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Abendlied

Nutzer: Exay
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geschrieben am: 03.12.2001    um 10:59 Uhr   
Augen, meine lieben Fensterlien,
Gebt mir schon so lange holden Schein,
Lasset freundlich Bild um Bild herein:
Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Fallen einst die müden Lider zu,
Löscht ihr aus, dann hat die Seele ruh.
Tastend streift sie ab die Wanderschuh,
Legt sich auch in ihre fintere Truh.

Noch zweif Fünklein sieht sie glimmend stehn,
Wie zweif Sternlein, innerlich zu sehn,
Bis sie schwanken und dann auch vergehn,
Wie von eines Falters Flügelweh.

Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld,
Nur dem sinkenden Gestirn gesellt,
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,
Von dem goldnen Überfluß der Welt!
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