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geschrieben am: 21.05.2001 um 08:31 Uhr
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Verneigt sich vor junix und findet seine Wortwahl immer wieder erstaunlich und zum nachdenken ...
hofft, ihr Lieblingsgedicht gefällt auch ihm ...
VANITAS ! VANITATUM VANITAS !
von Andreas Gryphius
Die Herrlichkeit der Erden
muß Rauch und Aschen werden,
kein Fels, kein Erz kann stehn.
Dies, was uns kann ergetzen,
was wir für ewig schätzen,
wird als ein leichter Traum vergehn.
Was sind doch alle Sachen,
die uns ein Herze machen,
als schlechte Nichtigkeit?
Was ist des Menschen Leben,
der immer um muß schweben,
als eine Phantasie der Zeit?
Der Ruhm, nach dem wir trachten,
den wir unsterblich achten,
ist nur ein falscher Wahn;
sobald der Geist gewischen
und dieser Mund erblichen,
fragt keiner, was man hier getan.
Es hilft kein weises Wissen,
wir werden hingerissen,
ohnŽ einen Unterscheid.
Was nützt der Schlösser Menge?
Dem hie die Welt zu enge,
dem wird ein enges Grab zu weit.
Dies alles wird zerrinnen,
was MühŽ und Fleiß gewinnen,
und saurer Schweiß erwirbt;
was Menschen hier besitzen,
kann für den Tod nicht nützen,
dies alles stirbt uns, wenn man stirbt.
Ist eine Lust, ein Scherzen,
das nicht ein heimlich Schmerzen,
mit Herzensangst vergällt?
Was istŽs womit wir prangen?
Wo wirst du EhrŽ gelangen,
die nicht in Hohn und Schmach verfällt?
Was pocht man auf die Throne,
da keine Macht noch Krone
kann unvergänglich sein?
Es mag vom Toten-Reihen
kein Szepter dich befreien,
kein Purpur, Gold noch edler Stein.
Wie eine Rose blühet,
wenn man die Sonne siehet
begrüßen diese Welt;
die, ehŽ der Tag sich neiget,
ehŽ sich der Abend zeiget,
verwelkt und unversehn abfällt:
so wachsen wir auf Erden
und hoffen, groß zu werden,
und schmerz- und sorgenfrei;
doch ehŽ wir zugenommen
und recht zur Blüte kommen,
bricht uns des Todes Sturm entzwei.
Wir rechnen Jahr auf Jahre:
indessen wird die Bahre
uns vor die Tür gebracht;
drauf müßen wir von hinnen
und, ehŽ wir uns besinnen,
der Erden sagen gute Nacht.
Auf Herz! Wach und bedenke,
daß dieser Zeit Geschenke
der Augenblick nur dein !
Was du zuvor genossen,
ist als ein Strom verschlossen.
Was künftig - wessen wird es sein?
Wünsche allen, trotz der schwermütigen Gedanken, eine wunderschöne Woche ...
Licht und Sonne ... |
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