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geschrieben am: 28.11.2001 um 13:39 Uhr
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Als am Schicksalstag im Morgengrauen wieder eine gewaltige Schlacht tobte - es wäre eine der letzten geworden - zogen so zahlreich und schnell wie schwarze, bösartige Grillen die gewaltigen Heerscharen der OthRog am Horizont auf. Yojinj sah den Zeitpunkt gekommen und erschien über dem Schlachtfeld, sich den Völkern zeigend, welche in Staunen erstarrten und ohne Schmerz, Mensch wie Dämon, in das milde Licht blickten. Yojinj sprach mit seiner tiefen Freundlichkeit, mit dem geschlossenen und doch alles erfassenden Blick des Inneren Auges über die Heere sehend: „Einigt euch, ein neuer Feind naht, um euch ins ewige Verderben zu ziehen. Nun ist die Zeit der Auferstehung gekommen.“
Mit diesen Worten erkannten Dämonen wie Menschen das Ausmaß der Gefahr, und daß nun nicht mehr gegeneinander zu kämpfen war, weil sie sonst allesamt auch das letzte Verbliebene verlieren mußten. Ohne zu zögern, die Dämonen gläubig nun nach dem Erscheinen des Gottes, wo sie vor so unendlich langer Zeit schon vergessen hatten, daß sie auch ihren Gott einmal gesehen hatten - so etwas ist schließlich immer förderlich, um Anhängerschaft zu gewinnen - einten sich die Völker, um sich gegen die OthRog zur Wehr zu setzen. Yojinj wußte, daß auch er einen Kampf nun zu führen hatte, und entzog sich aller Blicke. Andomer wie Dämonen aber kämpften gemeinsam so gut zusammen wie gegeneinander, sie kannten und ergänzten sich, und wandelten die wilde, entscheidende Schlacht in einen Sieg. Währenddessen trafen Kajchdar und Yojinj aufeinander, denn der finstere Gott der Dämonen, nun geschwächt durch die Abtrünnigen seines Volkes, die sich für das Leben und Yojinj entschieden hatten, konnte jene Unverfrorenheit natürlich nicht so einfach hinnehmen. Eigentlich war Kajchdar um einiges mächtiger als der Gott der Freundlichkeit, doch nun konnte Yojinj trotz der Härte des Kampfes sich behaupten. Kajchdar durchbohrte Yojinj mit dem flammenden, durchschimmernden Haß in seinem Blick, selbst die Hölle hätte unter diesem Blick leiden müssen. Doch die Dämonen des Verlorenen Reiches kämpften nun mutig an der Seite der Andomer, ohne einen Gedanken an ihn zu verschwenden, und dieser Verlust war gewaltig genug. Yojinj, schwer angeschlagen, brachte all seine Kraft auf, um Kajchdar zu bezwingen und die weit verstreuten Dämonen ein für alle Mal von den Ketten ihres tyrannischen Gottes zu befreien.
Kajchdar verging in einem gewaltigen Schrei, einem, der nun immer noch seinen Weg durch die weiten Himmel jagt. Der Gott löste sich in diesem Schrei auf und verlor seine Form... vielleicht liegt sein Wesen im Schrei begraben, und vielleicht wird jener Schrei eines Tages auf einen anderen treffen. Yojinj wußte, daß Kajchdar zu mächtig war um so einfach auf ewig vernichtet zu werden. Er wandte sich daher an einen mächtigeren als alle anderen, einen, den man nicht Gott nennen sollte, weil er der Schöpfer ist. Jener hält Gut und Böse für das gleiche und war daher nicht geneigt, sich von solchen Kleinigkeiten den Tag verderben zu lassen. Der Schöpfer bannte Kajchdar, und dessen Name verging, als ob er nie gewesen sei.
Die Dämonen waren nun frei, und sahen vorerst keinen Grund, weiter auf ihrem Krieg gegen die Andomer zu bestehen. Sie erkannten, daß es vorteilhafter war, fortan gemeinsam zu agieren, da beide Seiten schwerste Verluste davongetragen hatten in jenem Kampf; und zwar waren die Heere der OthRog in der Macht und Schnelligkeit der Krieger vollständig aufgerieben worden, doch so leicht konnte ein anderes Volk gefährlich werden.
Yojinj hatte derweil ein Stelldichein mit dem Schöpfer, der ein wenig verwirrt schien, was aber nicht viel an seinen Ansichten änderte. Den Schöpfer interessierten die Regeln unterhalb der Götter nicht, denn seine Pläne sind so wirr, daß er alle Konzentration darauf braucht, seinen eigenen Fahrplan zu lesen; und somit ist er tatsächlich mehr darauf bedacht, daß das Endergebnis stimmt. Trotzdem ist er eigentlich ein sehr freundliches Wesen, das der Meinung ist, daß man alle Ziele auch mit fairen Mitteln erreichen kann, und auf diese Art und Weise wurde der Schöpfer im Laufe der Welt zu einem ausgefuchsten Kartenspieler im Spiel des Seins, der mehr als nur ein As im Ärmel hat. ((Gerade seine Naivität ist im Grunde seine Stärke)). Lediglich Yojinjs Ärmel konnten seine übertrumpfen, allerdings nur, wenn auch wirklich um Kartenspiele geht. Im Sein wandelte der Schöpfer aus Niederlage Sieg, aus Schwäche Stärke und aus Erdnüssen Popcorn... und so zeigte er sich zufrieden mit der Wendung der Ereignisse und legte Yojinj ans Herz, sich um das Begonnene zu kümmern, da man stets Verantwortung trägt für das, was man sich vertraut gemacht hat. Für Yojinj bedeutete das, die angefangene Vereinigung beider Völker zu fördern. ((Ob der Schöpfer wirklich das allerdings meinte, sei dahingestellt. Niemand weiß, wie der Schöpfer fühlt, und ob überhaupt. Und niemand weiß, wie er denkt. Und ob überhaupt.))
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