Hallo Gundelinchen [ohne r ; )] *lächelt*
...im Dunkel strahlt das Licht am hellsten...



Begründeter Verdacht

"Ich hege", sagte ich zu meinem Nachbarn Hanselmann, "den begründeten Verdacht, daß ihre Katze in meinem Garten Stachelbeeren frißt." Hanselmann war entrüstet. Erstens sei seine Katze wohlerzogen, sagte er, und zweitens würden Katzen keine Stachelbeeren fressen. Dann fragte er, worin denn die Begründung für meinen Verdacht läge.

"Also", sagte ich zu meinem Nachbarn Hanselmann, "weit und breit gibt es nur eine Katze. Wenn es also eine Katze ist, die meine Stachelbeeren frißt, dann ist es begründet, ihre Katze zu beschuldigen. Außerdem zähle ich täglich alle Stachelbeeren am Strauch und komme jeden Tag auf ein anderes Resultat. Das ist doch ebenfalls sehr verdächtig."

Ich kenne Hanselmann schon lange. Schon als Kinder haben wir uns stundenlang gestritten, weswegen wir uns heute siezen. Seit damals weiß ich, daß Hanselmann ein schlechter Verlierer ist; deshalb hat mich seine Antwort nicht verwundert: Die unterschiedlichen Resultate, sagte er, lägen wohl daran, daß ich nicht richtig zählen könne, und außerdem sei es nicht normal, Stachelbeeren zu zählen, man zupfe sie ab und wiege sie.

Er solle besser seine Katze vor und nach ihren Ausflügen in meinen Garten wiegen, erwiderte ich und fuhr mit meiner Begründung fort:

"Also, wenn ich die Pflaumen auf meinem Pflaumenbaum zähle, dann komme ich jeden Tag auf das gleiche Resultat, es sei denn, ich pflücke welche, und selbst dann ergibt die Zahl von heute zuzüglich der gepflückten Pflaumen das Resultat von gestern. Der Stamm des Pflaumenbaumes aber ist mit einem Drahtgitter umgeben, damit keine Katze hinauf kann. Die Stachelbeeren aber wachsen am Strauch und haben keinen Stamm für ein solches Gitter."

Doch Hanselmann blieb uneinsichtig. Er, sagte er, zähle jeden Tag die Beine seiner Katze und immer seien es vier. Das sei doch Gegenbeweis genug.

Über den Grenzzaum zwischen unseren beiden Gärten hinweg sahen wir uns bissig an, da raschelte es im Stachelbeerstrauch. "Oh je", sagte ich zu Hanselmann, "ich habe heute noch gar nicht meine Stachelbeeren gezählt." Und ehe ich noch zählen konnte, kroch Hanselmanns Katze aus dem Gesträuch, im aufgesperrten Maul eine Stachelbeere. Hanselmann erbleichte.

"Was hast du denn", sagte ich zu ihm, "die Gewißheit, daß deine Katze sich ab und zu eine Stachelbeere holt, ist doch kein Problem. Wenn ich nachher die Stachelbeeren zähle, ziehe ich einfach diese eine Stachelbeere ab. Schrecklich ist doch nur der begründete Verdacht, weil er das Zählen so erschwert."

Das leuchtete selbst Hanselmann ein, und seither wiegt er täglich seine Katze.

Fridolin Wasserburg


l.g. Meta...
Geändert am 18.04.2001 um 15:42 Uhr von Metamorphosis
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Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 17.04.2001    um 15:15 Uhr   
grinst zurück...wohl wahr!

Gundel ohne r
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Nutzer: Gundelinchen
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geschrieben am: 21.04.2001    um 05:04 Uhr   
Schieb...

Gundi
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geschrieben am: 21.04.2001    um 18:34 Uhr   
mitschieb : )

Der Tassenbär

Der Tassenbär
Sitzt ungefähr
Als eine träge Masse
Zehn Stunden in der Tasse.

Dann wird er munter,
Steigt auf den Tassenrand
Am Henkel dann hinunter,
Gelenkig und galant.

Spukt dreimal in die Tasse,
Nicht weil ihm Anstand fehlt,
Nur einfach so zum Spaße
Und zieht dann in die Welt.

Fridolin Wasserburg

mfg Meta...
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geschrieben am: 22.04.2001    um 02:13 Uhr   
grüsst Metalein...hab noch was gefunden...wird langsam spärlich...;-)





Froschperspektive


Der Frosch, so lehrt schon Meister Brehm,

Lebt für gewöhnlich angenehm.

Er schwimmt im Teiche auf und ab

Und frißt mit einem großen Schwapp

Die Mücken, Käfer und Libellen,

Die sich ihm in die Quere stellen.

Dann läßt er sich im Wasser treiben

Und andere Gedichte schreiben.

Wär nicht der Storch des Frosches Pein,

Statt Dichter wollte Frosch ich sein.







Winkende Gundel

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geschrieben am: 24.04.2001    um 23:47 Uhr   
schieb
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geschrieben am: 25.04.2001    um 17:49 Uhr   
zurückwinkt

Achtung! hier kommt



Der rasend schnelle Elefant

Der rasend schnelle Elefant
Kam durch den Urwald angerannt
Zum Oberelefanten
Und seinen Anverwandten.
Er hebt das linke Vorderbein
Und fängt begeistert an zu schrein:
"Triumpf! Triumpf!
Ich hab ein Loch im Strumpf!"
Die ganze Elefantenschar,
Die rings um ihn versammelt war,
Die lieget vor Entzücken
Zum Teil schon auf dem Rücken.
Dann spricht der Oberelefant:
"So schnell ist keiner noch gerannt!
Drum lasset uns frohlocken:
Er hat ein Loch im Socken!"


Fridolin Wasserburg

*ggg* Meta...
Geändert am 25.04.2001 um 17:49 Uhr von Metamorphosis
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