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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 25.04.2003    um 18:13 Uhr   
Jetzt werde ich auch mal philosophisch:

Da wo Leere ist , da ist Platz für Fülle . ;-)

Gruß Lama
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 25.04.2003    um 21:46 Uhr   

(zitat)
Ich bin sowieso der Ansicht das der Östliche und Westliche Teil seinen glauben irgend wann zusammenschliesen wird/muss, um das Bild des gesamten zu erhalten,
(/zitat)

Die Befürchtung habe ich allerdings auch, und ich kann nicht sagen, daß ich dem mit Freuden entgegen sehe, trotz aller Notwendigkeit ist meine Besorgnis groß.

Engelsfall/Höllenstern (die wieder auf den eigentlichen Poesieforum-Nick wechselt, der Gewohnheit halber)


Geändert am 25.04.2003 um 21:47 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: Maskerad
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geschrieben am: 25.04.2003    um 22:47 Uhr   

Ich sehe deine Antwort mal so Engelsfall,

Das es im eigentlichen Sinne wohl richtig ist, aber die Ansichten der Menschen, es wohl eher zur Last als zum Nutze werden lassen?


^^Maskerad^^
-Nichts ist unmöglich - entdecke die Möglichkeiten-
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 26.04.2003    um 11:55 Uhr   

Jein. Meine Besorgnis erklärt sich auch in einem langwierigen Entscheidungsprozeß, den ich vor ca zwei Jahren ebenso wie vor einigen Monaten geführt und wieder geführt habe aufgrund dessen, daß die Konsequenzen jener getroffenen Entscheidung so weitreichend und tiefschürfend sind, daß mir die Verantwortung zu groß war...

Indes, ich kam dazu, daß man sie tragen muß, daß ich sie tragen muß, denn nur, weil man etwas tut oder erschafft und jemand nach einem es zu etwas schlechtem mißbrauchen könnte, darf man es nicht auslassen. Es geht um das verantwortungsbewußte Handeln, das in den Menschen gleich die Einsicht mit schürt, wie man sinnvoll einsetzt und wo man Grenzen ziehen muß.

Was ich gerade bei einer Verschmelzung der Kulturen (siehe auch: die Globalisierung) besonders befürchte, ist ein Verlust der Vielfältigkeit. Im Gegenzug soll auch das Konfliktpotential abnehmen, doch sehe ich das noch nicht kommen. Konflikte bestehen seltenst lediglich aufgrund kultureller Unterschiede, sondern zu großen Teilen aufgrund wirtschaftlicher und politischer Interessen. Ein Mensch aber, dem seine kulturelle Identität entzogen ist, ist anfällig dafür im Leben zu straucheln, da er sich seiner Vergangenheit auf die Weise beraubt sieht, daß sie nicht mehr für sich selbst stehen kann, da er sich mit kulturellen Hintergründen auseinandersetzen muß, die eigentlich keine Wurzeln in ihm haben. Es ist eine Sache, wenn ein Mensch sich freiwillig damit beschäftigt, weil es sein Bedürfnis ist - und doch rät z.B. selbst der Dalai Lama (ich bitte die fehlende Quellenangabe zu verzeihen), daß ein jeder Mensch Erleuchtung über den Glauben und Kulturkreis finden sollte, in den er hineingeboren ist.

Das ist alles nicht ausschließlich und ausnahmslos zu betrachten. Ich sehe aber eine große Anfälligkeit in schwindender Vielfalt und nicht den Nutzen, den die Zusammenführung kultureller und religiöser Hintergründe hat. Das erfrischende, lebendige ist immer vielfältig gewesen. Visionäre, zu welchen ich mich lange Zeit selbst zählte, denen ich nun aber Einschnitte machen muß, denken gern an eine additive Zusammenfassung dessen, was da ist. Das bedeutet, daß nichts oder so wenig wie möglich an kulturellem verloren geht, sondern daß eine Akzeptanz der Vielfalt verschiedener Wahrheiten gefördert wird und jede dieser verschiedenen Wahrheiten als gleichwertig anerkannt wird. Auch hierin liegt ein Übermaß an Ungleichgewicht. Gerade das, womit viele junge Menschen heute kämpfen, ist Orientierungslosigkeit, denn die alten Werte greifen nicht mehr, neue Werte selbst zu schaffen ist ersteinmal eine Sache, die Selbstbewußtsein braucht, da die Werte erst einmal natürlich nur für einen selbst gelten und man sie nur durch lebendiges (vielfältiges!) Vorbild vermitteln kann. Ein gesundes Selbstbewußtsein kann aber in einer Gesellschaft, die kein stabiles Wertekonstrukt hat, nicht entstehen. So siehe man z.B. auch die Hippie-Bewegung, welche ihre ganz eigenen Wertevorstellungen gerade deshalb durchsetzte unter den jungen Menschen, weil die Werte ihrer Eltern so lähmend festgefahren waren, daß sie das Bedürfnis hatten, sich zu befreien. Jetzt aber kämpfen wir mit einem melting pot aus Altem, Neuem und Keine-Ahnung; und ich sehe das Bedürfnis nach Zusammenschluß mehr als skeptisch, da die gesunde Basis dazu fehlt.

Dazu kommt, daß in einem nicht additiven Zusammenschluß zwangsweise Fragmente verschiedenster Kulturen reduziert werden. Beispiel Islam - Christentum: eigentlich glauben sowohl Muslime als auch Christen an denselben Gott, beide Religionen sind aus dem Judentum hervorgegangen. Das Christentum, daß gut 2000 Jahre alt ist (nach eigenen Angaben) steht dem Islam mit seinen ca. 800 Jahren zu großen Teilen nur in Details gegenüber! Gott heißt nicht Allah, Gott ist durchaus als Personifzierung zu betrachten - der Islam sieht dagegen das Gebot: du sollst dir kein Bild machen von Gott - das bedeutet auch, daß man ihn sich nicht vorstellen soll, zumindest nicht in einem personifzierten Kontext. Der Islam betont das Allumfassende, Allgegenwärtige, Allmächtige Gottes. Daher sieht er, ein weiteres Beispiel, auch keine Notwendigkeit im Sohn Gottes - wozu braucht Gott einen Sohn? Jesus ist dem Islam Gottes bevorzugter Prophet. Man sieht hier also, daß trotz so übermäßig vieler Gemeinsamkeiten die Unterschiede derart betont werden, daß ein Zusammenschluß beider Religionen nicht erfolgen kann, ohne daß die eine oder die andere vehemente Abstriche machen muß - und so wird es auch in verschiedenen Kulturen sein.

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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 26.04.2003    um 11:55 Uhr   

Ich selbst gehöre zu den Menschen, die sich ein Verständnis und ein kulturelles Miteinander sehr wünschen. Ich nehme sowohl an christlichen Gottesdiensten als auch an denen des Islam teil, wobei ich durchaus nur einen Glauben vertrete - aber in dem ist Platz für alle andern, weil ich mich in der Lage sehe, nicht vereinbares für mich selbst zu entscheiden und eine eigene Wahl zu treffen, ohne daß diese von den andern geteilt werden muß. Das ist die Vielfalt, die ich mir ersehne, und sie kann nur dann greifen und entstehen, wenn in den Herzen Frieden und Gleichgewicht herrscht.

Kürzlich hat ein siebzehnjähriger eine Geiselnahme vollführt, weil er als Gotteskrieger für den Islam Terroristen freipressen wollte. Ich dachte mir: bei Gott. Wie soll ich jetzt meinen Eltern sagen, daß ich zum Islam konvertiert bin - ich hatte es mir vorgenommen für diesen Tag, und es wäre mir ohnehin schon sehr schwer gefallen, weil die Argumentation in dieser Angelegenheit sich überaus diffizil gestaltet. Ich habe gestern einen Rückzug gewagt und diese Offenbarung noch nicht angestrebt. Weil die Zeit dafür noch nicht reif ist, was bedeutet, daß die Menschen noch nicht reif sind, weder meine Eltern noch ich noch dieser Junge, der seinem Glauben nach sowohl Recht als auch nicht Recht hat in dem, was er tat.

Die Zeit ist auch für vieles andere noch nicht reif.

Grüße,

Engelsfall/Höllenstern


Geändert am 26.04.2003 um 11:56 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: Mindriel
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geschrieben am: 26.04.2003    um 17:24 Uhr   
nickt nachdenklich
Dann werd ich mal erklären, wie ich denke.. :)

(zitat)es ist ganz einfach - man muß nur einen grund finden, einen schritt zu tun (/zitat)

Das ist mir durchaus klar, und genau das ist das Problem.
Hm. Wo fang ich denn an..
Ich glaube nicht an Gott. Dazu müsste man wohl erst einmal festlegen, was Gott ist. Ich sehe Gott - welchen auch immer - als zielgerichtete höhere Macht. Ich kann nicht erklären, warum ich nicht daran glaube, es ist einfach so. Ich sehe Gott als anderen Namen für Schicksal, Fügung, Glück, Pech, Zufall.. wie immer man es nennen will. Doch ich kann nicht glauben, dass ein 'Wesen' dahinter steckt, dass sich auch noch irgendwas dabei denkt. Das ist ein wenig engstirnig formuliert, es spielt keine Rolle, ob Gott ein Wesen, oder eine Macht ist. Ich bevorzuge den Begriff Zufall.

Das entschiedende ist aber, dass es nicht die geringste Rolle spielt, ob es Gott wirklich gibt, oder nicht. Das einzig entscheidende ist der Glaube. Menschen, die an einen Gott glauben, führen einfach ein anderes Leben, was nicht notwendigerweise ein besseres bedeutet.
Praktischerweise beantwortet ein Glaube meist auch mehrere andere Fragen, die wichtigsten sind: Was geschieht nach dem Tod?, und Was ist der Sinn des Lebens?. Was natürlich zusammenhängt. Der Sinn des Lebens.. DIE Frage schlechthin. Ich hab so einiges darüber gedacht, ich werd mich kurz fassen. Ich denke, es gibt keinen höheren Sinn im Leben, jeder Mensch setzt sich - bewusst oder unbewusst - seine eigenen Ziele. Ein moralisch gutes Leben zu führen, Geld, Karriere, Familie, Liebe, von mir aus auch Fußball.... Was auch immer.
Daraus entsteht das Problem, das ich gemeint habe. Vielleicht denke ich einfach zu weit, oder irgendwie falsch, ich weiß es nicht. Ich habe nichts gefunden, was mein Leben erfüllen würde.
Ich habe keinen Grund gefunden, um auf das Zitat zurückzukommen.

Vielleicht fragt sich jetzt jemand (naja, das lesen wahrscheinlich sowieso nur zwei oder drei Leute ;), warum ich dann nicht gleich Selbstmord begehe. Simpler Grund. Ich weiß nicht, was nach em Tod kommt. Ich vermute, dass der Tod das Ende ist, doch bin ich mir in diesem Fall nicht so sicher, wie bei der Frage nach Gott. Ich weiß es eben nicht, und deshalb ist ein ganz einfacher Gedanke: Was immer danach kommt, könnte schlimmer sein, oder eben das Ende. Also werde ich dieses Leben solange leben, bis der Zufall zuschlägt ;), denn dieses Leben werde ich ziemlich sicher nicht noch einmal leben.

So, das ist ein kleiner Ausschnitt meiner großen Philosophie, klingt schrecklicher als es ist. schmunzelt
Jetzt hör ich erstmal auf, zu dem kulturellen Zusammnschluss habe ich sicher auch meine Gedanken, doch halte ich das für nicht sehr beeinflussbar, also abwarten, und zusehen :)

Angenehme Träume,
Traumläufer Mindriel
~Seek the Truth in Dreams, if you can't find it there, it doesn't matter.~
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"Autor"  
Nutzer: XyrAryX
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geschrieben am: 27.04.2003    um 23:33 Uhr   
Blickt dem geschehen weiterhin still zu...
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