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Semperfidelis gewidmet

Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 21.05.2001    um 15:05 Uhr   
Seufzend sprach ich zu der Liebe

Seufzend sprach ich zu der Liebe,
Als ich sie entschleiert sah:
Ach, daß so dein Antlitz bliebe
Meinen Blicken ewig nah!

Doch wie dich die Sehnsucht freier
Schauet einen Augenblick,
Senket wieder sich der Schleier,
Und verdüstert mein Geschick.

Liebe sprach: in ewig reinem
Lichtestrahl ich, o du Tor,
Nicht von meinem, sondern deinem
Angesichte hängt der Flor.

( Friedrich Rückert )
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Nutzer: Birog
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geschrieben am: 21.05.2001    um 15:12 Uhr   
Hofft ihn mit dem nachfolgenden Gedicht zu erfreuen..

Bei dir

Bei dir ist es traut :
Zage Uhren schlagen
wie aus weiten Tagen.
Komm mir ein Liebes sagen -
aber nur nicht laut.

Ein Tor geht irgendwo
draußen im Blütentreiben.
Der Abend horcht an den Scheiben.
Laß uns leise bleiben :
Keiner weiß uns so.

carpe diem
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Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 21.05.2001    um 20:19 Uhr   
Hallo ihr beiden!
Schluchz!! Ihr habt einen alten Mann (26) sehr glücklich gemacht! Nein wirklich, noch nie hat jemand für mich ein Forum eröffnet und etwas so schönes für mich geschrieben! Darum widme ich das folgende Gedicht euch beiden. Ich hoffe es gefällt euch!

Umarmungen

Deine Umarmungen
haben den Winter
lächerlich gemacht.

Meine Stiefel hinterlassen
eine flache Spur im Schnee,
die Kälte macht
den Atem sichtbar
doch um mein Herz
ist sonniger Süden.

Die Straßen sind vereist;
ich bin verreist
ins warme Klima
deiner Seelenlandschaft.

Woher ich kam,
weiß ich nicht mehr.

Wo ich jetzt bin
hehöre ich hin,
denn meine Heimat ist,
wo Liebe ist.

Hans Kruppa
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Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 21.05.2001    um 22:42 Uhr   
Widmet Semper ein weiteres Gedicht,
es trägt den bedeutungsvollen Titel Zärtlichkeiten und stammt aus der Feder von Stefan Zweig.

ZÄERTLICHKEITEN

ICH LIEBE JENE ERSTEN BANGEN ZÄRTLICHKEITEN,
DIE HALB NOCH FRAGE SIND UND HALB SCHON ANVERTRAUN,
WEIL HINTER IHNEN SCHON DIE ANDREN STUNDEN SCHREITEN,
DIE SICH WIE PFEILER WUCHTEND IN DAS LEBEN BAUN.

EIN DUFT SIND SIE; DES BLUTES FLÜCHTIGSTE BERÜHRUNG,
EIN RASCHER BLICK, EIN LÄCHELN, EINE LEISE HAND -
SIE KNISTERN SCHON WIE ROTE FUNKEN DER VERFÜHRUNG
UND STÜRZEN FEUERGARBEN IN DER NÄCHTE BRAND.

UND SIND DOCH SELTSAM SÜß,WEIL SIE IM SPIEL GEGEBEN
NOCH SANFT UND ABSICHTSLOS UND LEISE NUR VERWIRRT,
WIE BÄUME, DIE DEM FRÜHLINGSWIND ENTGEGNBEBEN,
DER SIE IN SEINER HARTEN FAUST ZERBRECHEN WIRD.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 21.05.2001    um 23:12 Uhr   
Hallo Mystica!
Wie alt bist du eigentlich? Wenn ich das fragen darf! Du bist echt sympathisch und deshalb ist das Gedicht für dich!

Vertrauen

Darf ich mich fallen lassen
in deine Abgründe?
Ich möchte springen
von der Klippe dieses Augenblickes
in Tiefen deines Wesens,
die du noch nicht kennst.

Keine Angst,
ich bin kein Selbstmörder.
Mein Vertrauen in die Liebe
trägt mich sanft
ins Bodenlose

4u Mystica your Semper Fidelis!
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Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 21.05.2001    um 23:27 Uhr   
4 semper

Echte Liebe

Lau in der Nacht mag ich nimmer sein, -
Kalt oder brennend wie ein lohes Feuer!
O, Lust und Leiden sind nur farblos, klein,
Wo Liebe nicht ergriffen hat das Steuer!

Wer noch bei Sinnen, ist kein rechter Freier;
Wirf von dir ohne Zagen all was dein,
Der stirbt vor Liebe nicht, ein halbgetreuer,
Wer von der Liebe mehr verlangt als Pein.

Gleichwie ein Schiff, wenn sich die Wetter schwärzen,
an jähen Klippen treibt bei finstrer Nacht.
Auf weitem Meer der Wind' und Wogen Spiel,

So auf dem wüsten Meere meiner Schmerzen
Such ich, auf neue Leiden nur bedacht,
Im Hoffnungslosen meines Glückes Ziel.

Gefühle in Worte gefaßt von Joseph von Eichendorff
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 21.05.2001    um 23:38 Uhr   
Die mutigste aller Künste

Liebe ist die höchste,
die mutigste aller Künste.
Sie wagt die Bewegung ins Ungewisse
und kümmert sich nicht
um Verlust oder Gewinn.
Sie öffnet die Augen
für das Wunderbare;
sie ist das wahre Leben.

Sie ist ein Spiel
mit höchstem Einsatz -
ein Risiko, eine Gefahr.
Wer wagt, gewinnt -
auch durch Verlust.
Wer sich enthält,
bleibt armselig
und wird vorzeitig alt.

Für die unbekannte Mystica, die mir ihr Alter nicht verraten will *schmunzel*
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 22.05.2001    um 00:05 Uhr   
Hmmm.. du möchtest wissen wie alt ich bin?
In etwa in deinem Alter! Mehr möchte ich jedoch noch nicht über mich verraten!

Widmet semper ein Gedicht von Christian Morgenstern mit dem Titel..

Es ist Nacht

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.
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Nutzer: morgaine
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geschrieben am: 22.05.2001    um 13:03 Uhr   
verzaubert von euren worten hereinkommt, platz nimmt und euch mit wenigen worten von voltaire erfreuen möchte


die liebe ist ein stoff,

den die natur gewebt

und die phantasie bestickt hat.



sich erfürchtig vor jedem von euch verbeugt und sich wieder in ihr reich der sonne und der magie zurückzieht

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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 22.05.2001    um 18:41 Uhr   
Hallo Mystica!
Vielen Dank für das Gedicht! Heißt das, du wirst mir irgendwann mal mehr über dich verraten? Kann dir jederzeit meine E-Mail Adresse geben! *interessiertschau* Nun bekommst auch du ein Gedicht von mir!

Nie weiß man

Liebe ist der gemeinsame Versuch,
den Abgrund
zwischen Sehnsucht
und Wirklichkeit
zu überbrücken
Magie ist der
einzige Stoff,
aus dem diese Brücke
gebaut werden kann.
Es ist ein Glücksfall,
wenn der Versuch gelingt.
Und nie weiß man,
wie lange die Brücke trägt,
denn der Zauber geht
so leicht verloren.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 22.05.2001    um 21:40 Uhr   
Ist glücklich, daß semper an ihren Gedichten Gefallen findet.

Schenkt ihm träumerische Momente mit einem Gedicht von Joseph von Eichendorff..

Der stille Grund

Der Mondenschein verwirret
die Täler weit und breit,
die Bächlein, wie verirret,
gehn durch die Einsamkeit.

Da drüben sah ich stehen
den Wald auf steiler Höh',
die finstern Tannen sehen
in einen tiefen See.

Ein Kahn wohl sah ich ragen,
doch niemand, der es lenkt,
das Ruder war zerschlagen,
das Schifflein halb versenkt.

Eine Nixe auf dem Steine
flocht dort ihr goldnes Haar,
sie meint', sie wär' alleine,
und sang so wunderbar.

Sie sang und sang, in den Bäumen
und Quellen rauscht' es sacht
und flüsterte wie in Träumen
die mondbeglänzte Nacht.

Ich aber stand erschrocken,
denn über Wald und Kluft
erklangen Morgenglocken
schon ferne durch die Luft.

Und hätt' ich nicht vernommen
den Klang zu guter Stund',
wär' nimmermehr gekommen
aus diesem stillen Grund.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 22.05.2001    um 21:52 Uhr   
Okay Mystica! Du machst mich sehr neugierig wer du sein könntest und wie du sein könntest! Laß mich nicht zappwln *Quengel*

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine gehŽ ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da

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Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 23.05.2001    um 00:08 Uhr   
Schenkt semper gleich 3 Gedichte von Erich Fried.

Dich

Dich nicht näher denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist.

Dich nicht älter denken
und dich nicht jünger denken
nicht größer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kälter.

Dich denken und mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist.


Wie du solltest geküsset sein

Wenn ich dich küsse
ist es nicht nur dein Mund
nicht nur dein Nabel
nicht nur dein Schoß
den ich küsse.
Ich küsse auch deine Fragen
und deine Wünsche
ich küsse dein Nachdenken
deine Zweifel
und deinen Mut
deine Liebe zu mir
und deine Freiheit von mir.
Ich küsse deinen Fuß
der hergekommen ist
und der wieder fortgeht.
Ich küsse dich
wie du bist
und wie du sein wirst
morgen und später
und wenn meine Zeit vorbei ist.


Ein Versuch

Ich hab versucht
zu versuchen
während ich arbeiten muss
an meine Arbeit zu denken
und nicht an dich.
Und ich bin glücklich
dass der Versuch
nicht geglückt ist.
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Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 23.05.2001    um 18:21 Uhr   
Hallo Mystica!

Deine Geschenke

Wie die Sonne,
die frisch und mächtig
über der Bergkuppe aufgeht,
hast du Licht
in mein Herz gebracht.
Un es lebt den Tag,
als wäre es gerade
aus einer viel zu dunklen Nacht erwacht.

Wie die Sonne,
die ihrenhöchsten Stand erreicht,
hast du mich überstrahlt
mit Wärme, Kraft und Leben,
als ich zu erkalten drohte
bei den entbehrungsreichen Reisen
meiner Träume durch die Wirklichkeit

Wie die Sonne,
die ihr Feuer ohne Zögern
tief ins offene Meer versenkt,
hast du mich mir wortlos geschenkt.

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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 24.05.2001    um 00:02 Uhr   
An alle die hier gepostet haben!

Ich wünsche euch einen schönen Feiertag!!!!

Ganz liebe Grüße speziell an Aoifa und Mystica!!

Euer Semper Fidelis!
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 24.05.2001    um 14:09 Uhr   
Hallo ihr Lieben!

Wer je gelebt in Liebesarmen

Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müsst er sterben, fern, allein,
Er fühlte noch die selŽge Stunde,
Wo er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.

Theodor Storm (1817-1888)


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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 25.05.2001    um 20:53 Uhr   
Schenkt semper 3 wunderschöne Gedichte und bedankt sich für die Freude, die er ihr macht

Glücks genug
Detlev von Liliencron

Wenn sanft du mir im Arme schliefst,
ich deinen Atem hören konnte,
im Traum du meinen Namen riefst,
um deinen Mund ein Lächeln sonnte –
Glücks genug.

Und wenn nach heißem, ernstem Tag
Du mir verscheuchtest schwere Sorgen,
wenn ich an deinem Herzen lag
und nicht mehr dachte an ein Morgen –
Glücks genug.


Amors Pfeil
Gottfried August Bürger

Amors Pfeil hat Widerspitzen.
Wen er traf, der laß ihn sitzen,
und erduldŽ ein weinig Schmerz !
Wer geprüften Rat verachtet
und ihn auszureißen trachtet
der zerfleischet ganz sein Herz !


Die eine Klage
Karoline von Günderode

Wer die tiefste aller Wunden
hat in Geist und Sinn empfunden,
bittrer Trennung Schmerz;
Wer geliebt, was er verloren,
lassen muß, was er erkoren,
das geliebte Herz.

Der versteht in Lust die Tränen
und der Liebe ewig Sehnen
eins in Zwei zu sein,
eins im andern sich zu finden,
dass der Zweiheit Grenzen schwinden
und des Daseins Pein.

Wer so ganz in Herz und Sinnen
konntÂ’ ein Wesen lieb gewinnen,
o ! den tröstet’s nicht,
dass für Freuden, die verloren,
neue werden neu geboren;
Jene sindÂ’s doch nicht.

Das geliebte, süße Leben,
dieses Nehmen und dies Geben,
Wort und Sinn und Blick
dieses Suchen und dies Finden
dieses Denken und Empfinden
gibt kein Gott zurück.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 25.05.2001    um 21:06 Uhr   
Halllo Mystica!

Ich wünschte du würdest ein wenig mehr von dir verraten! Aber es freut mich das ich die soviel Freude mache!

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine gehŽ ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!


Freue mich auf eine Antwort von dir!
Semper Fidelis!
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"Autor"  
Nutzer: Birog
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geschrieben am: 25.05.2001    um 21:38 Uhr   
Schenkt semper 3 Gedichte von Friedrich Rückert für einen Super-Abend zum Träumen

Ganz oder gar nicht

Wer da will der Liebe leben,
muß sich ganz der Liebe geben,
sich nicht teilen, nicht zersplittern,
ganz im Kuß hinüberzittern;

Muß des Herzens ganzes Drängen,
auf des Mundes Spitze zwängen;
muß nicht denken, rechnen, klügeln,
sich nicht fesseln oder zügeln;

Muß den Arm nicht ängstlich halten,
gilt es, Hüften zu umfalten;
nicht voll Scheu die Hand befühlen,
giltŽs im seidnen Haar zu wühlen;
muß im seligen Versenktsein,
unklar, ob er ist und denkt, sein.


Ich liebe dich

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß,
ich liebe dich, weil ich nicht anders kann,
ich liebe dich, nach einem Himmelsschluß,
ich liebe dich, durch einen Zauberbann.
Dich liebŽ ich, wie die Rose ihren Strauch,
dich liebŽ ich, wie die Sonne ihren Schein,
dich liebŽ ich, weil du bist mein Lebenshauch,
dich liebŽ ich, weil dich lieben ist mein Sein.


Kehr ein bei mir

Du bist die RuhÂ’,
der Friede mild,
die Sehnsucht du
und was sie stillt.

Ich weihe dir
voll Lust und Schmerz,
zur Wohnung hier,
mein AugÂ’ und Herz.

Kehr ein bei mir,
und schließe du
still hinter dir
die Pforten zu !

Treib andern Schmerz
Aus deiner Brust !
Voll sei dies Herz
von deiner Lust !

Dies Augenzelt
von deinem Glanz
allein erhellt,
o füll es ganz !
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 25.05.2001    um 22:21 Uhr   
Hi Birog
Das folgende Gedicht ist für dich! Es ist ein wenig traurig dafür aber sehr schön! Es steht schon in einem anderem Thread.

Und sollt ich gehen
Solange du noch hier...
So wisse, dass ich weiterlebe,
nur tanzŽ ich dann zu einer andren Weise
und hinter einem Schleier, der mich dir verbirgt.
Sehen wirst du mich nicht,
jedoch, habŽ nur Vertrauen
Ich warte auf die Zeit, da wir gemeinsam neue
Höhn erklimmen
Einer des anderen wahrhaftig.
Bis dorthin leere du den Becher des Lebens
Bis zur Neige, und wenn du mich einst brauchst,
laߎ nur dein Herz mich leise rufen
... ich werde da sein.

Colleen Corah Hitchcock

Ich hoffe es gefällt dir!
Semper Fidelis
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 26.05.2001    um 12:39 Uhr   
Hi semper, wünsche dir mit dem nachfolgenden Gedichten einen schönen Tag

Kleiner Vogel
Hans Heinrich Ehrler

Kleiner Vogel meiner Liebe,
es sind draußen dunkle Diebe.
Und ich seh’ die groben Hände,
die dich greifen noch am Ende.
Ich doch hätte milde Hände,
die dich in die Sonne gaben,
und nun selber nichts mehr haben.

Zu Lehen
Werner Bergengruen

Ich bin nicht mein, du bist nicht dein,
keiner kann sein eigen sein.

Ich bin nicht dein, du bist nicht mein,
keiner kann des andren sein.

Hast mich nur zur lehn genommen,
hab zu Lehn dich überkommen.

Also magÂ’s geschehn,
hilf mir, liebstes Lehn.
Dass ich alle meine Tage,
treulich dich zu Lehen trage
und dich einstmals vor der letzten Schwelle,
unversehrt dem Lehnsherrn wiederstelle.

Vom Busseln
Karl Stieler

Geh, gib mir aŽ Bussel
und mach koa so GŽschicht,
i druck schoŽ die AugŽn zua,
daߎs niemand siecht.

Geh, gib mir aŽ Bussel,
oa Bussel – was tuatŽs ?
Es gibt ja nix Bessers,
als wie ebbes Guats.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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geschrieben am: 26.05.2001    um 16:29 Uhr   
Hallo Mystica!
Es ist immer wieder schön in dieses Forum zu kommen. wenn man sich im Kontrovers-Forum augeregt hat, weil bestimmte Personen einem wieder Dinge unterstellt haben, kann sich sicher freuen das hier etwas auf einen wartet das einen aufbaut. Ich hoffe auch diesmal die richtige Auswahl getroffen zu haben!

Carpe Diem!

Der Rose gleich, die noch im Samt
Der Knospe gestern lag verschlossen
Und heut schon hoch emporgeflammt,
ist uns die Liebe aufgeschlossen.

Heut blüht sie noch; drum nimm und gib!
Schon morgen kann ihr Duft entschweben;
Dann wird dein Herzblut selbst, mein Lieb,
die welkende nicht mehr beleben.


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"Autor"  
Nutzer: Birog
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geschrieben am: 26.05.2001    um 22:29 Uhr   
Ach semper, NICHT aufregen !
Das schadet nur deiner Gesundheit ;-)
Erfreue dich lieber an dem nachfolgenden Gedicht :-)

Heimliche Liebe

Kein Feuer, keine Kohle
kann brennen so heiß,
als heimliche Liebe,
von der niemand nichts weiß.

Keine Rose, keine Nelke
kann blühen so schön,
als wenn zwei verliebte Seelen
beieinander tun stehn.

Setz du einen Spiegel
ins Herz mir hinein,
damit du kannst sehen,
wie so treu ich es meinŽ!

Gute Nacht und schlaf gut !
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 26.05.2001    um 22:51 Uhr   
Hi semper, hab heute abend nur 2 Gedichte, hoffe jedoch du freust dich trotzdem

Getreues Herz
von Paul Fleming

Ein getreues Herze wissen
Hat des höchsten Schatzes preis.
Der ist selig zu begrüßen,
der ein treues Herze weiß.
Mir ist wohl beim höchsten Schmerze,
denn ich weiß ein treues Herze.

Läuft das Glück gleich zuzeiten
anders, als man will und meint,
ein getreues Herz hilft streiten
gegen alles, was ist feind.
Mir ist wohl beim höchsten Schmerze,
denn ich weiß ein treues Herze.

Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke,
Geld und Reichtum, das zerstäubt.
Schönheit lässt uns bald zurücke.
Ein getreues Herze bleibt.
Mir ist wohl beim höchsten Schmerze,
denn ich weiß ein treues Herze.

Nichts ist süßer, als zwei Treue,
wenn sie eins geworden sind.
Dies istŽs, des ich mich erfreue.
Und sie gibt ihr ja auch drein.
Mir ist wohl beim höchsten Schmerze,
denn ich weiß ein treues Herze.


Eile zum lieben
von Martin Opitz

Ach Herz, laß uns eilen,
wir haben Zeit!
Es schadet das Verweilen
uns beiderseit.

Der edlen Schönheit Gaben,
flieh Fuß für Fuß,
dass alles was wir haben,
verschwinden muß.

Der Wangen Zier verbleichet,
das haar wird greis,
der Augen Feuer weichet,
die Brunst wird Eis.

Das Mündlein von Korallen
Wird ungestalt,
die HändŽ als Schnee verfallen
und du wirst alt.

Drum laß uns jetzt genießen
Der Jugend Frucht,
ehŽ denn wir folgen müssen,
der Jahre Flucht.

Wo du dich selber liebest,
so liebe mich.
Gib mir, dass wenn du gibest,
verlier auch ich.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_semperfidelis
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Anzahl Nachrichten: 460

geschrieben am: 26.05.2001    um 22:57 Uhr   
@ Birog,Aoifa,Mysica

Euch möchte ich mal wirklich im REAL LIFE treffen und mich mal mit euch unterhalten!

Entdeckung

Ich liebe dich,
das heißt,
ich will dich entdecken,
will Hülle für Hülle
von dir nehmen
und dir dabei
immer mehr Wärme geben,
damit du nicht frierst
in der zarten Blöße
deiner inneren Schönheit.


Ich hoffe ich konnt euch eine Freude machen, wenn auch nur eine kleine!

Semper Fidelis
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Mystica
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geschrieben am: 27.05.2001    um 20:50 Uhr   
Hi semper,
ich freue mich sehr, daß dir meine bisherige Gedichtsauswahl gefällt.
Allerdings wäre es leichter für mich, wenn ich deine Favoriten kennen würde !

Das erste Gedicht, das ich dir widme ist von Paul Remer und es geht -wie so oft- um die Liebe

Ach, wenn es nun die Mutter wüßtŽ,
wie du so wild mich hast geküsst,
sie würde beten ohne Ende,
dass Gott, der Herr, das Unglück wende.

Ach, wenn es nun mein Bruder wüßtŽ.
wie du so wild mich hast geküsst,
er eilte wohl mit Windesschnelle
und schlüge dich tot auf der Stelle.

Doch wenn es meine Schwester wüßtŽ,
wie du so wild mich hast geküsst,
auch ihr Herz würde in Sehnsucht schlagen,
und Glück und Sünde gern ertragen.

das 2te ist von Johann Georg Jacobi und trägt den Titel "Abends"

Komm Herz, es neigen
die Wälder sich dir;
Und alles mit Schweigen,
erwartet dich hier.

Der Himmel im glatten
umdämmerten Quell,
dies Plätzchen im Schatten,
dies andere hell !

Im Schatten, der Liebe
dich lockendes Glück,
dir flüsternd; es bliebe
noch vieles zurück.

Es blieben der süßen
Geheimnisse viel;
So festes Umschließen,
so wonniges Spiel !

Da rauscht es, da wanken
auf jeglichem Baum
die Äste; da schwanken
die Vögel im Traum !

Dies Wanken, dies Zittern
der Blätter im Teich –
O Liebe ! Dein Wittern !
O Liebe ! Dein Reich !

und das 3te ist von Christian Hofmann von Hoffmannswaldau

Wo sind die Stunden
der süßen Zeit,
die ich zuerst empfunden,
wie deine Lieblichkeit
mich dir verbunden?
Sind sie verrauscht, es bleibet doch dabei,
dass alle Lust vergänglich sei.

Ich schwamm in Freude;
der Liebe Hand
spann mir ein Kleid von Seide,
das Blatt hat sich gewandt.
Ich geh im Leide,
ich weinŽ jetzund, dass LiebŽ und Sonnenschein,
stets voller angst und Wolken sein

hoffentlich habe ich wenigstens ein wenig deinen Geschmack getroffen ;-)

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