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geschrieben am: 08.06.2001 um 00:14 Uhr
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Als Horna die Rose überreichte, fing diese plötzlich an, einen warmen Schimmer abzugeben, so wie ein Glühwürmchen in stockfinsterer Nacht, eigentlich kaum bemerkbar, doch in der Dunkelheit für jeden zu erkennen.
Und dieser Schimmer reichte aus, daß Puki sich plötzlich wieder pudelwohl fühlte und wohl nun doch noch Plätzchen backen würde.
„Danke, Horna“, lächelte sie dem nun wieder etwas weniger grantig dreinblickenden Troll entgegen. „Aber, warum hast Du das getan? Du weißt, daß Elfen und Trolle keine lange enge Bekanntschaft zueinander pflegen dürfen. Alle anderen waren mit den Keksen zufrieden. Was also hat Dich dazu bewogen, mir diese Rose zu bringen. Ich weiß, ihr Trolle macht nie etwas uneigennützig, also, was verlangst Du von mir?
Sage es, aber bitte, verlange nichts, was ich ohnehin nicht geben kann, denn ich möchte Dir gerne auch was zurückgeben und es würde mein frisch gesundetes Herz brechen, müßte ich Deinen Wunsch ablehnen müssen.“
Sehr verdutzt blickte Horna drein. „Wadden, glaubst Du ehrlich, ich würde von Dir etwas haben wollen, daß Du gar nicht von Dir aus zu geben bereit wärst? Meinst Du, an solchen Gaben könne ich echte Freude haben? Was ich wollte, habe ich getan. Du lächelst wieder und kannst wieder backen. Ich werde also jetzt wieder Kekse essen können, und nicht bloß essen, sondern genießen. Das einzige, was ich von Dir möchte, ist, daß Du mir ein paar Kekse gibst. Und da Du ohnehin jetzt wieder Chafoberbäckerin bist, sollten auch ein paar Plätzchen für mich übrig sein. Nicht so wie letztes Jahr, als Du erst alle Elfenfreunde mit Deinen Köstlichkeiten versorgt hast, und ich erst in den Genuß kommen durfte, als Weihnachten schon fast wieder vorbei war. Stimmt, wir sind nicht uneigennützig, doch was ich von Dir gerne hätte, ist im Prinzip so gut wie nichts. Und doch ist es für mich sehr viel. Denn ich nasche sehr gerne, und auch, wenn es im Moment jemanden gibt, der für mich backt, so fehlt den Plätzchen doch immer die Brise Puki und dann schmecken sie nicht mehr ganz so gut.“
„Jetzt gehe ich zurück an mein Tagwerk, denn es sind noch einige Geschenke zu bearbeiten. Und ich werde ständig den Geruch frisch von frisch Gebackenem in der Nase haben. Und jeden Tag auf meinen Platz schauen, ob da ein Puki-Keks liegt oder mal wieder nicht. Dann werde ich ganz kurz mich ärgern und mir wieder anderes Backwerk naschen. Oder hungern.“
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