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Und über allem weht der Wind so kalt (Teil 2)

Nutzer: Apotheosis
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geschrieben am: 30.08.2001    um 20:49 Uhr   
Und über allem weht der Wind so kalt (Teil 2)

Ich höre
Pferdehufe vor meiner Tür
Es klopft und ich öffne sie
Der Räucherdoktor und die Totengräber
Sie stoßen mich beiseite,
einer schlägt mich nieder

Und ehe alles in Schwärze versinkt
Hör ich die Stimme des Doktors wie einen Hauch
Nun nehm ich mir den Lohn für meine Mühen,
werft ihn auf den Wagen zu den Toten !

Irgendwann später erwache ich
Gestank liegt auf mir wie ein Netz
Ich liege auf etwas Weichem
Etwas, das einst lebendig war
Als ich mich wende, erblick ich ihr Gesicht
Die Fratze meiner Mutter, vom Tode entstellt

Auch über mir sind Leiber,
ich kann nicht entkommen
Nicht alles ist tot, was auf dem Karren liegt
Die Schergen des Doktors plündern die Häuser
Und die, die noch am Leben, werden umgebracht

Nicht alle sind tot, die hier liegen
Unter den Restopfern höre ich manchen Laut
Doch unser Weg führt hin zur Grube
Und denen, die starben, bleibt mein Schicksal erspart ...

Dann endet die holpernde Fahrt in die Nacht
Der Pestkarren hält, seine Last kippt ab
Ich kann mich nicht rühren
Zu viele Körper auf mir
Ich höre die Schreie derer, die immer noch leben
Doch sie verstummen sehr bald
Als die Totengräber ihr Werk vollenden

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