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Die Gefährten...

Nutzer: HeavensRevenge
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geschrieben am: 27.11.2001    um 22:27 Uhr   
Die Gefährten...

Stille. Die Sonne begann bereits langsam, den späten Nachmittagshimmel zu verlassen und ließ ihre noch grellen Strahlen mit den Reflexionen der reich verzierten Plattenrüstung Lorins spielen. Überall ringsumher nichts weiter als Stille. Weit entfernt nun das grausige Szenario des Schlachtfeldes. Sein schnaubender schwarzer Hengst, ein Schlachtenross edlen Geblüts, verharrte bebend.
. Langsam wendete er das vom federngeschmückten Topfhelm bewehrte Haupt. „Noralus...?“ Seine unsichere Stimme verhallte beinah erstickend über der moosig-grünen Ebene, die sich schier unendlich weit vor ihm zu erstrecken schien. In seinem Rücken führte der schmale, von recht steil ansteigenden Felsen flankierte, Weg zurück in Richtung jenes Schauplatzes, den die beiden Gefährten vor einigen Stunden verlassen hatten. „Noralus?“ Stille. Keine Antwort, kein Zeichen seines Freundes, kein Geräusch außer dem Schnauben des erschöpften Tiers.
Endlich ließ Lorin die Klinge, die er noch immer in der rechten Hand hielt, in die lederne Scheide gleiten. Der beinah mannshohe Schild in seiner Linken, von den Kampfhandlungen indes leicht verbeult, zeigte auf dunkelblauem Grunde zwei silberne gekreuzte Klingen, die vom Symbol der Sonne überragt wurden. Jenes Wappen zierte auch die Decke unter dem Sattel seines treuen Rosses sowie den Umhang, den die goldene Fibel auf seinen Schultern zu halten wusste.
Auch seine Rüstung trug jenes Symbol, ein Symbol von Ehre, Ruhm, hoher Stellung. Doch was war es mit dieser Stellung? „Verrat!“, zuckte es ihm durch die Gedanken „Torok, dieser Hund...“ Niemals hätte der junge Ritter geglaubt, in den eigenen Reihen angegriffen zu werden. Niemals hätte er daran gezweifelt, dass sich alle Männer der Truppen des Großherzogs von Irolor an ihren Treue-Eid halten würden. Niemals. Die kleine Einheit, die seinem besten Freund Noralus unterstand, hatte unter Führung des ehemaligen Söldners Torok jenen Hinterhalt geplant, wie hatte er dies nur übersehen können?
„Noralus, mein Freund, wo bist Du?“ Seine Stimme hallte erneut über die Ebene, unsicher, schwach und durch die Windstille nicht sehr weit. Mit einem leichten Seufzen ließ sich Lorin langsam vom Rücken des Pferdes gleiten, um dem gepanzerten Ross endlich ein wenig Ruhe zu gönnen. Als er den Boden mit den Füßen erreichte, spürte er erstmalig den von einer scharfen Klinge verursachten stechenden Schmerz, der von seiner rechten Hüfte aus seinen ganzen Körper durchflutete. Vorsichtig verlagerte er sein Gewicht so, dass der Schmerz erträglich wurde und legte seinen Schild schließlich am Boden ab. „Oh, Noralus... Was haben sie Dir angetan?“, sprach er mit halblauter zitternder Stimme aus, während er sich langsam den Helm vom Haupt zog.
Weit und breit nichts zu erkennen. Er hob die rechte Hand an die Stirn, um seine Augen vor der Sonne abzuschirmen und sah über die Ebene hinweg. Noch gute zwei Stunden im schnellen Trab, dann sollte er das Gut seines Lehnsherren erreichen. Er musste es schaffen, musste Bericht erstatten, musste von jenem Frevel erzählen, den Toroks Getreue in des Großherzogs Truppen begangen hatten.
Als er seine Kettenhandschuhe zu Boden fallen ließ, nahe seines Schildes, gewahrte Lorin den langsamen Rhythmus herannahender Hufe. „Sie sind mir gefolgt“, war sein erster Gedanke, doch als er sich umdrehte, erkannte er den Braunen seines Freundes. Noralus saß seltsam schlaff im Sattel, machte beinah den Eindruck, jeden Augenblick aus jenem herab zu stürzen. Seine Schmerzen ignorierend rannte Lorin ihm entgegen und ergriff die Zügel des Rosses, um jenes zum Stehen zu bringen. „Noralus!“, wachsam musterte er seinen angeschlagenen Freund, „Grundgütiger! Noralus, was ist mit Dir?“
Der Angesprochene, der ähnlich gerüstet war, wie Lorin, sah diesen mit leerem Blicke an, Seinen Schild trug er nicht mehr bei sich. Offenbar hatte man ihm diesen im Kampfe aus der Hand geschlagen. „Torok ... hat ...“, die Stimme des Gefährten klang brüchig, beinah gequält, „er hat... gesiegt...“ Das Entsetzen in Lorins Gesicht flammte in jenem Momente auf, als die Sonne endgültig hinter der Horizontlinie verschwand. Kopfschüttelnd trat er nahe an den Braunen heran und half behutsam seinem Freund aus dem Sattel.


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Nutzer: HeavensRevenge
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geschrieben am: 27.11.2001    um 22:28 Uhr   
Die Sichel des zunehmenden Mondes war bereits in der Ferne erkennbar, als die beiden Männer einige Minuten später auf einer ausgebreiteten dünnen Decke auf dem moosigen Grund saßen. Die Pferde konnten sie nirgends anbinden, doch wussten sie, dass die treuen Tiere nicht fort laufen würden. Lorin hatte Noralus‘ Wunden provisorisch versorgt und teilte nun seinen spärlichen Proviant, einen Kanten Brot und ein Stückchen Trockenfleisch, mit ihm. Sie planten, nach einer kurzen Rast und Stärkung, den für die erschöpften Rösser beschwerlichen Weg fortzusetzen. Lorin war froh darüber, seinen Gefährten noch bei sich zu wissen.
Endlich, als der Mond bereits hoch am Firmament prangte, half er Noralus beim erneuten Aufsteigen. Die beiden Freunde waren, nicht anders als ihre Rösser, völlig erschöpft und abgekämpft, jedoch mussten sie weiter, mussten voran, der Feste des Großherzogs von Irolor zu. Die Hengste sprengten unter dem Druck der Waden ihrer Reiter voran, so gut sie konnten, um plötzlich, beide gleichermaßen, sich gen Himmel aufzubäumen.
Lorin ging zu Boden. Der Ritter war nicht darauf gefeit, in dieser stillen, tristen Einsamkeit der Nacht, auf Hindernisse zu treffen. Ein gellender Schmerzensschrei drang über seine Lippen, als er erneut seine Hüfte spürte, zudem war er in voller Rüstung recht hart aufgekommen und konnte sich nunmehr kaum bewegen. Noralus hatte seinerseits unterdes große Schwierigkeiten, sein eigenes Ross im Zaum zu halten. Jener Truppenführer schrie nach seinem wenig jüngeren Freund, der sich windend am Boden lag.
Als Lorin sich schließlich stöhnend aufzurichten vermochte, lenkte er seine Blicke nach vorn, um zu sehen, was den Pferden einen derartigen Schrecken versetzt haben könnte. Wortlos starrte er auf die Gestalt, die sich ihm bot. Einen Moment lang schloss er die Lider, um sie aber gleich darauf wieder zu öffnen. Nein... Es war keine Illusion! Jene Gestalt war wirklich dort!
„Noralus.... Dort...“ Ein Flüstern war zu vernehmen, als Lorin langsam seine behandschuhte Hand in jene Richtung ausstreckte. Der andere, der indes sein Ross beruhigt und Lorins beim Zügel ebenfalls zum Verharren gebracht hatte, sah in die Richtung, die ihm der Gefährte wies. „Bei den Höheren!“, entfuhr es Noralus, dessen Gesicht bleich wurde, wie die Sichel des Mondes über ihnen.
Vor ihren Augen stand reglos eine seltsame, fremde Gestalt. Ein Ritter scheinbar, denn die Gestalt trug Rüstung, Helm, Schild und Schwert wie sie. Doch war das Metall nachtschwarz und die Gestalt des Fremden ragte ein gutes Stück über die beiden Freunde hinaus. Die Schwärze seiner Rüstung hatte anscheinend verhindert, dass sie ihn früher hätten gewahren können. Nun ließ auch Noralus sich aus dem Sattel seines Braunen gleiten, hielt die Zügel der beiden Rösser weiterhin fest und trat dicht an Lorin heran.
Lorin fasste sich als erster ein Herz und trat einen Schritt vor. Ehrerbietig beinah neigte er sein Haupt vor dem riesigen gepanzerten Rittersmann. „Seid gegrüßt zu solch.. später Stund‘, Fremder...“ Einmal mehr erklang die Stimme des geschundenen Kriegers halblaut und zitternd, doch bereits bei den letzten Silben gewann sie an Festigkeit und Sicherheit. „Was führet Euch zu Fuß durch jenes weite Ödland?“ Die Schmerzen unterdrückend, fixierte Lorin sein nachtschwarzes Gegenüber, auf eine Antwort harrend, während Noralus seinerseits nun ebenfalls sein Haupt neigte und anschließend zu dem Hünen aufsah.
„Das Land ist verhehrt...“, sprach eine mächtig klingende dunkle Stimme. „Ihr!“, sein mächtiger Arm glitt nach vorn, sein Finger den beiden entgegen gerichtet, „Ihr habt das Land verhehrt...“ Schweigend sahen die beiden Männer einander an, dan wieder zu dem schwarz Gerüsteten. Der Mond warf nun sein fahles Licht direkt über ihren Köpfen gen Erde, beleuchtete die Umgebung nur unzureichend, zudem scheinbar noch ohne die Unterstützung der Sterne.

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Geändert am 27.11.2001 um 22:28 Uhr von HeavensRevenge

Geändert am 27.11.2001 um 22:41 Uhr von HeavensRevenge
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geschrieben am: 27.11.2001    um 22:30 Uhr   
Noralus musterte den Fremden von unten nach oben. Langsam glitt sein Blick über das pechschwarze Metall. Endlich erblickte er das scheinbar kleine Wappen, das seine Brust in geprägter Form zierte. Schwerlich nur konnten die erschöpften Augen des Truppführers jenes ausmachen, und doch erschrak er sichtlich, als er es gewahrte. Zwei gekreuzte Schwerter mit dem Symbol der Sonne darüber. War es nur Schein? Die Kinnlade Noralus‘ klappte runter, sein Augenmerk lag starr auf der Brust des Riesen. „Ahruley“, wisperte er. Der schwarze sah zu ihm nieder. „Der bin ich...“, grollte er, „Und ihr habt mein Land verhehrt...“ Wieder sprach er die Worte aus, doch konnten die beiden Gefährten damit nun gar nichts anfangen. „Ihr habt Krieg gebracht in meinem Volk. Ihr habt es gegen mich aufgehetzt!“
Lorin trat einen weiteren Schritt nach vorn. „Wir? Sire... Wir sind auf dem Wege zu unserm Lehnsherrn, dem ehrenwerten Großherzog von...“ Weiter kam er nicht. Ein polterndes Lachen seitens Ahruley unterbrach den Rechtfertigungsversuch des Kriegers. „Irolor!!“, lachte er auf. „Oh, ihr Narren...“ Seine Soldaten werden Euch sicherlich Einlass gewähren. So geht nur, geht... Doch nennt ihm meinen Namen, und Ihr werdet der Feste ewig innewohnen...“
Langsam hob Lorin die Faust. „Was spottet Ihr gegen ihn? Habt ihr ihn nicht selbst in den Adel erhoben? Habt ihr ihm nicht selbst die Ländereien gegeben? Wir wollen ihn warnen, warnen vor Torok, der uns mit seinen Mannen überfiel. Hat er Euch nicht den Treu-Eid geschworen, wie auch wir?“ Noralus nickte bekräftigend zu den Worten seines Freundes, noch immer die beiden Hengste beim Zügel haltend. Das erschöpfte Schnauben und die Geräusche ihrer unruhig scharrenden Hufe verhallten in der Dunkelheit, als Lorin sprach, aufgebracht, entrüstet gar, seinem König gegenüber, den er fürchtete, den er ehrte.
Ahruley grinste unsichtbar hinter dem Visier seines prunkvollen schwarzen Helmes. „So geht, geht und findet Euer Schicksal. Ihr Narren. Folgt den Pfaden des Schicksals, doch wisset um meine Worte: Euer Eid bindet Euch mit dem Leben....“ Lachend wendete er sich um und setzte sich in Bewegung. Noch im Laufen wandelte er sich in den Bären, dessen Seele er in seinem mächtigen Leibe ebenfalls trug. Ahruley, der Bär, ihr König, ihr Herr war schnell außer Sichtweite im Dunkel der fahl beschienenen Mondnacht verschwunden.
Verwirrt sahen die beiden Männer ihm nach. Was sollten seine Worte bedeuten? Warum hatten sie sein Land verhehrt? Warum sollten sie es gewesen sein, die das Volk in Aufruhr versetzt hatten, die die Mannen zu den Kämpfen in den eigenen Reihen gebracht hatten? War es nicht Torok gewesen, der den Verrat beging? Der Noralus‘ kleine Feste besetzte und einnahm?
Wortlos bestiegen sie von neuem ihre abgehetzten Hengste, hoffend, noch vor Ende der Nacht das Ziel ihrer Reise erreicht zu haben. Beide versanken in Gedanken, als sie stur voran ritten, weiter dem Weg zur Feste des Herrn von Irolor folgten. Beide hatten sie einst ihrem König und ihrem Lande ewige Treue geschworen, „im Frieden wie im Kriege, bis in den Tod hinein, für König und Vaterland“, hatten sie die alte Formel nachgesprochen, wohl wissend, was sie damit versprachen. Und als Noralus und Lorin vor nunmehr einem und einem halben Jahr das Lehensgut des Großherzogs erhielten, schworen sie einen ähnlichen Eid ihm gegenüber, der sie verpflichtete, ihn zu schützen und ihm treu zu sein mit Leib und Leben.
Am Horizont ragte endlich die steinerne Feste auf, als der Mond bereits verschwunden war und die Sonne in ihrem Rücken durch das erste Morgengrauen angekündigt wurde. Schleppend nur noch ging der Ritt voran. Fortwährendes Schnauben kündigte von der nahenden endgültigen Erschöpfung der beiden Rösser, denen der Schweiß dick im Fell klebte. Müde deutete Noralus mit der Linken nach vorn. Sein rechter Arm hing inzwischen schlaff und unbeweglich herab, von den Verletzungen des Vortags beinah völlig gelähmt. Die Freunde litten unter den Schmerzen schlecht versorgter Wunden, und Lorin hatte bereits Fieberschweiß auf der Stirne stehen. Den Helm hatte er bereits vor ein paar Stunden am Sattel befestigt, um sein Haupt weiterhin aufrecht halten zu können. Die Augen wollten ihm immer wieder zufallen, doch er zwang sich, wach zu bleiben.

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Nutzer: HeavensRevenge
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geschrieben am: 27.11.2001    um 22:31 Uhr   
Schließlich blieb der Schwarze stehen, weigerte sich, auch noch nur einen Schritt zu gehen und machte bald den Anschein, unter der Last seines Reiters zusammenzubrechen. Noralus gewahrte dies und stieg von seinem Braunen, um seinem Freund herunter zu helfen. Seufzend klopfte er den beiden Pferden die Hälse, sprach ein paar Worte zu ihnen. Das heißt, er murmelte mehr, denn auch er hatte sehr mit den Strapazen der Kämpfe und des langen Rittes zu kämpfen. Lorin schien völlig abwesend, scheinbar mit den Gedanken in einem fernen Lande zu weilen. Er stammelte wirres Zeug von Elfen und Drachen, von Zwergen und anderen Wesen, an die Noralus nicht so recht glauben wollte.
Beschwichtigend legte dieser seinem Freund die linke Hand auf die Schulter. „Wir... haben es geschafft... mein Freund...“, brachte Noralus mühsam hervor. Kurz darauf bewegten sich die beiden Männer, Noralus musste Lorin stützen, auf die erhaben wirkende Feste zu. Der Truppführer machte das kleine Signalhorn vom Gürtel seines Gefährten los und blies zweimal einigermaßen kraftvoll hindurch. Als die Wachsoldaten auf den Wehrgängen sich vom Wappen der Ankömmlinge überzeugt hatten, ließen sie die Brücke hinab, und einige Knechte kamen heran, um die Pferde in Empfang zu nehmen. In diesem Moment brach Lorin zusammen, kurz darauf wurde auch seinem Gefährten schwarz vor Augen.
Man trug die beiden ins Innere der Festung, brachte sie auf ein zimmer und kümmerte sich um die teilweise bereits schwer entzündeten Wunden. Einige Zeit später weckte man Lorin aus einem Fieberwahn-Anfall, als er anscheinend die gesamte Feste niederbrüllen wollte, doch fiel er kurz darauf wieder in einen tiefen, doch unruhigen, Schlaf. Noralus wachte später bei ihm, als er wieder einigermaßen bei Kräften war. Er hatte indes ein recht üppiges Mahl bekommen und dem Herzog gesagt, er wolle ihr Anliegen erst dann vortragen, wenn auch Lorin bei Sinnen sei. Die Worte des Königs Ahruley waren in seinem Geiste noch lange nicht verklungen und zermürbten ihm die Nerven.
Zum späten Nachmittag endlich kam Lorins Körper zur Ruhe. Man hatte den Magier des Herzogs gebeten, ihm ein Heilmittel zuzuführen, es sei Sitte so, bei Gastgebern, hatte man höhnisch verlauten lassen. Insgeheim jedoch gestand man Lorin jedoch nicht mehr viel Zeit zu. Am Abend erwachte er bebend aus seiner Ohnmacht. „Herzog...“, flüsterte er, „...wir müssen zum...“ Noralus beugte sich zu ihm nieder, seine eigenen Leiden ignorierend. „Wir sind in seiner Feste, mein Freund. Wir sind da...“ Er legte langsam seine Hand auf die Lorins, die stark zitterte, vor Anstrengung dessen Körpers. „Ich habe ihm noch nichts berichtet. Ich wollte warten... Auf Dich...“ Leise sprach er auf Lorin ein, sich bewusst, dass sein Freund der tiefen Fleischwunde, die er am gestrigen Tage an der Hüfte erlitten hatte, vermutlich bald erliegen würde. Behutsam half Noralus seinem Freund, sich aufzusetzen. Er rief nach dem Wächter, der vor der Kammer ausgeharrt hatte und hieß ihn, den Großherzog zu rufen.
Kurz darauf erschien jener in Begleitung zweier junger Soldaten, beide in leichter Rüstung und mit Dolchen am Gürtel und Schwertern zu ihrer Linken. „So tragt denn endlich das Anliegen vor, Noralus und...“ Geringschätzig blickte er auf den leise stöhnenden fiebrigen Lorin. Noralus nannte ihm den Namen seine Gefährten. Dann sprach er langsam, gewillt, seine Erschöpfung, seine offenkundigen Schmerzen, gegenüber seinem Lehnsherrn zu verbergen. „Wir wollten Euch warnen Sire. Torok... Torok führte einen Aufstand an... Er brachte uns und andere in einen Hinterhalt. Man sagte uns, er wolle Eure Feste erstürmen. Man sagte uns, er wolle...“ Plötzlich brach der Großherzog von Irolor in schallendes Gelächter aus. „Ihr glaubt an das, was man Euch schwören ließ?“ Wieder Gelächter, ein glucksendes, ekliges Gelächter. „Den Eid habt ihr mit meinen wahren Getreuen geleistet... Gemeinsam! Allen voran Torok – mein Bruder! Der König wäre stolz auf Burschen wie Euch...“ Die letzten Worte gingen in weiteren Gluckslauten unter. Eine schnelle Geste des Großherzogs gebot seinen beiden Begleitern, vorzutreten. Diese leisteten dem Befehl Folge, zogen gleichsam ihre Dolche und stachen auf den Bebenden Lorin und den überraschten Noralus ein. „Nun wird sein Stolz elendig verrecken, in dieser Kammer...:“ Die drei lachten lauthals, als Noralus nach Atem rang, den Dolch aus seiner Brust ziehend. „Euer Eid bindet Euch mit dem Leben...“ Der Gedanke hallte in seinem Geiste nach, wieder und wieder, bis sich seine Sicht erst blutrot, dann schwarz färbte. „Verrat“, hauchte Lorin noch, als er von seinen Qualen erlöst nach hinten sank. Dann schaffte man die beiden Getreuen des Ahruley nach draußen und blies zur Verfolgung des Königs...

- ENDE -



Geändert am 27.11.2001 um 22:31 Uhr von HeavensRevenge
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Nutzer: HeavensRevenge
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geschrieben am: 30.11.2001    um 16:03 Uhr   
--- seufz

liest das hier überhaupt irgendjemand? ---

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Nutzer: Sir_Xelex
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geschrieben am: 23.12.2001    um 21:04 Uhr   
sich eine zigarette anmacht und gespannt beginnt die geschichte der gefährten zu lesen...beeindruckt nach der dritten zigarette ,der spannung wegen, am ende der geschichte angelangt nur eines im sinne hat Wie..gehts weiter ??????????..das kann doch nicht schon alles sein oder ?? es nicht hofft da sehr gefesselt war von jener geschichte..so denn gespannt auf fortsetzung verharren wird

Sir_Xelex
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"Autor"  
Nutzer: SmallLady
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geschrieben am: 06.04.2002    um 18:51 Uhr   
Echt klasse geschrieben, mach weiter so, einfach super!
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"Autor"  
Nutzer: XarellaMijou
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geschrieben am: 07.04.2002    um 02:55 Uhr   
sitzt und liest wie gebannt

Rejala? Geht das auch noch weiter? Ich würd mich sehr über Fortsetzung freuen...

Xarella
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