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Herr von Ribbeck... |
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geschrieben am: 29.10.2001 um 01:20 Uhr
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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«
So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«
So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«
So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
(Theodor Fontane)
Geändert am 29.10.2001 um 01:25 Uhr von S.blume Geändert am 29.10.2001 um 11:04 Uhr von S.blume |
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geschrieben am: 29.10.2001 um 08:39 Uhr
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geschrieben am: 29.10.2001 um 11:03 Uhr
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was du nicht sagst, tigresse.
sorry, vergessen. |
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geschrieben am: 13.12.2001 um 12:23 Uhr
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Huhuuu S.Blume...
...das ist mein allerliebstes Gedicht....
Schön, dass Du es hier geschrieben hast.
Bärchen und ich wünschen Dir Fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr...
*knuddelz Dich
Blume |
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geschrieben am: 13.12.2001 um 14:15 Uhr
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lächelt zur Blume
freut mich dass es dir auch so gut gefällt wie mir.
wünsche euch auch ein schönes und besinnliches weihnachtsfest..
...mit einem fleissigem
für das neue jahr wünsche ich euch alles liebe
knuddelz mal die blume und lässt einen lieben gruß ans bärchen da
S.blume |
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geschrieben am: 13.12.2001 um 18:25 Uhr
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Die Füße im Feuer,
Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm.
Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß,
Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust
Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.
Ein schmalles Gitterfenster schimmert goldhell,
Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann...
"Ich bin ein Knecht des Knönigs, als Kurier geschickt
Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!"
"Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmert's mich?
Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für den Tier!"
Der Ritter tritt in einen dunklen Ahnensaal,
Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,
Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht
Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,
Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild...
Der Ritter wirft sich in den Sessel vor dem Herd
Und starrt in den lebend'gen Brand. Er brütet, gafft...
leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal...
Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.
Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin
Mit Linnen blendend weiß. Das Edelmägdlein hilft.
Ein Knabe trug mit Wein. Der Kindern Blick
Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt...
Die Flamme zischt.Zwei Füße zucken in der Glut.
"Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!
Drei Jahre sind's...Auf einer Hugenottenjagd...
Ein fein, halsstarrig Weib... ,Wo steckt der Junker? Sprich!'
Sie schweigt. , Bekenn!' Sie schweigt. ,Gib ihn heraus!' Sie schweigt.
Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf...
Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie
Tief mitten in die Glut... ,Gib ihn heraus!'...Sie schweigt...
Sie windet sich...Sahst du das Wappen nicht am Tor?
Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?
Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich."
Eintritt der Edelmann. "Du träumst! Zu Tische, Gast..."
Da sitzen sie. Drei in ihrer schwarzen Tracht
Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.
Ihn starren sie mit aufgerißnen Augen an-
Den Becher füllt er und übergießt, stürzt den Trunk,
Springt auf:"Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt!
Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm,
Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück
Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr...
Dem Diener folgt er taumelnd in das Schlafgemach.
Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.
Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.
Die Treppe kracht... Dröhnt hier ein Schritt? Schleicht dort ein Schritt?...
Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.
Auf seine Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt
Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut.
Er träumt. ,Gesteh!' Sie schweigt. ,Gib ihn heraus!' Sie schweigt.
Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut.
Aufsprüht und zischt ein Flammenmeer, das ihn verschlingt...
"Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!"
Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,
Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr-ergraut,
Dem gestern dunkelbraunen sich noch gekraust das Haar.
Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.
Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad.
Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.
Friedsel'ge Wolken schwimmen durch die klare Luft,
Als kehrten Engel heim von einer nächt'gen Wacht.
Die dunklen Schollen atmen kräft'gen Erdgeruch.
Die Ebbne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug.
Der Reiter lauert aus dem Augenwiinkeln:" Herr,
Ihr seit ein kluger Mann und voll Besonnenheit
Und wißt, daß ich dem größten König eigen bin.
Lebt wohl. Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht:
"Du sagst's! Dem größten König eigen! Heute ward
Sein Dienst mir schwer... Gemordet hast du teuflisch mir
Mein Weib! Und lebst!... Mein ist die Rache, redet Gott."
Conrad Ferdinand Meyer
*verneigt sich* Ich liebe Balladen... Sie haben etwas wunderschönes an sich und sich echt romantisch...
Geändert am 13.12.2001 um 18:27 Uhr von Andrew_Aphram Geändert am 13.12.2001 um 18:33 Uhr von Andrew_Aphram |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.12.2001 um 10:14 Uhr
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lauscht der stimme des erzählers,schliesst die augen und lässt sich für einige zeit entführen in eine andere welt.
dann leise spricht. habt dank fremder.
S.blume |
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