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Eine (fast) wahre Geschichte

Nutzer: ankabaer
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geschrieben am: 03.10.2001    um 18:41 Uhr   
Dunkel war es schon, als wieder dieser Ruf erschall. Ich wusste, es war an der Zeit, mußte aufbrechen, um ihn zu suchen. Wie schon so oft in der Vergangenheit.
Aber diesmal war es anders, das spürte ich sofort. Grausamer. Eine Gänsehaut zog über meinen Rücken, doch ich hatte keine andere Wahl.
So erhob ich mich, nahm mir noch eine Jacke vom Haken und verliess das Haus.
Feuchter Nebel schlug mir draussen entgegen, es wurde Herbst. Das war an diesem Abend deutlich zu erkennen.
Einen Augenblick verharrte ich noch, schüttelte mich kurz bei dem Gedanken, was mich da draussen erwarten würde. Dann schlug ich die Richtung ein, wo ich glaubte ihn zu finden, ja, hoffte, es möge schnell vorüber sein. Ich sehnte mich zurück nach der Wärme des Zimmers, aus dem ich von hier unten nur den Lichtschein sah.

Nach ein paar Schritten hatte ich den Weg erreicht. Ich spürte die Feuchte des Grases an meinen Füßen, sah den wallenden Nebel, der mir den Blick versperrte.
Da...was war das? Dort, nicht sehr weit von mir bewegte sich etwas. Einst hatte mir jemand erzählt, im Herbstnebel könnte man Hexen tanzen sehn. Konnte es wirklich sein?
Schon wollte ich umkehren. Doch nein, ich mußte ihn finden, ich hatte keine andere Wahl.

Also ging ich weiter....auf die Hexe zu. Tastete mich vorsichtig vor, bedacht, keinen Laut von mir zugeben. Vielleicht bemerkte sie mich nicht.Immer näher kam ich ihr......
dann erkannte ich.....es war nur die kleine Kastanie, die sich im seichten Wind wiegte.
Ein Stein fiel von meinem Herzen.
Kurz blieb ich stehn und musste lächeln über meine Furcht. Dann setzte ich meinen Weg fort.

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Nutzer: ankabaer
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geschrieben am: 03.10.2001    um 18:42 Uhr   
Plötzlich hörte ich einen Schrei, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ein weibliches Wesen, wie ich allein auf Nachtwanderung war einem Unhold in die Hände geraten. Ich sah vor meinem Auge, wie er mit einem langen, spitzen Messer auf sie einstach....wie erstarrt stand ich, ich wollte weglaufen, doch meine Füße schienen wie verwachsen mit dem Boden. Ich wollte schrein, doch es bildete sich kein einziger Laut.
Aber konnte ich denn einfach wegrennen? Diese Frau ihrem Schicksal überlassen? War es nicht meine Pflicht, zu versuchen ihr zu helfen?
Plötzlich machten sich meine Beine selbständig, rannten auf den kleinen Buchenhain am Feldrand zu, von wo ich den Schrei vernommen hatte. Wieder ertönte ein Schrei. Doch diesmal klang er wütend, kam von hoch über mir. Ich sah nach oben und spürte, dass mir ein Gegenstand um haaresbreite am Ohr vorbeizischte, sah nach unten. Ein Würgen machte sich in mir breit, als mein Blick auf die verstümmelte Leiche traf.
Vor Entsetzen fuchtelte ich mit den Armen, schrie: "Hau ab!!!!"
Er funkelte mich noch einmal mit blitzenden Augen an und erhob sich in die Lüfte.
Seine Beute, eine zerfetzte Maus, ließ der Bussard zu meinen Füßen zurück.

Es half nichts, ich musste weiter. Noch war von ihm keine Spur.
Als ich an den beiden Eichen ankam, die rechts und links den Weg säumen, dort, wo die Zwerge wohnen, war mir, als ob jemand ein zartes Netz über mich warf.
Sicher wollten sie sich einen Scherz daraus machen mich zu erschrecken. Sie waren ein friedliches Volk, das wußte niemand besser als ich. Schließlich entsprangen sie meiner Fantasie. Wie oft hatte ich meinen Kindern von deren Abenteuer erzählt.
Nun streichelt mir einer von ihnen sanft über den Handrücken. Als ich nachsah, bemerkte ich eine Spinne, deren Netz ich zerstört hatte.
Ich entschuldigte mich bei ihr, setzte sie auf ein Eichenblatt ab und setzte meinen Weg fort.

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Nutzer: ankabaer
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geschrieben am: 03.10.2001    um 18:42 Uhr   
Ein gespenstisches Bild bot sich meinen Augen. Grau stiegen Nebelwolken aus dem Urwald links von mir. Es raschelte. Mittlerweile war es mir klar, daß es nur die Tiere sein konnten, die hier in diesem Maisfeld ihr zuhause hatten. Mutig ging ich weiter, ein paar Schritte nur noch, dann war ich wieder in bewohntem Gebiet.
Doch plötzlich schien es, als würde das Maisfeld anfangen zu leben. Halme bogen sich in meine Richtung, immer mehr. Das Rascheln wurde lauter, dröhnte fast in meinen Ohren. Ich hatte panische Angst. Was immer sich darin verbarg, es war größer als ein Hase.......mir stockte der Atem.........

....und dann stand er vor mir. Der, nachdem ich gesucht hatte. Mit fragendem Blick sah er mich an. Ich sah ihm fest in die Augen, etwas ärgerlich inzwischen, hatte er mich doch so lange zum Narren gehalten. Ich hatte Lust ihn zu würgen und meine Hand näherte sich seinem Hals als sich sein Blick änderte. Er schien mich anzugrinsen.
Und auch auf meinem Gesicht mache sich, zwar noch zaghaft, ein Grinsen breit.
Ich legte meine Hand auf seine Schulter und tätschelte diese sanft.
Und dann sagte ich zu ihm: "Wie sieht's aus. Kommst du jetzt mit mir nach Hause, du liebeskranker Köter?"

so kam es, daß ich in Begleitung unserer Bonsai-Kuh die heimischen Gefilde wieder betrat, wo die Tränen meiner Tochter sofort versiegten, als sie ihren
geliebten Hund (Mistköter das) erblickte. Und ich konnte mir bei einem Glas Rotwein dann endlich selber zu meinem Mut gratulieren...


Was an dieser Geschichte wahr ist? Nun, alles ist wahr, fast. Denn gefürchtet habe ich mich natürlich nicht eine Sekunde lang.... ;o)
AnkaBaer

Geändert am 04.10.2001 um 21:09 Uhr von AnkaBaer
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Nutzer: linné
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geschrieben am: 24.01.2002    um 10:29 Uhr   
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Geändert am 24.01.2002 um 10:39 Uhr von Linné
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