|
|
|
geschrieben am: 08.06.2001 um 00:08 Uhr
|
|
Puki, die Weihnachtselfe
Es war nur noch wenige Tage bis Weihnachten und Puki lag krank im Bett.
Puki war eine der Weihnachtselfen aus der Plätzchenwerkstatt und dafür zuständig, daß auch wirklich in allem Backwerk
2 Schuß Butter und 3 Schuß Liebe und Aneinanderdenken drin war.
Wer sollte denn nun diese Aufgabe übernehmen?
Okay, da war Patsina, aber die hatte erst ein Weihnachten hinter sich und kannte sich auch mit Butter ganz gut aus, doch war
sie noch nicht vom Weihnachtszauber geweiht und konnte keine Liebe in Plätzchen plazieren.
Oder Horna, der alte Troll. Er war voll von Liebe und konnte sie auch sehr gut in alles reinstecken, was durch seine Hände lief,
deswegen war er auch Chef der Geschenkabteilung, aber vom Backen hatte er absolut keine Ahnung.
Außerdem so kurz vor dem großen Tag waren auch alle ausgelastet.
Puki hätte je gerne trotzdem ihre Aufgabe wahrgenommen, doch der Weihnachtsmann hatte es verboten, daß irgendeiner seiner
Helfer den Weihnachtsbereich betreten durfte, wenn er nicht 100% fit und fröhlich war.
Aber was hatte Puki eigentlich?
Schon mehrere Doktoren hatten sie aufgesucht und untersucht, doch immer mußten sie nur feststellen, daß alles in bester
Ordnung war und dennoch fühlte Puki sich nicht wohl.
Da klopfte es an die Tür.
Es war Horna, der grinsend in der Tür stand.
Puki staunte nicht schlecht, denn noch nie hatte vorher ein Troll das Elfenhaus betreten.
Zwar lebten Trolle und Elfen einträchtig Tür an Tür und verstanden und mochten auch einander, doch waren sie letztlich
doch zu verschieden, um engere Beziehungen zu pflegen.
Um das zu verstehen, muß man sich ein wenig mit Trollen und Elfen auskennen.
Elfen sind kleine Wesen, die unbeschwert durch das Leben flattern, immer auf der Suche nach herrenlosen Träumen und
diese dann zu kleinen Präsenten umwandeln. So sorgen sie stets dafür, daß Weihnachten die Träume durch kleine Aufmerksamkeiten
an ihre Besitzer zurückkehren.
Trolle hingegen denken etwas pragmatischer. Zwar sollen auch Troll-Geschenke Freude bereiten, doch sind diese stets auf
geaüßerte Wünsche aufgebaut, wie Wunschzettel, mitgehörte Telefonate (im Weihnachtsland gibtŽs keinen Verfassungsschutz) oder
ähnlichem, halt nur die Dinge, die der anschließende Empfänger irgendwann mal ausgesprochen hat.
Kurz gesagt, Elfen konnten fühlen, was sich die Leute wünschten, Trolle brauchten Informationen.
Dadurch waren Trolle stets unterwegs und am Suchen und gingen dabei manchmal den Elfen mächtig auf den Keks, während die
Elfen einfach den Dingen ihren Lauf ließen, da sie ja im Herzen wußten, was zu tun war.
„Grmpfblbl“, sagte Horna. „Bzzglb“, antwortete Puki.
Da wohl die wenigsten Troll- oder Elfensprache verstehen, werde ich versuchen, die Unterhaltung in Menschensprache wiederzugeben, obgleich es viele Worte in trollisch und elfisch gibt, die sich eigentlich gar nicht übersetzen lassen, da eine Besonderheit dieser Sprachen ist, daß gleiche Ausdrücke mit den Augen oder gestisch betont werden müssen, um ihren Sinn zu erhalten.
„Hallo“, sagte also Horna. „Freut mich, Dich zu sehen“, antwortete Puki.
Und da ihre Augen dabei funkelten, wußte Horna, daß es wirklich Freude war, nicht bloß eine Höflichkeit.
|
|
|
|
|