| "Autor" |
So |
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 20:34 Uhr
|
|
So
Auf der rechten Seite
so liegen dass
die Knie das Kinn
fast berühren. Sich den
Rücken frei halten für einen
nicht zu weichen
schmiegsamen Bauch.
Beine auch die mit meinen
scharf in die Kurve gehn
zwanzigfach Zeh'n
ganz unten. Ums Herz
in der linken Brust eine
Hand die den Schlag spürt
und bleibt im Nacken
ein schlafender Mund Speichelfäden.
Morgens aufwachen.
Immer noch da sein.
So.
(Ulla Hahn)
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:04 Uhr
|
|
MIT HAUT UND HAAR (1981)
Ich zog dich aus der Senke deiner Jahre
und tauchte dich in meinen Sommer ein
ich leckte dir die Hand und Haut und Haare
und schwor dir ewig mein und dein zu sein.
Du wendetest mich um. Du branntest mir dein Zeichen
mit sanftem Feuer in das dünne Fell.
Da ließ ich von mir ab. Und schnell
begann ich vor mir selbst zurückzuweichen
und meinem Schwur. Anfangs blieb noch Erinnern
ein schöner Überrest der nach mir rief.
Da aber war ich schon in deinem Innern
vor mir verborgen. Du verbargst mich tief.
Bis ich ganz in dir aufgegangen war:
da spucktest du mich aus mit Haut und Haar.
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:06 Uhr
|
|
Sommergras
Zwischen weißen Wolkenfischen
schleicht ein Jumbo Jet auf Zehen
spitzen Grillen ihre Ohren
schalten in den hohen Wiesen
Rasenmäher auf Gesang
Nichts und niemand will uns
stören alles jedes uns betören
wenn wirs unter uns
beschwören dass der Himmel
offen steht
(aus: Freudenfeuer) |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:09 Uhr
|
|
Schöne Landschaft
Mitunter tut sich
der Himmel auf
zeigt sein Geheimnis
im Spiegel der Erde
Zeigt uns was
wir noch übrigließen
von der Erde die einmal
sein Ebenbild war.
(Ulla Hahn) |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:44 Uhr
|
|
Bildlich gesprochen ;-)
Wär ich ein Baum ich
wüchse
dir in die hohle Hand
und wärst du das Meer ich
baute
dir weiße Burgen aus
Sand.
Wärst du eine Blume ich
grübe
dich mit allen Wurzeln aus
wär ich ein Feuer ich legte
in sanfte Asche dein Haus.
Wär ich eine Nixe ich
saugte
dich auf den Grund hinab
und wärst du ein Stern ich
knallte
dich vom Himmel ab.
Ulla Hahn
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:47 Uhr
|
|
Willentlich
Was du nicht willst
das will auch ich nicht tun
Wenn du geruhst
dann will ich bei dir ruhn
Was du nicht siehst
das will auch ich nicht sehn
wo du hingehst
da will ich nicht hingehn
Ulla Hahn |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:52 Uhr
|
|
Da isses schon ;-)Nähe
Ich möchte immer nahe bei dir sein
und bin dir doch niemals näher als weit
von dir wenn ich mich nach dir sehne.
Ich leg am Tag um mich ein dunkles Kleid
mich sollen keine fremden Augen sehen.
Wo du nicht bist will ich ein Schatten sein
wie du ein Schatten wirst in meiner Nähe:
seit ich dich liebe bin ich ganz allein. |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 21:59 Uhr
|
|
Oder das hier??? ;-)
Gibt es eine weibliche Ästhetik?
Ich sehe deine Augen
mit den hängenden
Lidern am Kinn
Fettfalten die Stirn
gefurcht deine
dünnen spitzen
Ohren überm fahlen
Haar die
kahle Stelle
am Hinterkopf ich
denke du bist
von allen Männern
der schönste.
(Ulla Hahn)
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 22:05 Uhr
|
|
Oder vielleicht das hier??? ;-)Anständiges Sonett
Komm beiss dich fest ich halte nichts
vom Nippen. Dreimal am Anfang küss
mich wo's gut tut. Miss
mich von Mund zu Mund. Mal angesichts
der Augen mir Ringe um
und lass mich springen unter
der Hand in deine. Zeig mir wie's drunter
geht und drüber. Ich schreie ich bin stumm.
Bleib bei mir. Warte. Ich komm wieder
zu mir zu dir dann auch
"ganz wie ein Kehrreim schöner alter Lieder".
Verreib die Sonnenkringel auf dem Bauch
mir ein und allemal. Die Lider
halt mir offen. Die Lippen auch.
Ulla Hahn |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.07.2001 um 22:16 Uhr
|
|
Und... Zu guter Letzt... Weil ich nu ins Bettchen muss...
ARS POETICA
Danke ich brauche keine neuen
Formen ich stehe auf
festen Versesfüßen und alten
Normen Reimen zu Hauf
zu Papier und zu euren
Ohren bring ich was klingen soll
klingt mir das Lied aus den
Poren rinnen die Zeilen voll
und über und drüber und drunter
und drauf und dran und wohlan und
das hat mit ihrem Singen
die Loreley getan.
(Ulla Hahn) |
|
|
|
|
|
|
Top
|