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nächtlicher Schrei

Nutzer: Elanor*
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Anzahl Nachrichten: 33

geschrieben am: 23.07.2001    um 16:49 Uhr   
Flackernder Kerzenschein -
Ich - sinnierend, hier allein
Das dumpfe Klopfen meiner Uhr
Die Stille bricht.
Verhalt'ner Schwur
Einer viel zu lauten Welt
Die mich wie im Gefängnis hält.

Rötliche Flammenglut.
Zischend verzehrend
Alles was sich erbittlich wehrend.
Gebannt.
Gebannt in Stearin.
Ich sitze hier.
Da hör ich ihn.

Aufdringlich, rasch
Und schon verklungen
als nun von meinem Ohr gewahrt -
Ein Schrei.
Durch's Fenster eingedrungen
Gestohlen, mir hinfort gezwungen
Was meiner Stille Hüter war.

Ein Schrei - die Flamme zischt
Erlischt mit meiner Stille Poesie.
"Ein Schrei des Nachts?
Madame, Was reden Sie?"
"Verzeih'n Sie, Herr - Sie wissen -
Phantasie..."

Ein Schrei.
Rastlos in meiner Ruhe
Erheb ich mich.
Gewahr'Gedanken bange
Rasen - in meinem Kopf.
Und lange Zeit nur Bilder,
Die noch nie gesehen.
Versuche zu verstehen.
Wegzusehen...

Gepeinigt von der Gedanken Flut
Sitze ich hier.
Erkaltend Kerzenglut.
Und leer und kalt und schweigend
liegt vor mir das Papier.

"So schreibe!
Schreibe deinen Traum
Denn Träume bleiben nur auf dem Papier."

Die Feder kratzt als ich sie führe
Zu Bannen was unbannbar ist.
In klaren Lettern - ungeschnörkelt
Zu grob, zu hart
Wird es von meinem Aug' gewahrt.

Die eine unerfüllte Bitte:
Frieden und Ruhe.

Da hör' ich Schritte.



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"Autor"  
Nutzer: MacDeath
Status: Profiuser
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Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1169

geschrieben am: 23.07.2001    um 16:57 Uhr   
wirr. man muss es mindestens zweimal lesen um es zu verstehen. aber wenn man es verstanden hat... verdammt gut! ich habe bisher nur einmal von einem autor gelesen, der die art der komposition derartig beschrieben hat. das war, nebenbei bemerkt, poe in seinem "die methode der komposition", auch wenn er wissenschaftlicher an die ganze sache ran gegangen ist.
aber vielleicht macht ja eben das wirre, unverständliche den reiz aus...
maccie, immernoch sinnierend
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