| "Autor" |
Leidensweg eines Felsens |
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geschrieben am: 26.04.2003 um 04:05 Uhr
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Same war ich höh`rer Mächte
gepflanzt in Mutter Erdes Herz
war unscheinbar zunächst ich
Ein Tropfen Magma unter vielen
Geboren wurde ich zu Zeiten
da Riesen um mich wandelten
war Berg in vorgeschichtlich`Welten
Eiszeits Tränen todgeweiht
zerfrassen meinen Leib
Rissen mich davon in Fluten
zum Grund der Meerestiefen
Ich atme nicht so bin ich noch
derselbe seit Äonen nun
Als Mutter Erde wütend grollte
und Sonnenvater dürstend brannte
wich Meeresflut den luftgen Weiten
die ich von einst gewohnt
ward Blumenpracht auf grüner Wiese
Als Fels inmitten gestrandet
Ranken schossen mir zu Haupte
zerkratzten mein Gesicht
Als Trost gemeint da setzten Rosen
mir Dornenkronen auf
Ich blute nicht so bin ich noch
derselbe seit Äonen nun
Blüten leben schnell und laut
sie sterben arm und leise
verfaultes Grün
der Käfer Fraß
Felsen geht dies gar nichts an
Der Wiese Grün ward letztenendes
Des Waldes dunkles Herz
Frech stieg zu Haupte mir unbemerkt
des Eichenbaumes Last
Zweihundert Jahre Thron gewesen
zu Rotzebengels Gnaden
Ich schwitze nicht so bin ich noch
derselbe seit Äonen nun
Blitze nahmen ihm sein Leben
Er brannte stolz ganz bis zuletzt
Kein einzig mal ein Greinen
Zweihundert Jahre stolzes Grün
Nun Asch` zu meinen Füßen
Ein Wald wird alt und neues Leben räkelt sich
Verfall weckt Geister kluger Affen
Ihr Haus dorthin zu bauen
Mit Spitzhacken davongejagt
Man trug mich
meinen Leib zersplittert
Auf Halden gleicher Seelen
Gleich im Leiden
und unsres Wesens treu
warn unsre Tränen stumm
Ich traure nicht so bin ich noch
derselbe seit Äonen nun
Doch Schicksals ärgste Pein und Plagen
Sie lagen in des Steinmetz Händen
Der gierig, blind und egoman
mich meiner Seel` beraubte
Ein Fels war ich seit Anbeginn
ein Ding mit eigner Seele
Er stahl sie mir ,er schrieb sie um
Er tötet mich - er bringt mich um
Gab mir die Augen seiner Götter
muß stets nun durch sie sehen
Schlug ekelhaften Leib aus mir
Ich bin kein Felsen mehr
Ich lebe nicht
und bin nicht mehr
derselbe seit Aeonen
Geändert am 14.07.2005 um 23:48 Uhr von Yojimbo |
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geschrieben am: 26.04.2003 um 12:09 Uhr
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aye, einmal mehr wunderschön und herrlich traurig - nur möchte ich einmal mehr das wunderschön und herrlich traurig nicht empfinden, sondern mich zurückstellen, um dem ehemaligen felsen zuzuhören.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 15.07.2005 um 21:50 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.07.2005 um 10:54 Uhr
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Wow, die geschichte eines felsen.... wie man nur auf sowas kommt, frag ich mich.
aber für fragen ist eigentlich kein platz bei der lektüre deines textes, der sofort alle aufmerksamkeit an sich reißt und einen mit sich nimmt in die tiefen der erde.
wie immer ein großes vergnügen dich zu lesen,
Nekir. |
| Unternehmt Gesten sinnloser Schönheit und spontaner Freundlichkeit! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.07.2005 um 19:04 Uhr
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| es wird mal wieder zeit für nen anständigen trommelwirbel ;-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 18.07.2005 um 14:22 Uhr
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| aber mit tusch bitte *gg* |
| Unternehmt Gesten sinnloser Schönheit und spontaner Freundlichkeit! |
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