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Zerstörung

Nutzer: Lee_Shaolung
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geschrieben am: 15.06.2001    um 13:26 Uhr   
Zerstörung

Wenn ich so die Zeitung durchlese, sehe ich überall Bilder von zertrümmerten Häusern, zerquetschten Autos und Menschen, die in Bandagen und Gips, auf Krankenbetten liegen. Manchmal findet sich auch ein Artikel über Umweltverschmutzung.
Alles Bilder der Zerstörung... und dann höre auch noch die Leute darüber reden...“Hast du das auch schon gelesen... das mit dem 20-jährigen auf der Autobahn.... schrecklich... und wie das Auto ausgesehen hat...“
Zerstörung gibt es überall. Ein kaputter Gegenstand, eine verendete Pflanze, ein totes Tier oder gar ein toter Mensch...das sind Beweise für die Zerstörung. Beweise, die wir sehen und anfassen können...
Aber ist das, das einzige was es an Vernichtung in unserer Welt gibt?
Niemals!
Es gibt noch etwas anderes, das wir weder sehen noch anfassen können... und zwar das, das unsere Seele zerstört.
Aber die meisten sind sich nicht dessen bewußt, was sie, allein mit Worten und einfachen Gesten, kaputt machen können. Selbst tatenloses Zusehen kann enge Freundschaften zerstören. Und wenn schon „nichts tun“ so etwas anrichten kann, was kann es dann bewirken , wenn eine Mutter ihrer 16-jährigen Tochter, aus Zorn unter die Nase reibt, dass sie ein Betriebsunfall sei?
Könnt ihr euch vorstellen wie das ist?
Was alles zu Grunde geht, wegen diesem einzigen Satz?
Wenn man plötzlich den eigentlichen Grund erfährt, warum man 2 Väter hat?
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich weiß wie es ist, weil mir genau das widerfahren ist.

Sicher. Es gibt eine Zeit in der jedes Kind meint: „So wie die tun, haben sie mich eh bloß adoptiert oder wollten mich gar nicht!“.
Aber wie groß der Unterschied von Denken und Wissen ist, wird einem immer ziemlich schmerzhaft deutlich gemacht. Es tut mir auch heute noch weh, wenn ich mich an ihre Worte erinnere. Und es erinnert mich oft daran, wenn ich sehe wie glücklich meine Eltern sind, wenn sie meinen kleinen Halbbruder in die Arme nehmen. In jenen Augenblicken freue ich mich manchmal, dass mein Bruder niemals solche Worte zu hören bekommen wird wie ich. Dessen bin ich mir sicher.
Denn meine Mutter hätte auf natürlichem Wege keine Kinder mehr bekommen können. Mein Halbbruder ist also ein „Reagenzglas-Baby“. Meine Eltern müssten meinen Halbbruder anlügen wenn sie ihm sagen würden, dass sie ihn nicht gewollt haben.
Aber es wäre ja nicht das erste mal, dass sie lügen...

Ich finde Eltern sollten ihren Kindern so etwas wie den „Betriebsunfall“ nicht sagen. Das Kind wird nur im „Keiner-hat-mich-lieb“-Glauben bestärkt und erhält zudem noch einen „Beweis“ dass die Eltern einen gar nicht wollten.
Diese Erfahrung war alles andere als leicht für mich, aber wie ich im Laufe der Zeit merken sollte, ist das Schlimmste von allem Gleichgültigkeit... egal in welchem Zusammenhang. Gleichgültigkeit nach dem Motto: „Is mir doch egal... egal was du denkst, fühlst, glaubst oder dir gar wünschst.“ Oder gar so was wie „Du kannst ruhig deine Meinung sagen, aber erwarte nicht, dass ich alles mitkriege was du so daher schwafelst.“

Ich hoffe inständig, dass ich niemals so werde wie die Menschen die solche Dinge zu einander sagen oder auch nur denken. Ich möchte für meine Freude da sein, wenn sie mich brauchen und wenn ich einmal Kinder habe, möchte ich nicht, dass sie so über mich denken, wie ich über meine Mutter denke.
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich vielleicht auch Angst davor eine Familie zu gründen. Ich denke dabei an das was ich selbst erlebt und gesehen habe und wenn ich ehrlich bin kenne ich meine Eltern gar nicht. Genauso wenig wie sie mich kennen.

Aber was heißt es jemanden zu kennen? Heißt es nicht denjenigen verstehen, akzeptieren, respektieren, ein wenig über seine Vorlieben Bescheid zu wissen und denjenigen vielleicht auch gern zu haben oder gar zu lieben?
Und sind es nicht gerade Liebe und Verständnis, die uns manchmal unseren Schmerz über die Zerstörung unseres Selbst vergessen lassen?
Liegt es nicht an jedem selbst darauf Rücksicht zu nehmen, was man mit einfachen Dingen ausrichten kann?
Ich sage, dass jeder für sich entscheiden sollte, wie man anderen gegenübersteht.
Wenn ihr mich fragt, wie ICH anderen gegenübertrete, dann würde ich sagen: „So wie ich bin!“
Es heißt: „So wie man in den Wald hinein ruft, so kommt es auch wieder zurück.“
Deswegen sollte man Mitmenschen so behandeln wie man selbst behandelt werden möchte...
Und wer will nicht mit Respekt behandelt werden? Wer will nicht, dass man freundlich, offen und ehrlich zu ihm ist?
Jeder will gut behandelt werden. Aber hier stellt sich die Frage: „Warum tut man es nicht?“
Und hier frage ich nun euch, jeden für sich... Warum werden Menschen mißhandelt, mißbraucht und ermordet?
Warum sind manche Menschen nicht dazu in der Lage ihrem Herzen zu folgen?
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Nutzer: Dilemma
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geschrieben am: 16.06.2001    um 12:34 Uhr   
*sieht traurig zu lee und umarmt sie* Du weisst gar nicht, wieviel von dem, was du erzählst, auch mir widerfahren ist. Auch meine Eltern sagten das zu mir und zerstörten damit einiges. Aber nicht alles. Ich liebe sie trotzdem, denn auch wenn sie mir das sagten, geben sie mir Liebe. Darum weiß ich, dass ein "Betriebsunfall" nicht bedeuten muss, dass man das eigene Kind hasst und am liebsten verstoßen möchte.
*reicht ihr eine blume...kann ihre gefühle aber leider kaum in worte kleiden...*
Di
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Nutzer: Lee_Shaolung
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geschrieben am: 16.06.2001    um 23:31 Uhr   
*erwiedert das traurige lächeln*...
aye dilemma... ich hab meine eltern auch lieb... sie.. naja... "akzeptieren" dass ich da bin... aber sie bringen ihren unmut mir gegenüber recht oft und deutlich zum ausdruck... es tut weh... aber mit der zeit...

...gewöhnt man sich dran....

Lee
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Nutzer: Tiger-Lee
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geschrieben am: 16.06.2001    um 23:46 Uhr   
Hmm, das kenn ich nur allzu gut. Aber meine geschätzten Eltern akzeptieren nich ma meine Seele...
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Nutzer: Lee_Shaolung
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geschrieben am: 17.06.2001    um 00:01 Uhr   
*lächelt schwach*...

ich meinte dass sie meine anwesenheit "akzeptieren"...wenn man das so nennen kann... ich bin kurzerhand der sündenbock für alles... mein job in der familie... ansonsten hab ich eh nix zu melden...
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Nutzer: Tiger-Lee
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geschrieben am: 17.06.2001    um 00:09 Uhr   
Heyyyyy, willkommen im Club...
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Nutzer: Lee_Shaolung
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geschrieben am: 20.06.2001    um 21:16 Uhr   
(mit dieser Rede kam ich am 19. 06. 2001 beim Bundes-Jugend-Redewettbewerb in Österreich auf den 4. Platz)
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Nutzer: uweHH
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geschrieben am: 21.06.2001    um 21:34 Uhr   
Für Lee von mir

Jedes neugeborene Kind
bringt die Botschaft,
dass Gott
seinen Glauben an die Menschheit
nicht verloren hat.
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Nutzer: Lee_Shaolung
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geschrieben am: 21.06.2001    um 22:18 Uhr   
von Lee für uweHH

ich habe meinen glauben schon verloren, bevor ich ihn hatte.
ich glaube nicht an gott, sondern an das gleichgewicht der gegensätze --> an das TAO...
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