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Beim Hufschlag der Nacht |
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geschrieben am: 28.06.2001 um 22:33 Uhr
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Beim Hufschlag der Nacht
Beim Hufschlag der Nacht, des schwarzen
Hengstes vorm Tor,
zittert mein Herz noch wie einst und reicht mir
den Sattel im Flug,
rot wie das Halfter, das Diomedes mir lieh.
Gewaltig sprengt der Wind mir auf dunkler Straße
voran
und teilt das schwarze Gelock der schlafenden
Bäume,
daß die vom Mondlicht nassen Früchte
erschrocken auf Schulter und Schwert springen,
und ich schleudre
die Peitsche auf einen erloschenen Stern.
Nur einmal verhalt ich im Schritt, deine treulosen
Lippen zu
küssen, schon fängt sich dein Haar in den Zügeln,
und dein Schuh schleift im Staub.
Und ich hör deinen Atem noch
und das Wort, mit dem du mich schlugst.
Ingeborg Bachmann |
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