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Der Tanz des Adlers (teil2)

Nutzer: Don_Elsolora
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geschrieben am: 20.07.2001    um 01:11 Uhr   
(von insgesamt 7 Teilen)
Enrico richtete sich zu meiner Verwunderung auf. Ich wusste nämlich wie kräftig Signore Scanvanere war, denn auch ich wurde schon einmal von ihm verprügelt. Er stand auf und klopfte sich den Staub aus seiner Hose. "Mann," , sagte ich lächelnd, "Bisher hat sich so etwas noch kein Student geleistet. Professor Scanvanere wird dich für den Rest seines Lebens hassen. Ach überrings ich bin Raymond Syscarre.". Ich streckte ihm meine Hand entgegen, diese sah er misstrauisch an. Dies verwunderte mich einwenig, aber es faszinierte mich auch zugleich. Ich wollte hinter sein Geheimnis kommen. "Enrico, Enrico Camically." , sagte er plötzlich. Von seiner Stimme war ich ziemlich überrascht. Sie passte nicht zu ihm. Sie strahlte Leidenschaft und Angst aus, wenn man ihn hörte, wollte man ihn in die Arme nehmen und beschützen. Genau das tat ich auch. Ich schlang meine Arme um ihn und presste ihn gegen meine Brust. Seine Gestalt täuschte, denn obwohl er mager war, war er dennoch kräftig. Ich landete mit einem Satz auf dem Boden, bevor ich wusste wie mir geschah. Nachdem ich mich entsonnen hatte sah ich auf. Vor mir stand die riesige Gestalt Enricos, er sah mich lauernd an und plötzlich sank er neben mir nieder. "Verzeih bitte, aber... .". Ich presste meinen Finger auf seinen Mund und sagte sanft: "Schon gut, ich hätte das nicht tun sollen. Ich müsste mich bei dir entschuldigen.". Enrico sah mir in meine Augen und plötzlich hatte ich so ein seltsames Gefühl. Ich wollte ihn küssen, streicheln und besitzen. Ich wollte seinen Körper auf meinem spüren, seinen Atem auf meiner Haut fühlen und ich wollte meine Nase in seinem Geruch sonnen. Enrico schien meine Gedanken gelesen zu haben oder es lag daran das ich angefangen hatte zu zittern, denn urplötzlich stand er auf und ging. Ich saß noch lange auf dem Boden und starrte zur Tür. Was war das nur für ein seltsames Gefühl gewesen ? Diese Augen, dieser Mund, dieser unbändige Hass. Irgendwann wurde es mir zu kalt und auch ich ging. Doch ich ging nicht in den Unterricht, nein es zog mich in den Park. Dort ging ich zwischen Rosen und Veilchen, sah zum Himmel empor und beobachtete den Flug der Vögel. Ich lauschte dem Rauschen des Baches in der Nähe und den lustigen Gesprächen der Spatzen. Ich schloss meine Augen und sog den Duft der Umgebung ein. Plötzlich stieß ich gegen irgendetwas und fiel. Ich öffnete die Augen und überlegte was geschehen war. Da ertönte eine Stimme: "Sag mal kannst du nicht aufpassen wo du... ?". Ich sah in das überraschte und wütende Gesicht von Enrico. Dieser schluckte und stieß mich von sich. Ich stand auf und streckte ihm meine Hand entgegen und sagte: "Entschuldige bitte. Aber sag mal was machst du eigentlich hier, müsstest du nicht im Unterricht sein ?". Enrico sah mich verwundet an, dann stand er auf ohne meiner Hilfeleistung auch nur eine geringe Beachtung zuschenken und meinte grob: "Das geht dich gar nichts an ! Und außerdem bist du ja auch nicht im Unterricht, oder ?". Jetzt sah ich ihn verwundert an. Verdammt, er hatte recht. Stöhnend drehte ich mich um und ging. Am Ende des Tages setzte ich mich auf mein Bett und grübelte, darüber muss ich wohl eingeschlafen sein. Ich schwebte zwischen der Grenze der Realität und des Traumes, als ich plötzlich von einem krachenden Geräusch geweckt wurde. Unwillkürlich öffnete ich die Augen und schrie auf. Über mich beugte sich ein Gesicht und sah mich an. Ich sprang auf, dabei schlugen unsere Köpfe gegen einander, ich sank auf mein Bett zurück und rieb mir die schmerzende Stelle. Erst jetzt vernahm ich das boshafte Fluchen vom Boden. Ich sah hinunter und schrie abermals auf. Dort saß Enrico und schimpfte wie ein Rohrspatz. "Begrüßt man so einen Zimmergenossen ?", fragte er bitter und erhob sich. Ich wusste nicht, ob ich mich freuen oder fluchen sollte. Einerseits war es mir angenehm, dass Enrico nun für immer in meiner Nähe war, aber andererseits war das Zimmer für zwei Menschen zu klein. So saß ich stumm auf meinem Bett und stierte Enrico an. Dieser erwiderte meine Blicke und fragte säuerlich: "Sag, hast du noch nie einen Menschen gesehen oder weshalb starrst du mich wie ein Fabeltier an ?". Ich schwieg. Stöhnend setzte er sich auf eine Liege und stützte den Kopf auf seinen Händen ab. So verbrachten wir die ganze Nacht, schweigend und einander anstarrend.
Geändert am 20.07.2001 um 02:38 Uhr von Don_Elsolora
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Nutzer: Jirka
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Anzahl Nachrichten: 7

geschrieben am: 20.07.2001    um 01:40 Uhr   
das wird ja immer besser. wie gehts denn weiter?
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