| "Autor" |
Einmal noch den Abend halten |
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geschrieben am: 22.06.2001 um 21:59 Uhr
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Einmal noch den Abend halten
Einmal noch den Abend halten
Im versinkenden Gefühl!
Der Gestalten, der Gewalten
Sind zu viel.
Sie umbrausen den verwegnen Leuchter,
Der die Nacht erhellt.
Fiebriger und feuchter
Glänzt das Angesicht der Welt.
Erste Sterne, erste Tropfen regnen,
Immer süßer singt das Blatt am Baum.
Und die brüderlichen Blitze segnen
Blau wie Veilchen den erwachten Traum.
Klabund |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.06.2001 um 22:42 Uhr
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Als Gott der Herr auf Erden ging,
Da freute sich ein jedes Ding;
Ein jedes Ding,ob groß,ob klein,
Es wollte doch gesegnet sein.
Die Kreatur in ihrer Not,
Der Mensch in Kümmernis und Tod,
Der breite Strom,das weite Land,
Sie fühlten Gottes Gnadenhand.
Es hört der Frosch zu quaken auf,
Der Hund hält inn in seinem Lauf,
Der Regen hätt geregnet nicht,
Bevor ihn Gott gesegnet nicht.
Der hohe Turm verneigte sich,
Die Antilope zeigte sich.
Und Efeulaub und Wiesengrün
Erkannten und lobpriesen ihn.
Von aller Art der Mensch allein
Geriet in Schand und Sündenpein.
Hätt er nicht Gott so oft verkannt,
Er ging noch heute durch das Land.
Hätt er nicht Gott so oft gesteint,
Wir wären noch mit ihm vereint.
Die Erde wär das Himmelreich
Und jeder Mensch ein Engel gleich.
(Klabund,alias Alfred Henschke 1890-1928) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.06.2001 um 12:21 Uhr
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| Da hat der Herr Henschke wohl garnicht mal so unrecht... |
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