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geschrieben am: 24.06.2002 um 23:28 Uhr
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Die Jägerin
Lautlos, gefährlich, pirscht sie sich an ihr Opfer heran,
bis es ihr nicht mehr ausweichen kann.
Duckt sich, sammelt sich,bereit zum letzten Tatzenschlag,
dem ihr Ziel nicht standzuhalten vermag.
Sie gräbt, mit wildem, vor Erregung funkelndem Blick,
der Beute die Zähne tief ins Genick.
Zerreißt alles, was sie noch mit dem Leben verbindet,
Zerstört, aus reiner Lust, alles, was sie findet.
Dann, nach diesem ersten, berauschenden Hochgefühl,
entsinnt sie sich dessen, was sie wirklich will.
Sie gräbt sehr tief, und mit unbändiger Lust,
entreißt sie das Herz der noch zuckenden Brust.
Sie zerquetscht es, langsam, andächtig, ohne Eile,
Zerlegt es in kleine, leblose Teile.
Sie nimmt sich dafür unendlich viel Zeit,
suhlt sich in der eigenen Grausamkeit.
...
Sie liebt diesen Nervenkitzel,das tödliche Spiel,
die Jagd, sie ist das eigentliche Ziel.
Das Opfer, es bewegt nur wenig in ihr,
das eine das zählt, ist die unersättliche Gier.
Eine Droge ist es, die sie gefangen hält,
sie schafft eine eigene, unantastbare Welt.
Eine Welt, in der nur sie regiert,
in der die Jägerin niemals verliert.
Aus der sie nach glückseligem Rausche erwacht,
wenn die Sonne des Alltags wieder lacht.
In deren unbarmherzigem, kaltem Licht,
sie dann kraftlos zusammenbricht.
Und bittere, verzehrende Tränen um ihr Opfer weint,
Trauer und Schuld auf ewig vereint.
Wartend auf den bekannten, süß lockenden Ruf,
der die Jägerin einstmals schuf. Geändert am 24.06.2002 um 23:31 Uhr von Wonneproppen23 |
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