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Nutzer: celex
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geschrieben am: 08.06.2001    um 00:11 Uhr   
„Es ist schön, daß Du mich besuchen kommst, Horna, doch hast Du da im Moment überhaupt Zeit für?“, fragte Puki, und ihre
Stimme klang in einer Mischung aus Freude und Besorgnis, wobei dann letztlich doch die Freude überwog, denn der alte Horna würde seine Arbeit nie im Stich lassen, außer es wäre was ganz außergewöhnliches passiert.
„Nun“, grinste Horna zurück, „die Arbeit laüft. Meine Kobolde sind bestens eingewiesen, alle sind bester Laune, und doch fehlte etwas.
Irgendwie war trotzdem etwas nicht ganz in Ordnung, da mußte ich an Dich denken, und schwupps, bin ich hier.“
„Das verstehe ich nicht. Sind doch alle eingewiesen, und es gibt doch reichlich Ersatz für jede Aufgabe. Und ich habe vorhin ein paar
Kekse probiert, die sind doch lecker!“, staunte Puki.
Jetzt geriet Horna ins Stocken. „Tja, äääähhh, nun ja,....“
Langsam fing puki an, sich unwohl zu fühlen, denn jetzt war sie sich doch nicht mehr sicher, was der Anlaß für Hornas überraschenden Besuch war, und ob es wirklich Grund zur Freude gab.
„Nun rede schon, alter Knollenkopf. Egal, was es ist, ich werde Dir schon nicht den Kopf abreißen. Also, raus mit der Sprache, aber ohne Umwege oder Ausflüchte.“
„Na gut, wenns denn wirklich sein muß, aber irgendwie bereue ich jetzt schon, überhaupt hergekommen zu sein. Jeder hat es mitbekommen und schauten mich mit ganz großen Augen an. Ist eigentlich nichts ungewöhnliches, einen kranken Freund zu besuchen, doch daß ein Troll sich in eine Elfenhütte bewegt, hat doch alle in Erstaunen versetzt. Sollte ich also jetzt nicht das sagen, was ich zu sagen habe, werde ich es wohl nie wieder tun, mich aber für den Rest meines Lebens ärgern, es nicht getan zu haben. Und, auch wenn mir im Moment nahezu übel ist und es mir anschließend noch viel übler gehen könnte, jetzt bin ich schon mal hier, jetzt muß ich es auch sagen, ....“
„Ganz ruhig, Horna, komm mal wieder zu Sinnen, sortiere Deine Worte und laß es endlich raus. Mache es nicht so spannend.“
„Also, Du weißt ich bin eine alte Naschkatze. Ich esse jedes Jahr Unmengen von Plätzchen und habe mich auch dieses Jahr wieder auf meine
Weihnachts-Kakao-Stunde gefreut. Doch als ich die Kekse essen wollte, die aus der frischen Produktion,...“
„HORNA,“! Langsam erhob sich Pukis Stimme etwas, jedoch ohne ihren elfenhaften Klang zu verlieren. „Komm auf den Punkt. Hör auf, hier rumzuerzählen. Nerv nicht, denn wenn ich schon einen Troll in meiner Hütte dulde, sollte der auch ein wenig mehr auf die Hausordnung der Elfen achten, und eines deren Gebote sagt: Jedes Wort zuviel ist eine Sekunde vergeudete Lebenszeit, jedes Wort zuwenig ist nicht mehr als ein Gedanke, der selbst von Elfen nicht zu fassen ist. Also, sag, was Du zu sagen hast, kurz und präzise.“
Ein kurzes, tiefes Durchatmen, und dann preßte es sich langsam über Hornas Lippen: „Die Plätzchen dieses Jahr schmecken mir nicht richtig, allen anderen schon, selbst Dir, aber mir fehlt etwas daran.“
„Das kann doch gar nicht sein.“, entgegnete Puki. „Bevor ich mich hingelegen mußte, hatte ich dem Backautomat doch alle Zutaten eingegeben. Und unser Nikolausi wird wohl auch einen passenden Ersatz gefunden zu haben für den Rest, der den Plätzchen fehlt, aber was kein Automat leisten kann, sonst würden die Kekse wohl kaum so lecker sein. Also, was ist dein Problem? Sei doch froh, daß es dieses Jahr überhaupt Gebäck gibt, und Du auch wieder eine Menge davon naschen darfst. Beschwer Dich nicht, sonst bekomme ich noch ein ganz schlechtes Gewissen, daß ich hier im Bett liegen muß und das ist auch schon so schwer genug.“
„Holla, holla, Puki. Du hast gefragt, und ich habŽs gesagt. Ich will mich gar nicht offiziell beschweren, denn ich weiß, daß die Kekse gut sind, aber Dir wollte ich sagen, daß mir halt keine Kekse so lecker schmecken wie die, wo die letzte Zutat von Puki beigegeben worden ist. Und ich wollte nachschauen, wieŽs Dir geht so alleine in Deiner Hütte so kurz vor Weihnachten. Und hoffen, daß Du doch noch rechtzeitig auf die Beine kommst, damit ich schnell wieder Puki-Kekse naschen kann. Und ich habe Dir was mitgebracht. SO,DA!“
Mit diesen Worten griff er in seine Tasche und holte eine blaue Rose hervor.
Nie zuvor hatte Puki eine blaue Rose gesehen und war ganz fasziniert von der Schönheit und dem Duft.
„Wo hast Du diese Blume her, Horna?“, fragte sie. Ihre Stimme klang plötzlich wieder viel freundlicher.
„Ist das denn wichtig? Ich habe lange nach einer Rose gesucht, die all meine Gedanken dir gegenüber zum Ausdruck bringen kann, und als ich sie gefunden hatte, merkte ich, daß es noch gar nicht ausreicht, daß es bloß eine Blume ist. Deswegen ließ ich sie nach einem alten Ritual einfärben, dessen Geheimnis nur uns Trollen bekannt ist, aber jetzt ist es eine Puki-Rose.“
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