| "Autor" |
Auf Pfählen |
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geschrieben am: 29.10.2001 um 10:15 Uhr
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Der Mann dort – lächelnd wie ein Idiot - steht stumm
auf dem Pfahl, schwebend reglos, und das Gelächter
braust als tosender Beifall seiner amüsierten Wächter;
sie stehen als Schauer seiner Komödie um ihn herum.
Diesen Mann dort stört der Regen nicht oder der Wind
in seinem Haar; und von Dingen, die man gerne wirft
fällen ihn Tomaten nicht, hämische Worte prallen ab,
ihn stürzt nicht das an seinen Mänteln zerrende Kind.
Auf einem Beine – geradewegs wie ein Hampelmann –
bewegt er sich ja doch nicht, und des Pöbels laute Rufe:
Komm wir wollen Dich tanzen sehen, um Dich drehen!
lassen ihn dennoch unbewegt, den starren Wetterhahn.
Selig scheint er zu sein – als habe er sein Glück bereits
in einem Lande gerade unterhalb des Seins erfunden,
als erneuere sich sein Leben nur durch seine Wunden,
als habe er sich gesucht, gefunden, jenseits allen Leids.
Dieser Mann da mit gläsernem Blick hängt jetzt stumm
auf seinem Pfahl und färbt mit pedantischer Akribie
den Sand zu seinen Füßen in den Farben zweier Weine,
und nur die Tauben am Strand streichen um ihn herum.
Sie haben sich so herrlich, köstlich, über ihn amüsiert,
und damit es bleibt, haben sie sein leuchtendes Lächeln
in der Starre seines Leibs wie in Bildern eingefroren,
als könnten sie ihn so belangen, und ihn konserviert.
Er war irre, so sprachen ihre Zungen, er war voller Qual,
weil er nie sprach war er ein Träumer und gefährlich,
verstand sich selber nicht, sicher war er niemals ehrlich.
Als traurig Fahne hängt nun seine Leiche auf dem Pfahl.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.10.2001 um 16:35 Uhr
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wow - von dir? gefaellt mir, besonders die 5+6 strophe.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.10.2001 um 07:14 Uhr
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*freundlich tigresse winkt*
ja das ist von mir *lächelt*
vielen dank für die blumen |
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