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geschrieben am: 18.06.2001 um 21:46 Uhr
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GEFUNDEN
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt` es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub`s mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ich`s
Am hübschen Haus.
Und pflanzt` es wieder
Am stillen Ort,
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
(Johann Wolfgang von Goethe) |
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geschrieben am: 18.06.2001 um 22:56 Uhr
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Ein grünes Blatt
Ein grünes Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf daß es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.
(Theodor Strom) |
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geschrieben am: 19.06.2001 um 06:55 Uhr
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GUTGEMEINTE BEMÜHUNGEN
Ein Mann kehrt heim zur Winterzeit,
Ihn fror,auch war kein Mahl bereit,
Die Asche kalt auf seinem Herd,
Doch wie er stochernd um sie kehrt,
Da glimmt ein Fünkchen schwach und klein,
Verborgen wie des Glühwurms Schein.
Der Mann fährt hoch vor Freuden auf,
Türmt drüber Holz in hohem Hauf
Und kniet und bläst soviel er kann,
Ob ers vermag zu fachen an,
Und fährt so fort mit Windes Rasen,
Bis er das Fünkchen - ausgeblasen.
Willst du Verglommnes neu beleben,
Muß sich dein Eifer Weile geben.
(Franz Grillparzer) |
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geschrieben am: 20.06.2001 um 23:02 Uhr
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Der Abend
Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewusst,
Alte Zeiten, linde Trauer,
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.
(Joseph Freiherr von Eichendorff)
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