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Ringelnatz sein Rotkäppchen |
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geschrieben am: 14.11.2001 um 01:48 Uhr
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Joachim Ringelnatz
Rotkäppchen
Also Kinners, wenn ihr mal fünf Minuten lang das Maul halten könnt, dann will ich euch die Geschichte vom Rotkäppchen erzählen, wenn ich mir das noch zusammenreimen kann. Der alte Kapitän Muckelmann hat mir das vorerzählt, als ich noch so klein und so dumm war, wie ihr jetzt seid. Und Kapitän Muckelmann hat nie gelogen. Also lissen tu mi.
Da war mal ein kleines Mädchen. Das wurde Rotkäppchen angetitelt - genannt heißt das. Weil es Tag und Nacht eine rote Kappe auf dem Kopfe hatte. Das war ein schönes Mädchen, so rot wie Blut und so weiß wie Schnee und so schwarz wie Ebenholz. Mit Rotkappchen so große runde Augen und hinten so ganz dicke Beine und vorn - na, kurz eine verflucht schöne, wunderbare, saubere Dirn.
Und eines Tages schickte die Mutter sie durch den Wald zur Großmutter; die war natürlich krank. Und die Mutter gab Rotkäppchen einen Korb mit drei Flaschen spanischem Wein und zwei Flaschen schottischem Whisky und einer Flasche Rostocker Korn und einer Flasche Schwedenpunsch und einer Buttel mit Köm und noch ein paar Flaschen Bier und Kuchen und solchem Kram mit, damit sich Großmutter mal erst stärken sollte.
"Rotkäppchen", sagte die Mutter noch extra, "geh nicht vom Wege ab, denn im Walde gibt's wilde Wölfe!" (Das ganze muß sich bei Nikolajew oder sonstwo in Sibirien abgespielt haben.) Rotkäppchen versprach alles und ging los. Und im Walde begegnete ihr der Wolf. Der fragte: "Rotkäppchen, wo gehst du denn hin?" Und da erzählte sie ihm alles, was ihr schon wißt. Und er fragte: "Wo wohnt denn deine Großmutter?"
Und sie sagte ihm das ganz genau: "Schwiegerstraße dreizehn zur ebenen Erde." Und da zeigte der Wolf dem Kinde saftige Himbeeren und Erdbeeren und lockte sie so vom Wege ab in den tiefen Wald. Und während sie fleißig Beeren pflückte, lief der Wolf mit vollen Segeln nach der Schwiegerstraße Nummero dreizehn und klopfte zur ebenen Erde bei der Großmutter an die Tür.
Die Großmutter war ein mißtrauisches, altes Weib mit vielen Zahnlücken. Deshalb fragte sie barsch: "Wer klopft da an mein Häuschen?" Und da antwortete der Wolf draußen mit verstellter Stimme: "Ich bin es, Dornröschen!" Und da rief die Alte: "Herein!" Und da fegte der Wolf ins Zimmer hinein. Und da zog sich die Alte ihre Nachtjacke an und setzte ihre Nachthaube auf und fraß den Wolf mit Haut und Haar auf.
Unterdessen hatte sich Rotkäppchen im Walde verirrt. Und wie so pißdumme Mädel sind, fing sie an, laut zu heulen. Und das hörte der Jäger im tiefen Wald und eilte herbei. Na - und was geht uns das an, was die beiden dort im tiefen Walde mitnander vorgehabt haben, denn es war inzwischen ganz dunkel geworden, jedenfalls brachte er sie auf den richtigen Weg.
Also lief sie nun in die Schwiegerstraße. Und da sah sie, daß ihre Großmutter ganz dick aufgedunsen war. Und Rotkäppchen fragte: "Großmutter, warum hast du denn so große Augen?" Und die Großmutter antwortete: "Damit ich dich besser sehen kann!" Und da fragte Rotkäppchen weiter: "Großmutter, warum hast du denn so große Ohren?" Und die Großmutter antwortete: "Damit ich dich besser hören kann!" Und da fragte Rotkäppchen weiter: "Großmutter, warum hast du denn so einen großen Mund?" Nun ist das ja auch nicht recht, wenn Kinder so was zu einer erwachsenen Großmutter sagen. Also da wurde die Alte fuchsteufelswild und brachte kein Wort mehr heraus, sondern fraß das arme Rotkäppchen mit Haut und Haar auf. Und dann schnarchte sie wie ein Walfisch.
Und draußen ging gerade der Jäger vorbei. Und der wunderte sich, wieso ein Walfisch in die Schwiegerstraße käme. Und da lud er seine Flinte und zog sein langes Messer aus der Scheide und trat, ohne anzuklopfen, in die Stube. Und da sah' er zu seinem Schrecken statt einem Walfisch die aufgedunsene Großmutter im Bett. Und - diavolo caraitro ! - Da schlag einer lang an Deck hin ! - Es ist kaum zu glauben ! - Hat doch das alte gefräßige Weib auch noch den Jäger aufgefressen. -
Ja, da glotzt ihr Gören und sperrt das Maul auf, als käme da noch was. - Aber schert euch jetzt mal aus dem Wind, sonst mach ich euch Beine.
Mir ist schon sowieso die Kehle ganz trocken von den dummen Geschichten, die doch alle nur erlogen und erstunken sind. Marsch fort! Laßt euren Vater jetzt eins trinken, ihr - überflüssige Fischbrut!
Geändert am 14.11.2001 um 19:06 Uhr von KäptnD |
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geschrieben am: 15.11.2001 um 06:26 Uhr
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Duuuuuuhhuuuu Käptn ...
wenn du solche Märchen erzählst, sind deine Kiddis sicher gaaaanz brav ;-)
Winkerz ... Bussi gibz ... alle lieb grüßt ... lacht ...
und wech is die Kriegerin die gerne mit dem Schwert rumfuchtelt ... |
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geschrieben am: 15.11.2001 um 16:05 Uhr
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Hallo Kriegerin (die pöse liepe Kriegerin mal ),
man achte doch mal auf die Feinheiten, datt hat doch der liepe Onkel Ringelnatz geschrieben, der wo doch der Papa von dem Kuddel Daddeldu war mit ich immer durch die Seemannsbaracken gezogen bin um den Rum zu testen...
KäptnDersolchemärchenmag |
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geschrieben am: 15.11.2001 um 21:58 Uhr
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Na wenn unser Käptn sooooo gerne Märchen liest ...
dann muß ihm die Kriegerin doch eines ihrer "Märchen" widmen
Käptn und Cinderella
Ein riesiger Baum, geschmückt mit altertümlichem Schmuck und vielen bunten Lichtern leuchtete weithin sichtbar vor der Eingangstür und zeigte Käptn den Weg. Als geschähe es auf Knopfdruck gingen im gesamten Haus die Lichter an und ließ es festlich erstrahlen. Der Käptn strahlte über alle vier Backen, denn er freute sich auf die mollig warme Stube ... eine Tasse heißen Tee mit nem ordentlichen Schuss Rum ... ein paar selbstgebackene Weihnachtsplätzchen ... ein knisterndes Kaminfeuer ... mit einem Wort ... auf einen friedlichen Abend im Kreise seiner Familie.
FRIEDLICH?
Die friedliche Stille wurde plötzlich durch ein dröhnendes „WUM-WUM-WUM“ unterbrochen. „Beim ooollen Klaaabauter ...“ brummelte Käptn „welcher meeener Raaabauken, haat daa maal widder die Musik aaan. Kaum is der Kääääptn von Booord, herrscht Chaaaos auf dem Kaaahn!“
Polternd stürmte der Käptn ins Kinderzimmer und versuchte sich bei seinem Ältesten bemerkbar zu machen ... vergebens. Der Bengel lag quer überm Bett und damit beschäftigt einen Bücherstapel zu sortieren. Die Musik plärrte aus den Boxen. Der Gesang des Jungen hätte jeden Orkan der Windstärke 12 übertönt und der Bass ließ den kompletten Raum vibrieren.
Der Käptn kannte seinen Junior. Kurzentschlossen stampfte er zur Anlage und drehte die Musik leiser. Erschrocken fuhr der Junge herum, erkannte seinen Vadder und rief strahlend. „Hey Dad! Cool, dass du da bist! Bin gerade dabei ein paar alte Bücher fürn Flohmarkt auszusortieren ... Märchen und so nen Kinderkram ...“ verächtlich verzog er das Gesicht und wedelte mit einem der Bücher durch die Luft. Der Käptn strich seinem Junior durch die Haare. Lachend meinte der Käptn; „So so Määärchen is Kinnerkraaam ... früher waaarst du aber totaaal begeistert davooon und konntest nicht genuuug hööörn.“
Der Junge sah ihn pfiffig an und meinte; „Mensch Papa! ... Früher war alles anders ;-) da hast du deinen Tee auch mit Zitrone getrunken und heute schüttest Rum rein!“
„Junge es gibt auch spaaanende Geschichten ...“
„Jaja dein Seemannsgarn ... Nöööö Dad! Mit „Schneewittchen und Co“ lockst heute keinen mehr hinterm Ofen vor!“
Der Käptn setzte eine strenge Mine auf und rief „Wetten dass dir meine Geschichteee gefällt ...“
Stolz sah er seinen Junior an und begann zu erzählen; „Es war einmal ...“
„Boooah eyy ... das fängt ja super-galaktisch an ... die Story hat ja soooo nen Bart!“ Stöhnte der Kleene.
„Hör auf zu määäkeln und hör einfach zu ... es war mal so ein stinkreicher Managertyp, dessen Frau gerade abgenippelt war. Weil er ständig rumgurkte und außerdem eine sehr hübschen Teenie zur Tochter hatte, da kam ihm die Idee sich per Heiratsanzeige ne neue Tussi anzulachen. Nach einigen Flops zog er sich ne Witwe mit zwei Kidis an Land. Doch kaum waren die drei Tanten bei ihm eingezogen, da ging der Streß so richtig los. Die potthäßlichen Töchter der Tussi sahen trotz mehreren Liftings und Schönheits-OPs ... wie Nebelkrähen aus und schielten neidisch nach ihrer sexy Stiefschwester. Hihihi ... man kann halt eine „Ente“ nicht zum „Ferrari“ umbauen.
Sie äzten wo sie nur konnten und immer wenn der Alte „on Tour“ war, war daheim der Teufel los. Geändert am 15.11.2001 um 22:02 Uhr von Aoifa |
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geschrieben am: 15.11.2001 um 22:06 Uhr
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... und weiter gehts ...
Die Kleine mußte von morgens bis abend ackern ... bekam nichts zu beißen ... mußte in Fummeln aus der Altkleidersammlung rumlaufen ... während die beiden Stinkstiefeln in den teuersten Boutiquen einkauften ... bis in die Puppen schliefen ... und sich die feinsten Häppchen unter die Nase schoben. Aber so richtig mies wurde es erst, als ein Brad-Pitt-Typ alle Girls zu einem „Riesen-Event“ ... mit Beats ... Fun ... und Action ... in seine Luxusvilla einlud. Der Alte hatte zwar allen mega-geile Kutten aus Paris mitgebracht ... aber sein Hausdrachen fischte Cindys Teil ab ... denn die sollte auf keinen Fall mit auf die Piste gehen und ihren beiden Plagen die Show stehlen. So mußte das arme Wurm die Bude wiehnern, bis sie völlig fix und alle zusammenbrach. Blärrend saß sie in der Küche und als der Drachen ihr dann noch nen hohen Eimer Erbsen vor die Füße knallte, hätte sie ihr am liebsten den Hals umgedreht. Ob die nachfolgenden Ereignisse der Realität entsprachen ... es sich um soge-nannte „Wunschträume“ handelte ... oder vielleicht sogar ne Zeitungsente dahintersteckte ... ob sich Cindy beim einsammeln der Erbsen die Birne anbumste ... darüber scheiden sich die Geister.
Es wird jedoch berichtet ... die Fete sei der Knaller gewesen ... aber der Oberknaller war ne Tussi im Sexy-Fummel, die allem was „Hosen“ trug den Kopf verdrehte ... besonders dem Super-Macker, der wie Brad-Pitt aussah. Tja ... und als DER zur Sache kommen wollte ... machte SIE den Abflug. Der ganze Tamtam wiederholte sich noch zweimal ... einmal entkam die Holde erneut unerkannt ... einmal verlor sie, beim Schnellsprint, ihren Pumps. Tagelang saß der Schwerenöter am Phone ... wartete auf News ... bis ihm irgendeiner anonym steckte, man hätte sein „Herzblatt“ in Richtung „Nachbarschaft“ flitzen sehen. Da ihn der Zahn so richtig anturnte, gurkte er dort mit seinem Sportflitzer vorbei, hielt den beiden Nebelkrähen und ihrer abgedrehten Alten den Schuh unter die Nase und flötete; „Wem der Schuh paßt, dem werde ich die Sterne vom Himmel holen ... den trage ich auf Händen ... usw.“
Die ausgeflippte Mutter witterten Morgenluft. HA! ... Ein Leben in Saus und Braus ... Kohle zum abwinken ... nie mehr kleine Brötchen backen müssen ... und wenn der Kerl ihre Girls auf Hände trug, wozu brauchten sie da noch Füße? ... Bevor es sich der Knilch überlegte ... oder wieder abtauchte ... ging sie aufs Ganze. Zuerst säbelte sie der Älteren die Ferse ab und zwängte ihre Quadratlatschen in den Pumps! Dachte die Zicke der Typ hätte Tomaten auf den Augen!? ... Wahrscheinlich schon! ...
Als DER jedoch das Blutbad sah, wollte ER sich vor Schreck verpissen, doch die Alte hielt ihn zurück! Flugs knipste sie der Jüngeren die Zehen ab! Grinsend humpelte der Ofen auf den Dreamboy zu, doch den haute es endgültig auf den Teppich. Da lag er nun ... im Fast-Koma und alle schrien volle Pulle nach Cindy.
Die Puppe kam prompt angeflitzt ... wedelte dem Kerl massenweise Frischluft zu und als er endlich die Augen aufschlug, da schnallte er, daß Cindy seine Herzallerliebste war.
Cool knutschte er den Zahn ... trug sie zum Auto und sauste mit ihr davon. Für die drei Nebelkrähen, die wild hinter ihm her keiften, hatte er nur Spott übrig!“
Stille herrschte im Raum.
Erwartungsvoll schielte der Käptn zu seinem Junior, doch der kaute nur nachdenklich auf seiner Unterlippe herum. Erst nach einer ganzen Weile räusperte er sich und kicherte; „Weißt du Dad ... ich glaube wir behalten die Bücher doch, denn von deiner Version bekommen sonst die beiden kleinen Pickel!“
Hoffe, die Geschichte war nach deinem Geschmack ;-)
wünsche dir noch nen schönen Abend ...
Bussi und wech Geändert am 15.11.2001 um 22:46 Uhr von Aoifa Geändert am 15.11.2001 um 22:48 Uhr von Aoifa |
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geschrieben am: 16.11.2001 um 00:09 Uhr
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reinwirbeltz
ui märchenstunde froiiiiiiiiiiii
zwar keine göre mehr is, oder etwa doch fg, aber mit heller begeisterung gelesen hat!
aoifasche am rockzipfel zieht, dem kptn. die hosenträger stramm zieht und schnalzen lässt und büdde mehr hören möcht fg
sich im schneidersitz vor beide setzt und mit grossen erwartungsvollen augen angucktz grinst |
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geschrieben am: 16.11.2001 um 17:59 Uhr
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lol Kriegerin, super, da muß ich mir ja jetzt echt was einfallen lassen ...
Hey luc, das ist hier wie in "good old britan", als ich dort mal wieder verweilte und in einem Pub war, war ein Abendan dem jeder der Anwesenden etwas vortragen durfte/mußte ...
KäptnDermalgespanntzulucschaut |
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geschrieben am: 16.11.2001 um 18:00 Uhr
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Geändert am 16.11.2001 um 23:35 Uhr von KäptnD Geändert am 03.01.2002 um 06:58 Uhr von KäptnD |
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