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geschrieben am: 20.07.2001 um 01:19 Uhr
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(von insgesamt 7 Teilen)
Es war eine kalte Herbstnacht und die Fensterläden ließen die eisige Luft hindurch. Ich fror kaum und schlief deshalb schnell ein, den Tag über hatte ich hart gearbeitet und nun ruhte ich mich aus. Mitten in der Nacht stieß ich gegen etwas Weiches und Warmes. Ich glaubte erst an den fetten Kater des Direktors und stieß es deshalb fluchend aus dem Bett. Ich hörte nur noch einen harten Aufprall und den Aufschrei von Enrico, dann bekam ich einen harten Schlag in mein Gesicht. Mit einem Satz schoss ich hoch und sah in das wütende Gesicht von Enrico. Verschlafen und grimmig fragte ich nach dem Grund seines Übergriffes. Er sagte säuerlich: " Mein Bett war mir zu kalt, da bin ich in deines gekrochen. Doch du magst wohl keine Bettgesellschaft, denn ich landete so schnell wie ich im Bett war auch wieder hinaus.". Zum Glück war es tiefschwarze Nacht, so das Enrico mein rotangelaufenes Gesicht nicht sehen konnte. "Ich dachte es wäre der Kater von Monsignore Sebastione.", stotterte ich. Enrico stöhnte und kletterte zurück in mein Bett. Ich schluckte, denn so nahe war ich ihm noch nie gewesen. Ich konnte seinen Körper durch den dünnen Stoff fühlen. Ich spürte wie sich seine Muskeln langsam entspannten, wie sich sein Herzschlag verlangsamte und sein Atem ruhiger wurde, er schlief ein. Ich lag neben ihm und sog den Duft seines Körpers ein. Er hatte einen süßlichen Geruch, der mich an Honig erinnerte, dieser vermengte sich leicht mit dem salzigen Duft von Schweiß. Da konnte ich meinen Gefühlen nicht mehr widerstehen. Ich küsste ihn. Plötzlich schlug er seine Augen auf, ich schreckte hoch und machte mich auf einen harten Kampf gefasst. Doch stattdessen, sah Enrico mir in die Augen und erwiderte meinen Kuss leidenschaftlich. Meine Hände und Lippen erforschten seinen Körper, ich küsste jede Stelle und er erwiderte meine Berührungen. Unsere Körper vereinten sich zu einer Einheit, ich ließ meinen Gefühlen freien Laufen und auch Enrico stellte sich als sehr fantasiereich und geschickt heraus. Ich entdeckte Stellen an meinem Körper, von denen ich nicht wusste das es sie gab. Dann schliefen wir miteinander, er stöhnte leise auf und zum ersten Mal sah ich, wie sein Körper einem herabstürzenden Adler glich. Erschöpft schlief er in meinen Armen ein und ich glaubte ein zartes Lächeln auf seinen Lippen zu sehen. Ich lag noch lange wach, ich dachte über uns beide nach. Irgendwann schlief auch ich ein. Am nächsten Morgen wurde ich durch einen Sonnenstrahl geweckt. Ich öffnete die Augen und blinzelte auf diesen, der mir die Ritzen im Fensterladen enthüllte. Plötzlich bemerkte ich, dass ich alleine war. Ich fragte mich, ob dies alles nur ein Traum gewesen war, sprang auf und zog mich an. Es war ein herrlicher Herbstmorgen, obwohl es ziemlich kalt war. Da sah ich ihn plötzlich stehen. L'angelo dell'oscurità . Das flachsblonde lange Haar wehte im Wind, die schmalen Lippen zu einem hinterhältigen Lächeln verzogen, als er mich erblickte und sein gefährliches Lachen in der ganzen Bosheit erklingend, fixierte er mich mit seinen kalten eisblauen Augen an. Armand de Fauchee, der 19-jährige Sohn eines französischen Grafen und einer billigen Hure. Immer tadellos und immer auf ein Liebesabenteuer erpicht. Durch seine eher femininen Gesichtszüge und dem zarten Körperbau, glich er einem Engel, deshalb auch unter uns Studenten als >> L'angelo dell'oscurità <<, Engel der Finsternis, bekannt. Neben ihm stand Enrico. Als ich ihn sah, wusste ich die letzte Nacht war kein Traum gewesen. Enricos Blässe wich einem leichten Rosa. In seinen Augen konnte ich plötzlich die unbändige Leidenschaft erkennen. Ja, er wusste was letzte Nacht geschehen war und er fühlte das Gleiche wie ich, Scham. Armand schien dies bemerkt zu haben und mit seinem triumphierenden Lächeln, ließ er es uns beide wissen. Enrico blieb stehen, als ich auf Beide zuging. "Ich wünsche einen schönen Morgen, Monsieur Raymond.", sagte Armand hinterlistig, " Sagen Sie, haben Sie wohl geruht ?" " Ich kann mich nicht beklagen, Monsignore.", antwortete ich bitter und sah dabei erwartend auf Enrico. Dieser blickte mich säuerlich an. Ich wusste jetzt, dass ich etwas falsch gemacht hatte. " Verzeiht bitte, Signore de Fauchee, aber ich möchte gerne mit meinem Zimmer-genossen sprechen.", sagte ich und blickte Armand auffordernd an. Dieser lächelte, verbeugte sich vor mir und ging hinter mir vorbei, wobei er mir ins Ohr wisperte: "Du hast einen guten Geschmack. Dieser Bursche ist ein Prachtstück. Aber wenn du ... .". Ich drehte mich um und gab Armand einen kräftigen Stoß, so das dieser zurück taumelte und fast stürzte. Wütend sagte ich zu ihm: " Verschwinde und lass die Finger von Enrico, sonst bekommst du es mit mir zutun !". Armand ging laut lachend über die Promenade. Als ich mich zurück zu Enrico drehte, schlug dieser mich nieder und brüllte mich an: " Du bist nicht mein Vater !". Dann drehte er sich um und ging. Ich starrte ihm verdutzt hinterher. Geändert am 20.07.2001 um 02:39 Uhr von Don_Elsolora |
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