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Der Tanz des Adlers (teil3)

Nutzer: Don_Elsolora
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geschrieben am: 20.07.2001    um 01:13 Uhr   
(von insgesamt 7 Teilen)
Die darauf folgenden Nächte verbrachte ich mit einer gewissen Unruhe, immer wieder schreckte ich aus meinen Träumen auf und bemerkte das feuchte Bettlaken. Ich sah auf Enrico, auch diesen Anblick werde ich nie vergessen. Wenn er schlief, sah er so hilflos und klein aus, oft entwichen Tränen aus seinen Augen und er sprach, obwohl anflehen besser ausgedrückt wäre. Dann stahl ich mich aus meinem Bett und setzte mich neben ihn. Meine Hand wanderte über sein weiches leicht gewelltes Haar, das selbst im Schlaf immer gut lag. Ich beugte mich über ihn und küsste seine Wange, die seltsamer Weise eine rosige Färbung angenommen hatte. Ja, wenn Enrico schlief, schien er sich verändert zu haben. Dieser sonst so unantastbare widerständliche und starke Mensch, war nun hilflos, verloren und einsam. Oh wie gerne hätte ich ihn an meine Brust gepresst und ihm all meine Liebe und Wärme gegeben. So saß ich bis zum Morgengrauen wo Enrico erwachte. Dann spürte ich seine strafenden Blicke. Ich fragte mich dann immer, ob er wusste was ich in der Nacht tat. Den Tag über versuchte ich in seiner Nähe zu bleiben, wenn es mir meine Zeit erlaubte, von der ich dank Signore Scanvanere nur sehr wenig hatte. Die anderen Studenten und auch die Professoren verfolgten uns mit ihren Blicken. Enrico ließ das kalt und er schlenderte über die Promenade und durch den Park, ich als ewiger Schatten hinter ihm. Ja, ich liebte es ihn zu beobachten, zu verfolgen und mich dann aus dem Schatten schleichend zu ihm zu begeben. Dann redeten wir eine Weile über alles was uns einfiel. So erfuhr ich das Enrico eigentlich aus Dublin kam und sein Vater durch die Ehe mit der Tochter eines reichen Fabrikbesitzers nach Italien gekommen ist. Seine Mutter starb an einer Lungenentzündung und bis zu Enricos 13. Lebensjahres kümmerte sich der Vater um ihn. Doch irgendwann verarmte der Vater und nur durch die Ehe, welche eigentlich seit der Geburt vereinbart war, konnte der Vater, Enricos weitere Schulbildung finanzieren. Dann blieb Enrico stehen und verlor sich in seinen Gedanken. Er starrte dann auf den Bach oder in den Himmel und ich bemerkte wie seine Seele flüchtete. Der Signore hatte es nach einigen Wochen aufgegeben Enrico für das zu Spät kommen zu verprügeln. Ich glaube er begriff, dass er diesen Jungen nicht ändern konnte und er sich jedes Mal einen neuen Rohrstock besorgen musste, was häufig unangenehme Fragen bei den Kollegen zur Folge hatte. Wie genau Enrico das mit dem Rohrstock machte, hat keiner jemals herausgefunden. Professor Scanvanere selbst kochte innerlich vor Wut. Ich wusste, dass er nach dem Unterricht diese an einem Sandsack ausließ, der schon einige Risse und Beulen hatte. Oft hörte ich seine donnernde Stimme fluchen und schreien. Nach sechs Monaten ging Monsignore Scanvanere feiwillig zurück nach Venedig. Jetzt begann eine Zeit, in der ich mich intensiver meinen Studien und Enrico widmen konnte. Ich bemühte mich um seine Zuneigung und Aufmerksamkeit, doch alles was ich tat schlug fehl. Dies schmetterte mich nieder und ich saß dann betrübt auf meinem Bett und lernte bis ich vor Müdigkeit zusammen sank. Doch das sollte sich eines Nachts ändern.
Geändert am 20.07.2001 um 02:38 Uhr von Don_Elsolora
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Nutzer: Jirka
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geschrieben am: 20.07.2001    um 01:41 Uhr   
der Anfang ist ja echt niedlich. Bin ja mal gespannt wie das weiter geht.
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