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Der kleine Weg zum Frieden |
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geschrieben am: 25.06.2001 um 15:50 Uhr
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von Bert Losse
Eines Tages beschlossen drei, die sich mehr Gedanken als andere machten, die Welt zu verbessern.
Der erste ging zu den Voelkern im Osten und Westen, sprach auf Versammlungen und grossen Plaetzen ueber Frieden und Verstaendigung. Und siehe da: Die Voelker im Osten spendeten Beifall, und die Voelker um Westen spendeten Beifall - die einen so laut wie die anderen.
Doch eine Woche spaeter kam ein Fremder zu den Voelkern in Osten und Westen und sprach auf Versammlungen und grossen Plaetzen von Bedrohung und von Pflichten gegenueber dem Vaterland. Und siehe da: Die Voelker im Osten spendeten Beifall und die Voelker im Westen spendeten Beifall - die einen so laut wie die anderen.
Der zweite sammelte Geld. In allen grossen und kleinen Staedten sammelte er wochenlang, monatelang, jahrelang - bis er einen riesigen Betrag zusammen hatte, den er zu verschenken gedachte. Und er teilte auf: Ein Viertel fuer die Kirche; ein Viertel fuer ein Land, das Hunger litt; ein Viertel fuer die kranke Frau, die er im Treppenhaus getroffen hatte; ein Viertel fuer Menschen, die Baeume, Wiesen und Tiere zu schuetzen versuchten.
Die Kirche freute sich ueber das Geld und bekehrte damit Unglaeubige. Das Land, das Hunger litt, freute sich ueber das Geld, besonders sein Praesident, und ganz besonders dessen Frau. Die kranke Frau im Treppenhaus freute sich auch ueber das Geld und konnte endlich die teure Behandlung bezahlen. Leider war es schon zu spaet. Und die Menschen, die Baeume, Wiesen und Tiere zu schuetzen versuchten, freuten sich ebenfalls ueber das Geld. Sie konnten damit Millionen von Papieren bedrucken und verteilen, in denen sie alle Buerger des Landes aufforderten, Baeume, Wiesen und Tiere zu schuetzen. "Recht haben sie, diese Leute", meinte jemand, verwoehnte seinen Dackel und maehte den Rasen.
Der dritte ging in einen nahen Park und setzte sich dort auf eine Bank.
"He, du?" sagte ein kleiner Mensch von fuenf Jahren und kletterte neben ihn.
"Guten Tag", sagte der dritte.
"Das ist meine Bank!" sagte der kleine Mensch.
"Hmm", sagte der dritte und kramte verlegen in seinen Hosentaschen. Zwei vergammelte Bonbons kamen zum Vorschein. "Kannst ja eins haben."
"Joooh."
Der dritte und der kleine Mensch betrachteten angestrengt ihre Schuhe.
Der kleine Mensch malte mit seinen Zehen Kreise in die Luft: "Kannst auch ein Stueck von meiner Bank haben."
Schweigend sassen sie dann lage Zeit nebeneinander und lutschten leise an ihren Bonbons herum.
zwinkernde Gruesse....ich hab sie vorhin gelesen und fand sie wirklich gut :) Geändert am 25.06.2001 um 15:55 Uhr von Dalia |
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