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Das Ende meines Glaubens

Nutzer: Necromance
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geschrieben am: 16.06.2001    um 16:53 Uhr   
Teil Eins:

Wie schon so oft habe ich festgestellt, dass das Leben nicht lohnt - oder besser gesagt, dass mein Leben nicht lohnt. Denn all das, von dem man mir sagte, es würde das Leben lebenswert machen, ist eine Lüge.
Und wenn diese eben nicht wahr sind, dann hat das Leben erst recht keinen Sinn mehr.

Wo ist die Liebe, von der soviel geredet wird? Existiert diese? Ist sie lediglich nur ein Gefühl oder etwas wirklich greifbares. Ich dachte, dass der Gott, der diese Welt geschaffen hat, der mir seine Liebe in einer Zeit bewies, in der ich nicht existierte.
Was ist aus dieser Liebe geworden ,von der er so viel spricht? Sie ist erkaltetet. Lediglich leere Worte in einem dicken Buch, das die ganze Wahrheit enthält. Eine Wahrheit, die doch nur Lüge ist. Wahrheit- was ist das überhaupt.

Ist diese Liebe nur ein Gefühl? - Ich spüre sie nicht. So sehr ich auch in mich hineinhorche da ist lediglich Leere, Einsamkeit, Worte der Liebe, die in der Unendlichkeit des Hasses echolos verhallen. Du sagst, dass Du Deine unendliche Liebe doch bereits bewiesen hast, indem Du Deinen Sohn sterben liest. Ich wollte dies nicht. Ich hätte es auch damals nicht gewollt. Es zeugt nicht von Liebe, sondern von Grausamkeit, einem göttlichen Hass Deinem Gegner gegenüber, der Dich sogar dazu befähigte Deinen eigenen Sohn, hinzurichten. Du willst mir weismachen, dass Du es für mich getan hättest? Es gab keine andere Möglichkeit? Bist Du nicht der Schöpfer, der alleinige Herrscher des Universums, der Anfang und das Ende? Nun, wenn das der Wahrheit entspricht, dann gab es eine andere Möglichkeit.
Ist Liebe einfach nur Willenssache? Nun, ich wollte, ich liebte Dich mit allem, was ich besaß, mit allem was du mir gegeben hattest. Alles, ausnahmslos alles weihte ich Dir. Doch Du stießest mich von Dir. Ich wollte leben, wollte für Dich und mit Dir leben, weil ich dachte, dass Deine Liebe, die Du anderen schenkst, auch für mich gelten würde.
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Nutzer: Necromance
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geschrieben am: 16.06.2001    um 16:54 Uhr   
Teil Zwei:

Ich wollte Liebe, doch ich bekam Deinen Hass, ohne das Du mir den Grund dafür nanntest- Du zeigtest mir, dass ich zu denen gehöre, die Deiner Liebe nicht würdig sind. Die dazu auserkoren sind, nicht für Dich sondern gegen Dich zu kämpfen. Aber ich werde nicht gegen Dich kämpfen, eher werde ich diesen Kampfplatz verlassen, als das ich das Schwert gegen Dich erhebe.
Du liessest mich fallen, nicht um mich aufzufangen, sondern um, als ich bewegungslos am Boden lag, weiter auf mich einzuschlagen.
Du schlugst mich, indem Du mich die Einsamkeit lehrtest- ich suchte vergebens die Geselligkeit.
Du schlugst mich, indem Du mich nicht sterben liest, als ich es wollte - ich lebe seit dem den Tod.
Du schlugst mich, indem Du mich lehrtest, dass Treue nicht möglich ist- ich bewies Dir trotzdem meine Treue zu Dir..
Du schlugst mich, indem Du mir zeigtest, dass es unmöglich ist mich zu lieben- ich liebte Dich trotzdem.
Du schlugst mich, indem Du mir den einzigen Menschen nahmst, der dazu in der Lage war, mich zu lieben- ich dachte, ich käme allein mit Deiner Liebe aus, aber sie war nicht da.
Ich streckt Dir meine Hand entgegen, in dem Glauben, Du würdest diese ergreifen, aber Du schlugst sie zur Seite.
Ich suchte - aber ich fand nicht. Und das was ich glaubte, gefunden zu haben, war nur eine Lüge.
Ich fragte - aber ich erhielt keine Antwort. Stille, Schweigen... so als wärest Du nicht da, aber ich spüre Deinen Atem.

Du sagst Deine Liebe wäre in Deinen Kindern, in Deinen Dienern, oder sollte ich besser sagen Deinen Sklaven? Denn sie kennen keine Liebe. Wohl sprechen Sie schöne Worte, gute Worte, wohlklingende Worte, Worte der Liebe... doch sie leben den Hass. So pur und so rein, wie er in der „Welt“ nicht zu finden ist. Ist das die Wahrheit?!? Das Du die Menschen dafür hasst, dass Sie damals der Lüge geglaubt haben? Eine Lüge, die du zugelassen und provoziert hast.
Wenn Du der Ursprung der reinen Wahrheit und Liebe bist, wer ist dann der Ursprung der Lüge und des Hasses. Dein Feind Satan, Luzifer.?!? Ist er nicht nur eine Schöpfung, ein von Dir in Deiner unendlichen Macht erdachtes Wesen? Also kann er nicht der Ursprung des „Bösen“ sein, dann ist auch dieses von Dir erschaffen Oder war es einfach immer schon da, das Gute und das Böse mit Dir zusammen? Dann bist du beides in einem?
Was ist Lüge, was ist Wahrheit.

Was ist das für ein Leben....
...wenn ich abend für abend dagegen ankämpfe von einem der Messer in der Küche Gebrauch zu machen, nur weil es von mir geliebte Menschen nicht verkraften würden?
Wie lange verkrafte ich das Leben. Wie lange noch? Es ist nur eine Frage der Zeit.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Aber was ist, wenn die Wunden nicht heilen können, weil die alten immer wieder neu aufgerissen werden, wenn immer wieder neue hinzugefügt werden? Fügst Du den Menschen extra Wunden zu, damit Du dann bei Gelegenheit als der große Heiler auftreten kannst? Dann hast Du bei mir wohl den Überblick verloren. Denn Du hast mir zuviel zugemutet.

Du sagst, Du legst zwar Lasten auf, aber Du hilfst auch, sie zu tragen. Nun, ich bin unter Deiner Last zusammengebrochen. Ich habe versucht aufzustehen, aber statt Deiner Hilfe spürte ich wie Du die Last verdoppelt, verdreifacht hast... Es ist zu schwer... siehst Du nicht, wie ich von Deiner Last zerquetscht werde... siehst Du es nicht, oder WILLST Du es nicht sehen.

Du sagst, dass in der letzten zeit die Liebe unter Deinen Kindern erkalten wird. Nun, damit komme ich gut klar... aber ich wusste nicht, dass Du damit auch Deine Liebe gemeint hast. Es ist kalt in der „Welt“, es ist kalt in deinem „Reich“, ich spüre nur Kälte, und ich ertrage es nicht. Ich bin nicht stark genug um dieser Kälte stand zu halten.. ich erfriere, langsam... ich versuche dagegen anzukämpfen... mich zu wärmen... versuche andere zu wärmen... aber es bringt nichts, die Kälte ist zu stark.. sie färbt meine Lippen blau... sie durchdringt meine Haut, nimmt von meinen Gliedern Besitz, bringt diese zum zittern... frisst sich weiter.. immer weiter hinein... und dann, langsam aber sicher, fängt mein Körper an abzusterben.
Ich sterbe... und keiner merkt es. Sie schauen zu... finden es belustigend... wenden sich ab... rufen aufmunternde Worte zu... oder gehen vorbei... einfach weiter. Und inmitten der Schaulustigen sehe ich Dich, Du schaust zu... schweigst... und ich sehe ein Lächeln auf Deinem Gesicht. Was will mir diese Lächeln sagen... ist es belustigend, schadenfroh, ironisch, mitleidig...?? Und dann drehst Du Dich um und gehst weiter... einfach weiter, bis du meinem Blickfeld entschwindest.
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Nutzer: Alona
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geschrieben am: 17.06.2001    um 15:13 Uhr   
Hallo!
Ich denke er lächelt, weil er weiß dass du es schaffen wirst, denn er kann es bestimmen, oder nicht?
Er weiß dass du danach stärker sein wirst als zuvor. Du denkst du bist am Ende, doch wenn du es dann schaffst, kannst du stolz auf dich sein.
Es gibt da eine Geschichte:
Ein Mann sieht auf sein Leben zurück, als wäre es ein Strand, er sieht seine Fußspuren, die er hinterlassen hat.
Neben ihm steht Gott. An den meisten Stellen sind zwei Spuren nebeneinander, Gott hat ihn begleitet, doch teile zeigen nur eine Spur.
Der Mann dreht sich zu Gott und sagt:
Ich dachte du sagtest du wärst immer bei mir, warum hast du mich dann gerade in den schwierigsten Zeiten alleine gelassen?
Gott antwortet, ich habe dich damals nicht alleine gelassen, ich habe dich getragen.
Und: Wenn es hass gibt, dann muss doch auch die Liebe existieren.
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