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geschrieben am: 21.11.2001 um 11:43 Uhr
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Vor langer Zeit entschied ich mich, in die Welt zu kehren und den Weg der Schmerzen zu gehen, denn ganz gleich, wie weit die Himmel und wie tief die Höllen sein mögen, das Fühlen, das Leben, liegt hier. So dachte ich, daß es alles Leid wert sein müßte, und ebenso, wie man erst weiß, wie es ist zu ertrinken, wenn man ertrinkt; ebenso erfuhr ich erst hier, was es wirklich bedeutet zu leiden.
Doch erfuhr ich auch die schönen Dinge, eine Familie, welche mir nach Kräften zur Seite steht, wenige, aber treue Freunde, wo ich mich von Verrätern umgeben sah, und auch ganz allmählich lernte ich, was Liebe ist. Ich will nicht sagen, daß all diese Erfahrungen schon ein endgültiges sind. Wir erfassen mit unseren Sinne nur kleine Teile von großen Dingen.
Seit zwölf Monaten nun drehe ich mich, um die Welt ebenso sehr wie um mich selbst, prüfe und wandle, und versuche, eine Entscheidung umzusetzen, eine Entscheidung, die zu treffen mich zwei Dekaden meines Lebens kostete. Nämlich die zu leben, wo ich vorher zwischen allen Fronten stand und nur beobachtete.
Schon wollte ich diesen Ort verlassen, da ich doch alles gefunden hatte, was ich suchte, erfahren, was ich wissen wollte, und verloren, was ich verlieren mußte. Dank an meinen Engel, hierbei, und Dank an den Elbenritter. Ohne Euch wäre ich nicht hier. Dank auch an all jene, durch welche ich sah, was mir vorher verborgen blieb. Der Zauberwald ist etwas besonderes, und möge er es bleiben.
Dann, gerade als ich alle Dinge zum Abschluß brachte, fand ich Dich, Gaiasch, oder Du fandest mich. Vermutlich war es weder das eine noch das andere, sondern wir sind einfach irgendwie übereinander gestolpert. Vorsichtig näherten wir uns einander, und die Gründe hierfür sind uns beiden bekannt. Doch wichtig ist, daß wir es taten, und so viel, wie wir gemeinsam nun schon erlebt haben: ja, alle Schmerzen waren und sind es wert.
Einen Abschied habe ich vor mir, und doch öffnen sich neue Tore. Was mag die Zukunft bringen? Ich bin gespannt. Gerechnet habe ich nicht mit Dir. Doch ebenso, wie die Pflanzen grünen, wenn die Zeit reif dafür ist, erblühe wohl nun auch ich. Ist man gerade dann wirklich zu etwas bereit, wenn man sich gründlichst damit auseinandergesetzt hat, und es nicht mehr benötigt? Man sagt, daß man erst allein sein können muß, um mit jemandem zusammen sein zu können.
Eine neue Bekanntschaft habe ich vor mir. Was die Zukunft bringen mag? Keine Angst davor, Angst zu haben. Es wird mich schmerzen, sollte einer von uns beiden gehen. Und doch liegt eines der Geheimnisse des Lebens in der Wandlung. Und solange wir uns wandeln, finden wir uns wieder und wieder neu. Wie lang hab ich Dich schon gesucht? Das vermag ich nicht zu sagen. Wie oft sind wir uns bereits begegnet? Doch erst als ich aufhörte zu suchen, war mein Blick klar genug, um Dich zu sehen.
Im Frühjahr wird es auch für uns noch ein weiteres Erwachen geben, und wie sehr freue ich mich schon darauf. Es ist nicht auszuschließen, daß unsere Liebe uns eines Tages auch verlassen wird. Und doch, wäre sie es dann nicht dennoch wert gewesen? Ich denke schon. Und ganz nebenher habe ich nicht die Absicht, sie einfach davontreiben zu lassen.
Aye, die Pfade sind eigentümlich.
Eine nachdenkliche Engel, in Liebe, getragen von Schmetterlingsstürmen
Geändert am 21.11.2001 um 11:44 Uhr von Engelsfall |
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