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geschrieben am: 29.03.2002 um 02:00 Uhr
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da stand ich auf dem fels, den klippen,
in mondbeschienener nacht,
das herz schlug mir bis an die rippen
und hätt mich fast zu fall gebracht.
ich hörte schon des meeres wellengang
unter dem fels, aus süden, richtung mond.
beim schritt zum rand, da wurd' mir bang,
doch hat mich meine sehnsucht nicht geschont.
ich sah hinab, das meer rauschte noch lauter,
peitschte, schlug ganz wild auf felsen ein.
mir pfiff ein wind und ohne gnade haut' er
auf meine arme, ungeschützte seele ein.
ich sah am fuß die wellen toben.
mir schwindelt' es in allen gliedern.
gischt schäumte unten, wellen tanzten, stoben
zu lauten, wilden, unbekannten liedern.
der fels umkrallte meine füße,
ich war gehalten von dem stein.
doch unten lockte eine sazlig-feuchte süsse.
oh, könnt ich doch mit einem satz dort unten sein!
ich rief zum mond: "mit deinem schein erweiche
des felsens harte unnachgiebigkeit!
versöhn mit deinem schein die kämpfenden bereiche,
des meeres wanken und des fels' beständigkeit!"
da schaute aus den tiefen
ein trüber, blasser schimmer,
und viele stimmen riefen:
"wir rollen - rollen immer...
... und immer mehr und nimmer nicht
mit wellentanz und milder gischt,
dir, fels, zu streicheln dein gesicht,
und waschen, liebster, dir die tränen.
wir wissen von dem sehnen
in deinem steineherzen.
wir hör'n im wind dein stöhnen
jahrtausendtiefer schmerzen.
du schweigst uns nicht, so sehr du dich bemühst,
an dich zu halten: dass du liebst, wovor du fliehst!"
in tiefem bass der lord vom steine
jammerte: "ich weine - weine!
wie senkt sich der mondenschein
so tief in meine risse ein!
und - was ist das für gesang
aus der tiefe? welch ein klang?
bin so arg gerührt, ich meine,
mich verlassen meine beine."
ich stand oben, als er dröhnte,
als der abgrund plötzlich gähnte.
und ganz unten rief das meer:
"geliebter fels, komm her, komm her!"
unter meinen sohlen
erzitterte der grund.
es krachten laut die kohlen,
ich wurd' geschüttelt, und,
als die risse rissen,
da fiel ich mit hinab.
der fels hatt' sich ins meer geschmissen,
mich mit hinein ins grab...
es war kein grab - es war das leben!
es war ein streben, nehmen, geben!
der fels hat sich ins meer ergossen,
und seine steine - ja - sie flossen!
ich war ein stein von seinem steine,
so floss ich mit ihm im vereine...
...und eine liebe wellenbraut,
die hat sich meiner angenommen.
ich habe mich ihr anvertraut.
so bin ich denn hier angekommen...
jetzt träume ich von ihrer sanften wiese,
wie wir hinauf-hinab geschwommen.
und dabei hauchten wir uns leise
den wilden feuchten atem zu.
jetzt schlaf ich still im sande.
zufrieden ruht die see.
ich ruhe froh am strande,
der weiss ist wie der schnee.
ich ruh im sand.
der lord vom steine fand
im finstren meeresbette
seine ruhestätte,
fernab vom mondenscheine.
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