| "Autor" |
Begegnungen |
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geschrieben am: 29.04.2003 um 07:13 Uhr
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Ich sitze viele Stunden schon, seitdem ich denken kann eigentlich, auf diesem Felsen hier. Er hat etwas ewiges, auch wenn ich mich nur herunter bewegen müsste, um diesem Teilstück der Ewigkeit den Rücken zu kehren, aber soweit ist es noch nicht.
Manchmal streiche ich mit den Fingerspitze über die Oberfläche und muss lächeln, wenn ich den kalte, glatten Stein fühle. Weshalb, das weiß ich nicht.
Und so sitze ich dort, Tag um Tag, und sehe hinaus auf das grenzlose satte Grün endloser Wiesen. Ich weiß nicht, was hinter ihnen liegt. Ich habe es mich auch nie gefragt. Wohlmöglich ist es auch unerheblich.
Und ab und zu.. nicht immer, und nie länger als einige Augenblicke, sehe ich zur andren Seite. Zu dem leicht gewundenen Weg. Wahrscheinlich Sand.. oder einfach nur Erde. Es wird wahrscheinlich Erde sein. Er zeichnet sich sonderbar ab zwischen den Wiesen. Und noch sonderbarer ist, wie nach einem Stück,.. es werden nicht mehr als fünfzig Meter sein.. da verblasst es. Der Weg endet in Licht. Oder etwas ähnlichem zumindest.. Es sieht ein wenig so aus, als ginge dort hinten die Sonne auf. Die Wiesen verblassen ebenso.
Man könnte sich Gedanken darüber machen, wo er endet, doch ich muß das nicht.
Ich weiß es.
Es ist nichts, das man in Worte kleiden kann, doch ich weiß, wo er endet. Und ebenso weiß ich, dass ich ihn eines Tages gehen werde.
So sitze ich auf diesem Felsen. Es müssen schon wieder Stunden vergangen sein. Ich weiß es nicht. Die Zeit berührt diesen Ort nur selten.
An diesem einen Tag, konnte ich keine Schritte hören. Eigentlich war nichts anders als sonst. Der warme Wind mit dem Duft von Gras und Sommer, das leise Rauschen von den hochgrasigen Wiesen her. Alles war wie sonst. Und dennoch sah ich zu den Wiesen auf. Daß ich etwas sehen würde, wusste ich. Was ich sehen würde, erkannte ich, als meine Augen es fassen konnten.
Ich musste Lächeln. Es ist immer so. Auf eine eigenartige Weise kennt man sie alle und alle kennen dich. Es überraschte mich nicht, eine Gestalt durch die Wiesen kommen zu sehen. Schließlich wusste ich, dass ich nicht die einzige war.
Aber es freute mich. In mir fühlte ich, dass es gut war, wie es war und wartete. Ich verließ meinen Stein nicht, wozu auch. Sie wartete ebenso, wie ich es tat und der Weg war ebenso ihrer wie der meine. Sie würde kommen.
Als sie mich erreichte, sprachen wir kein Wort. Sie lächelte, wie ich auch lächelte. Jede Silbe wäre unnötig gewesen in diesem Moment.
Ich warf einen Blick zum Weg und sah dann zurück zu ihr. Sie war meinem Blick mit ihren Augen gefolgt, lächelte abermals und sah mich wieder an. Sie nickte. Ich nickte.
Ich wollte zur Seite rücken und ihr Platz machen, um sich zu setzen, doch sie winkte ab. Stattdessen drehte sie sich und ließ sich vor dem Felsen nieder, den Rücken daran gelehnt.
Ich musste wieder lächeln. Dann atmete ich tief die herrliche Luft und sie tat es mir gleich. Das wusste ich. Hören brauchte ich es nicht. Ich lehnte mich zurück und blickte in den Himmel. Die Fingerspitzen meiner Rechten berührten den kalten, glatten Stein und über uns schoben sich ungewichtig wirkende Wolkenkaskaden gen Westen.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.04.2003 um 19:53 Uhr
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jederzeit wieder und auf viele verschiedene arten würde ich dir begegnen wollen.
ebene pfade, engel/hölle
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.04.2003 um 14:26 Uhr
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| schön geschrieben.... |
| ~Seek the Truth in Dreams, if you can't find it there, it doesn't matter.~ |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.06.2003 um 22:57 Uhr
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Und wieder sitze ich hier.. immer noch um genau zu sein. Ich liege. So ist es richtig. Ich liege auf "meinem" Felsen. Und sehe nun schon seit Stunden in das Licht, in dem der Weg endet. Ich vermag nicht zu sagen, warum. Irgendetwas ist anders. Ich kann es spüren. Der Wind hat gedreht heut Nacht.
Sie ist irgendwo in der Nähe.. irgendwo in den Wiesen denke ich. Und wird wohl ihren Gedanken nachhängen, wie ich es hier tue. Wir sind alle hier irgendwo. Zumindest die, die mir bisher begegnet sind.
Und ich ? Ich liege und schaue, beobachte wie Wolken und Licht sich umeinander winden und lasse den Wind mit meinen Haaren spielen. Das Gefühl gefällt mir im Augenblick.
Ich spüre es kühler werden an meinen Beinen. Zuerst fällt es gar nicht recht auf, dann aber, wende ich den Kopf irritiert und blickt ungebremst in ein dezent amüsiertes Grinsen in einem Gesicht, das ich einerseits noch nie gesehen habe, auf der andren Seite hätte es viel bekannter nicht sein können.
Ich bin sprachlos, im wahrsten Sinne des Wortes. Liege da, halb aufgerichtet und blicke dem alten Freund wahrscheinlich dümmlicher ins Angesicht, als ich es mir bewußt je zugestehen würde.
Und er ? Er lacht leise. Deutet mit dem Kopf auf die Wiesen und schmunzelt.. geht zwei Schritte, sieht zu mir. Und endlich streckt er eine Hand nach mir aus, legt den Kopf schief und wartet.
Ich öffne den Mund.. Fragen durchfahren meinen Kopf. So viele. Von "wer bist du" über "wie lange haben wir uns nicht gesehn" bis hin zu "wohin willst du". Am Ende klappe ich den Mund unverrichteter Dinge wieder zu und nehme die angebotene Hand.
Das Schmunzeln in seinem Gesicht wird wieder zu einem Grinsen, wie er mich von meinem Felsen zieht, an seine Seite, einen Arm um mich legt und mich in Richtung der Wiesen davonführt. Ich sehe ihn etwas irritiert von der Seite an.. dann muss auch ich schmunzeln, lege ihm einen Arm um die Hüfte, wie man es bei guten alten Freunden tut und gehe neben ihm her in die Wiesen hinein.
Und das einzige, das ich sage, ist die dümmste aller Fragen : "Wo warst du ?" Und er schmunzelt mich wieder an "Hinter dir,.. Ich dachte schon, du schaust dich niemals um." Geändert am 02.06.2003 um 22:58 Uhr von Jalima |
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geschrieben am: 03.06.2003 um 00:09 Uhr
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Wie gut, daß ich gerade genügend Zeit hatte, sonst hätte ich sowas langes wohl nicht gelesen. Dann wäre mir ein hübsches Stück entgangen und Dir mein Kommentar. ;)
Gruss Lama Geändert am 03.06.2003 um 01:40 Uhr von BlueLama |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 03.06.2003 um 10:09 Uhr
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erdreistet sich leise zu lachen Na da haben wir ja noch mal Glück gehabt ;-)
Jalima |
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