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Allein vereint Teil 1

Nutzer: Spiderli
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geschrieben am: 24.11.2001    um 19:22 Uhr   
ALLEIN VEREINT

Der beige Leinenvorhang war ein Stück zugezogen, nur so, dass das Licht der Sterne sich einen Weg in das Schlafzimmer bahnen konnte. Da lag sie nun auf dem großem Bett, eingehüllt in eine blaue Samtdecke, tief träumend und leicht atmend. Ihr Anblick, wie sie da so friedlich und nichtsahnend schlief, löste in meinem Herzen eine unsagbare Wärme aus. Schon fast erschreckend schön. Ich setzte mich neben sie, an den Rand ihres weichen Bettes um ihrem Atem zu lauschen, mir ihr feines Gesicht besser ansehen zu können, das Zucken ihrer zarten Augenlieder, wenn sie intensiv träumte, ich wollte einfach nur ihre Nähe und Wärme fühlen können.
Ich fuhr mit meiner linken Hand über ihre zart rötliche Wange, doch ich spürte nichts, keine Wärme, es war als ob ich durch sie durch langen konnte. Es gelang mir nicht ihren Körper zu berühren. Egal was ich auch tat, meine Hände konnten nichts spüren. Sie regte ihren schlafenden Körper hin und her. Schien es so als könnte nur sie meine Berührungen spüren? Was war mit mir passiert, dass ich nicht verstand, warum sie, zwar so nah aber doch so fern war?
Ich erinnerte mich an frühere Zeiten. Wie oft ich am Schreibtisch noch saß, arbeitet und sie derweilen sich schon hingelegt hatte. Sie war nie böse oder gar beleidigt, dass ich immer bis spät in die Nacht meine Finger über die Tasten des PcŽs huschen ließ. Ich habe sie so gern im Schlaf beobachtet. Sie hatte immer so ein süßes, zufriedenes Lächeln auf den Lippen. Drehte sich tausendmal hin und her, und manchmal erschien es mir als ob sie mit mir sprechen würde, in ihren Gedanken. Ich konnte minutenlang einfach nur da sitzen, sie beobachten und alles um mich herum vergessen. Bei jedem Blick den ich über sie streifen ließ, spürte ich die Liebe in mir, die diese Frau in mir auslöste. Gefühle von so unvorstellbarer Größe, Intensität und Erfüllung, wo ich nie glaubte oder besser nicht ahnen konnte, dass sie wirklich in mir schlummern. Ja, diese Frau zeigte mir, dass ich im Stande war, unermesslich zu lieben.
Wenn ich dann fertig war mit meiner Arbeit, legte ich mich neben sie. Spürte ihren weichen, warmen Körper, ihren Atem auf meiner Haut, und wieder und wieder durchfloss mich dieses schöne Gefühl von Geborgenheit und Liebe. Ich legte meine Arme um sie und wollte sie in solchen Momenten nie wieder loslassen. Sie spürte es jedes Mal, wenn ich zu ihr kam, schmiegte sich ganz nah an mich, schenkte mir das liebevollste Lächeln, dass ich je gesehen habe und das sanfte Geräusch ihres Atems brachte mich dazu, friedlich neben ihr einzuschlafen.
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"Autor"  
Nutzer: Spiderli
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Registriert seit: 01.06.2001
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geschrieben am: 24.11.2001    um 19:24 Uhr   
Allein Vereint Teil 2

Da saß ich nun, am Rande ihres Bettes, einen schmerzhaften und bedrückenden Wunsch in mir, das alles wieder fühlen zu dürfen, aber das gelang mir nicht. Mein Herz zog sich immer mehr und mehr zusammen. Was habe ich getan? Was war es warum es mir nicht erlaubt war sie nur einmal noch zu berühren?
Ich begriff es nicht, oder nein, ich wollte nicht begreifen was mit mir passiert war. Ist es nur ein Traum? Ja so wird es wohl sein, ein Traum. Deswegen kann ich nicht einfach meine Hand auf die ihre legen, ihre weichen Lippen mit den meinen berühren, ihre Nähe und Wärme spüren und ihr ganz nahe sein. Ich wünschte mir so sehr, dass es nur ein Traum war.
Den Kopf in die Hände vergraben, Tränen liefen über meine Wangen, ein Schmerz, der scheinbar nicht enden wollte, durchzog meinen ganzen Körper. Die Liebe in mir verwandelte sich in Hoffnungslosigkeit, Schmerz, quälenden Schmerz und Trauer. Alleine. Ganz alleine saß ich da, verlassen von allem, so zumindest fühlte ich mich in diesem Augenblick. Eine unbegreifliche Leere in mir, aber den Schmerz, ja den konnte ich deutlich spüren.

Die Minuten vergingen, doch es kam mir vor wie endlose Stunden. Du schliefst sehr unruhig. Drehtest Dich immer von einer Seite zur anderen. Redetest unverständliche Worte. Ich versuchte es zu verstehen, aber das einzige was ich hören konnte war, wie Du immer und immer wieder meinen Namen sagtest. Das konnte ich klar und deutlich hören, Du sprachst zu mir. Konntest Du also doch sehen oder spüren, dass ich ganz nah bei Dir saß? Du wurdest immer unruhiger, Deine Gedanken fingen an die zu quälen, Du wolltest aufwachen. Ich konnte Dir nicht helfen, ich wollte Dich wachrütteln, Dich beruhigen, Dir sagen, Schatz, es ist alles in Ordnung ich bin ja da, ganz nah, aber ich konnte es nicht. Ich schüttelte Dich, fuhr Dir mit der Hand übers Gesicht, berührte Deine Stirn, aber nichts, nichts geschah. Ich war völlig hilflos...
Du riefst meinen Namen immer lauter und lauter...bis es Dir von selbst gelang aufzuwachen. Dein Atem war heftig und schnell, Dir standen Schweißperlen auf der Stirn. Du drücktest auf den Knopf der kleinen schwarzen Nachttischlampe, und ein fahler Lichtschein erhellte das Zimmer. Jetzt konnte ich Dein Gesicht erst richtig sehen. Du sahst verängstigt aus. Irgendwas hat Dir in deinem Traum sehr zu schaffen gemacht. Deine Augen waren verquollen. Salzige Tränen traten aus Deinen sonst so schönen Augen. Du legtest den Kopf in deine Hände und fingst an bitterlich zu weinen. Mein Herz schnürte sich bei diesem Anblick enger und enger. Der Schmerz in mir wurde größer, unaufhaltsam. Wieso war es mir nicht möglich Dir zu helfen?
Du nahmst das Bild von mir, dass immer auf Deinem Nachttisch stand in beide Hände und schenktest ihm einen Blick aus Trauer und tiefster inniger Liebe. Du legtest es auf Deine Lippen und seufztest dabei. Du weintest mehr als Du sprechen konntest, das einzige was ich verstehen konnte war, wie Du sagtest : „Warum musstest Du mich verlassen? Warum? Du warst doch einfach zu jung zum Sterben und wir hatten noch so viel Gemeinsames vor“. Mein Gott, wie sehr wollte ich Dich jetzt einfach in den Arm nehmen und Dir sagen, es wird alles so wie es einmal war. Nur dieser eine Wunsch war es der in dem Moment für mich zählte. Und da begriff ich erst, warum ich es nicht konnte.
Du schaltetest das Licht wieder aus, nahmst mein Bild mit unter die Decke und ich konnte hören, wie Du Dich in den Schlaf weintest.



- ENDE –

P.S. in Gedanken an die Frau die ich liebe!
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Lupina
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geschrieben am: 24.11.2001    um 19:32 Uhr   
Ich habe geweint als ich die Geschichte gelesen habe
und ich weiß auch warum.Du kannst mit deinen Worten
so gut umgehen,obwohl es eine traurige Geschichte ist.
Aber allein wie wunderschön deine Worte klingen,lässt
einem Gänsehaut aufkommen.Ich bin wirklich sehr angetan
von dieser Geschichte,und ich weiß daß Du Talent hast!
Verdammt,das hast Du.

#lächel#

Einen ganz lieben Gruß an Spiderli...

Deine Lupina
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"Autor"  
Nutzer: Maharet
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Anzahl Nachrichten: 464

geschrieben am: 24.11.2001    um 21:36 Uhr   
Meine güte....

sich ein paar Tränen wegwischt

Du öffnest die Bücher
und sie öffnen Dich

>Tschingis Aitmatov<
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"Autor"  
Nutzer: Binje
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geschrieben am: 25.11.2001    um 20:58 Uhr   
Du hast es mir ja schon geschickt, aber ich kann Lupina nur zustimmen. Du hast es wirklich gut geschrieben und auch traurige Dinge können schön sein.
Du solltest wirklich mehr an Dich glauben.
Kopf hoch...
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Lupina
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Anzahl Nachrichten: 5

geschrieben am: 26.11.2001    um 16:03 Uhr   
Gell?Ich finde Spiderli sollte mehr hier ins Forum setzen...

#lächel#

Deine Lupina
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"Autor"  
Nutzer: Bienchen20
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geschrieben am: 26.11.2001    um 20:14 Uhr   
Das war echt wunderschön.
Von solchen Geschichten sollte es mehr geben, aber es wird wohl nur wenige geben, die sehr nah an diese heranreichen werden.
Ich habe jetzt noch eine Gänsehaut und meine Tränen brauchen wohl noch ein bischen Zeit, bis sie getrocknet sind.
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Lupina
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geschrieben am: 26.11.2001    um 21:50 Uhr   
#...trocknet mal die Tränchen vom Bienchen...#

Ich hab doch auch geweint...#lächel#

Lupina


Geändert am 01.12.2001 um 02:56 Uhr von Lupina
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"Autor"  
Nutzer: Kluesa
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geschrieben am: 01.12.2001    um 02:58 Uhr   
*schnief*
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