| "Autor" |
O Nacht-: |
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geschrieben am: 18.06.2001 um 23:25 Uhr
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O Nacht! Ich nahm schon Kokain,
und Blutverteilung ist im Gange,
das Haar wird grau, die Jahre fliehn,
ich muß, ich muß im Überschwange
noch einmal vorm Vergängnis blühn.
O Nacht! Ich will ja nicht so viel,
ein kleines Stück Zusammenballung,
ein Abendnebel, eine Wallung
von Raumverdrang, von Ichgefühl.
Tatstkörperchen, Rotzellensaum,
ein Hin und Her mit Gerüchen,
zerfetzt von Worte-Wolkenbrüchen-:
zu tief im hirn, zu schmal im Traum.
Die Steine flügeln an die Erde,
nach kleinen Schatten schnappt der Fisch,
nur tückisch durch das Ding-Gewerde
taumelt der Schädel-Flederwisch.
O Nacht! Ich mag dich kaum bemühn!
Ein kleines Stück nur, eine Spange
von Ichgefühl - un Überschwange
noch einmal vorm Verhängnis blühn!
O Nacht, o leih mir Stirn und Haar,
verfließ dich um das Tag - verblühte;
sei, die mich aus der Nervenmythe
zu Kelch und Krone heimgebar.
O still! Ich spüre kleines Rammeln:
Es sternt mich an - es ist kein Spott-:
Gesicht,ich: mich, einsamen Gott,
sich groß um einen Donner sammeln.
Gottfried Benn...weil ich -ihn- liebe...
Geändert am 18.06.2001 um 23:31 Uhr von Thea666 |
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