Auf den Beitrag: (ID: 32040) sind "7" Antworten eingegangen (Gelesen: 462 Mal).
"Autor"

über Busch !

Nutzer: odinsson
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geschrieben am: 12.11.2001    um 18:13 Uhr   
Vorwort

Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen !
Wie zum Beispiel hier von diesen,

Welche Max und Moritz hießen,
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit !
Menschen necken, Tiere quälen !
Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.
Aber wehe, wehe, wehe !
Wenn ich auf das Ende sehe ! !
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es Max und Moritz ging.
Drum ist hier, was sie getrieben,
Abgemalt und aufgeschrieben.

Der achte Streich:

Wie schon vorher angedacht
bedeutet Wissen meistens Macht.
Nicht allein im Schreiben, Lesen
übt sich ein vernünftig Wesen;
an Computern muss man harren,
stundenlang am Bildschirm starren,
so dass man endlich nach 'ner Weile
sie alle kennt, die Rechnerteile.
Anfangs weiss man oft nicht weiter
doch nach und nach wird man gescheiter
und kennt dann alle Tricks und Fallen,
bei denen and're nur die Fäuste ballen,
weiss sie zu beherrschen, die Maschinen,
schliesslich sollen sie uns ja dienen.
Menschen necken, Tiere quälen;

Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen,
Witwe Boltes Hühner hängen,
Lehrer Lämpels Pfeife sprengen,
diese Streiche sind uns wohlbekannt
doch keiner weiß und niemand ahnt
dass Max und Moritz, diese Knaben
uns vor ihr'm Tod was weitergaben...

Die kalten Körper sind zermahlen
mit dem Leben mussten's zahlen,
doch bis heute wirkt ihr achter Streich
wie das kam, erzähl ich gleich.

Denn klug genug sind sie gewesen,
sich am Rechner zu belesen,
zu lernen sich ins Netz zu hacken
und Lehrer Lämpels Passwort knacken.
Es war natürlich streng verboten
sie zu ändern, diese Noten
die Lehrer Lämpel gut gepflegt
hat auf der Platte abgelegt.
Doch sie konnten's nicht verkneifen
die Noten etwas abzuschleifen
sie zu bessern und zu schönen,
und den Lehrer zu verhöhnen.

Eines Tages doch der Lämpel
leider leider den ganzen Krempel
merkte und den Rechner trennte
vom Netz - zunächst war das das Ende.
Doch Max und Moritz - gar nicht dumm -
standen nicht lang faul herum,
sondern begannen nachzudenken,
den Notendurchschnitt doch zu senken
indem sie - man traut's ihn' gar nicht zu,
diesen wahrlich genialen Coup -
einen Code frech programmierten
und seinen Rechner infizierten.

Fortan war'n die Noten wieder prächtig
doch hinterließen sie ein lästig
Erbe, denn was sie angerichtet hatten
war ein Virus auf den Platten.

Lehrer Lämpel hatte nicht entdeckt
was sich beide ausgeheckt,
dies unvermeidlich dazu führte
dass der Virus sich vermehrte,
und nach deren beider Tod
der Virus sich in die Netze schob,
die Menschen noch posthum zu grämen -

sie ausgerechnet dort zu lähmen
wo sie sensibel und nervös
auf jede Art der Störung bös
und wutentbrannt reagieren
wenn dumme Streiche sie tangieren.
Viren gar sie infizieren,
Transaktionen sabotieren,
verhindern, Daten zu bewegen,
Informationen zu erleben,
Text und Bilder zu verweben,
Zeit und Raum gar aufzuheben
durch den Cyberspace zu wandeln,
multimedial anzubandeln,
in Chatrooms und mit email-Briefen
weltweite Freundschaft zu vertiefen,
- all das ist nun sabotiert
weil mit dem Virus infiziert.

Mit dem Leben mußten Sie bezahlen,
doch nur die Körper sind zermahlen
der Geist von Max und Moritz lebt immerfort
im World Wide Web und an jedem Ort.

(by Gunther Eysenbach frei nach Willhelm Busch)


Geändert am 12.11.2001 um 18:14 Uhr von odinsson
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"Autor"  
Nutzer: Rhiannon
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geschrieben am: 12.11.2001    um 19:25 Uhr   
[- Beitrag aufgrund zu großer Peinlichkeit gelöscht -]


...trotzdem war der achte streich total lustig...

xxx
schäm-Rhia
Geändert am 14.11.2001 um 16:44 Uhr von Rhiannon
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Nutzer: MacDeath
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Anzahl Nachrichten: 1169

geschrieben am: 12.11.2001    um 19:35 Uhr   
rhia, war das der versuch von neo-gothik?
odin, gefällt mir gut!
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Nutzer: Jeane_Darc
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Anzahl Nachrichten: 45

geschrieben am: 12.11.2001    um 21:40 Uhr   
grinst
und die moral von der geschicht'
traue dem viren-scanner nicht ...

Jeane_Darc
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"Autor"  
Nutzer: Maharet
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Anzahl Nachrichten: 464

geschrieben am: 13.11.2001    um 17:25 Uhr   
Wie knuffig Odi...
Wo haste die denn gefunden? Und warum find ich nie solche Geschichten???
Dies und mehr und alles was sie noch nie wissen wollten beim Nächsten mal wenn es wieder heißt....

Öhm...vergessen hat...gg

Du öffnest die Bücher
und sie öffnen Dich

>Tschingis Aitmatov<
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"Autor"  
Nutzer: odinsson
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geschrieben am: 13.11.2001    um 17:49 Uhr   
Well Met, Maharet !



unter : Link



Gruss, odi xxx
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"Autor"  
Nutzer: Rhiannon
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geschrieben am: 14.11.2001    um 16:42 Uhr   
oh nein...was habe ich da geschrieben? Ich bin entsetzt.
Nun ja, anscheinend wollte ich unter all den Lyrikern nicht so ganz als dummkopf dastehen...ich glaub das lösch ich wieder...
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"Autor"  
Nutzer: odinsson
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geschrieben am: 17.11.2001    um 14:16 Uhr   
noch ne Zugabe:
"Ob der Philipp heute still Wohl bei Tische sitzen will ?" Also sprach in ernstem Ton Der Papa zu seinem Sohn, Den kleinen Philip, das armen Schwein zwickts am Arm und zwickts am Bein kratzen will es, das arme Kind, Arm und Bein - bis Blut rausrinnt. Nägel will er ins Fleisch versenken sich die Arme schier verrenken kreuz und quer den Rücken scheuern. Jetzt muß er zudem noch beteuern das es wirklich keine Absicht ist, daß er zappeln muß hier bei Gericht. Doch die Mutter bleibt nicht stumm nennt den Papa gar ein wenig dumm den kleinen Philip so mahnen, das Kratzen damit noch zu bahnen. Jeder doch die simple Regel kennt, daß Kritik niemals den Juckreiz hemmt. Stattdessen Liebe Pein gut lindert ganze Schübe gar verhindert. Die Mutter also nimmt den Sohn in den Arm und pustet schon auf die off'nen Ellenbeugen um etwas Kühlung zu erzeugen; streichelt zärtlich sein Gesicht und erzählt ihm ein Gedicht.

(Gunther Eysenbach)
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