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geschrieben am: 17.05.2003 um 01:50 Uhr
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fratzi, Gewitter SIND zerstörerisch!
Gewitter
Schon die Nacht ist drückend heiss.
Im Bette lieg` ich, unbedeckt,
der Körper klebt, ist voller Schweiss.
Kein Lüftchen, das mich labend leckt.
Mal Augen zu, mal sind sie offen.
Den Schlaf hab` ich noch nicht erblickt.
In meiner Qual bleibt nur das Hoffen,
dass nicht noch eine Mücke zwickt.
Schon grinst der Tag, es kräht ein Hahn,
da kommt der Schlaf, den ich gesucht.
Doch kurz die Ruhe, kurz der Wahn:
Der Wecker schrillt, es wird geflucht.
Aufrappeln! Ächz! Die Glieder bleiern
stell` mich in kalten Wasserstrahl.
Dann gibt`s Kaffee mit harten Eiern.
Ich fühl` mich wie am Marterpfahl.
Nun ins Büro zu den Kollegen.
Mir scheint, die sind nicht besser dran.
Wenn einer heut` sich will bewegen,
wird er mit Blicken abgetan.
Die Fenster sind weit aufgerissen,
man hofft auf einen kühlen Wind.
Ob wir, so will der Boss gern wissen,
denn alle heut` bedeppert sind?
Der Mittag naht, mir brummt der Schädel.
Kein Hunger und kein Appetit.
Die Büromaus, das süsse Mädel,
bringt mir ein paar Bananen mit.
Die wünsche sie, mit mir zu speisen,
doch bin ich taub auf diesem Ohr.
Ich bitte sie, doch zu verreisen.
Sie grinst, mir fehle der Humor.
Der Nachmittag will nur noch schlimmern.
Die Luft steht starr in Sonnenglut.
Mein Augenlicht beginnt zu flimmern
und mir scheint, mir stockt das Blut.
Endlich säuseln matte Winde,
und Wolken zieh`n am Firmament.
Feucht prickelt es auf meiner Rinde.
Der Schweiss rinnt nicht mehr permanent.
Ringsum scheint die Natur zu lauschen,
alles hält den Atem an.
Dann kommt ein unheimliches Rauschen.
Alles läuft nach höherem Plan.
Dunkel wird`s von Wolkenmassen,
geschichtet, wie von Geisterhand.
Im dumpfen Donnergrollen prassen
die ersten Tropfen in den Sand.
Dann plötzlich, wie von Feuerdrachen,
gespien aus dem Höllenschlund,
der erste Blitz, mit lautem Krachen,
fährt in den nassen Untergrund.
Ihm folgen tausend Feuerspeere,
als wär`s ein böser Zauberfluch.
Die Wiese wandelt sich zum Meere
vom tollgeword`nen Wolkenbruch.
Doch plötzlich, wie er ist gekommen,
hört auch der Regen wieder auf
und ich schaue ganz benommen
zum wieder helleren Himmel auf.
Noch ein paar müde Blitze zucken
hie und da am Wolkenrand.
Die ersten Sonnenstrahlen gucken.
Ich seh` ein Regenbogenband.
Nur noch ein leises Donnerrollen
grollt in der klaren Sommerluft.
Die ersten Nachbarskinder tollen
und freuen sich am Regenduft.
Sogar mein Chef, der alte Drachen,
der doch sonst nur in Zahlen spricht,
entlässt ein kleines Meckerlachen
und zeigt sein anderes Gesicht.
Die Büromaus streckt ihre Beine,
schaut aus dem Fenster, ganz verzückt,
derweilen sie die letzte eine
Banane in das Mündchen drückt.
Ich will noch staunen, lass` mich treiben,
geniess` das warme Sonnenlicht.
Dann sitz` ich hin, beginn` zu schreiben.
Na was denn wohl, als dies Gedicht?
Georg Segessenmann
Der nightrose einen lieben Gruß da lässt und sie
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