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Niemand wird mich finden

Nutzer: Gast_gefrorenesHerz
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geschrieben am: 03.12.2001    um 20:49 Uhr   
Niemand wird mich finden

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Ich werd jetzt bald verschwinden,
dahin wo man mich nie wird finden
und wagt ja nicht nach mir zu suchen,
werd Euch auf ewig sonst verfluchen.
Hab lang genug von dieser Welt,
sie ist von Gier und Hass entstellt.
zum Schein für Euch da leb ich noch,
doch lieg ich längst im kalten Loch,
in dem lebend Ihr mich begraben,
um Euch an meiner Qual zu laben.
Faules Fleisch ziert meine Rippen,
das Blut verwest auf meinen Lippen,
mein Herz es schlägt, doch ohne Kraft,
und in den Adern gefriert der Saft.
Ich weiß daß Ihr dies nicht versteht,
weil Ihr eh nie das Ganze seht,
doch nichts ist wie es scheinbar ist,
das ist es was man gern vergißt.
Die Zukunft ist schon Vergangenheit,
denn scheinbar nur verrinnt die Zeit,
drum freut Euch wenn die Sonne scheint,
weil meine Dunkelheit Ihr ja verneint.
Ich hoff daß man mich schnell vergißt,
nicht heuchelt daß man mich vermißt,
niemand hat mich je echt verstanden,
auch nicht als meine Kräfte schwanden.
Man hat mich stets nur ausgelacht,
und Schlechtes über mich gedacht,
bin seit ich denken kann immer allein,
man gewöhnt sich nicht ans Einsamsein.
Das Schicksal das mich weiter trägt,
mich jeden Tag aufs Neue schlägt,
es hat den Kampf schon lang gewonnen,
denn all meine Träume sind zerronnen.
Kann keine Hoffnung in mir fühlen,
nur Schmerzen die mein Herz aufwühlen,
in ihnen werd ich bald verschwinden,
Niemand wird mich dort jemals finden.


(gefrorenesHerz am 03. Dezember 2001)
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 04.12.2001    um 09:19 Uhr   
..vielleicht hänge ich zu sehr am Leben, um Dich wirklich zu verstehen?
Nein, ich will Dir nicht mit falschem Mitleid kommen, da ich schon eine Weile Deine Gedichte lese und sehr wohl weiß, dass Du es ablehnst, das Getue mit dem Trost.

Und dies ist eine Sache, die ich auch ablehne, was aber leider hier üblich zu sein scheint.

Auch ich bin zu sehr mit meinem Leid beschäftigt, um wirklich ehrlich Anteil zu nehmen.

Und immer ist es so, dass jeder sein aktuelles Befinden vorne anstellt und offensichtlich keinen Blick für das Geschick des anderen mehr hat.

Versuchen möchte ich es wenigstens

fratz
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Nutzer: Gast_gefrorenesHerz
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geschrieben am: 04.12.2001    um 20:03 Uhr   
(zitat)..vielleicht hänge ich zu sehr am Leben, um Dich wirklich zu verstehen?(/zitat)Meinst Du?
Weißt was mich wundert ist daß alle bei dem Gedicht denken es handle sich um Selbstmordgedanken, worum es mir aber dabei geht ist zu beschreiben wie es ist wenn man Stück für Stück stirbt, wie die Gefühle zu Fesseln werden die Dich immer weiter einschnüren und irgendwann begraben... Hmmm vielleicht liest Du es ja nochmal, denke schon daß Du verstehst was ich meine?
(zitat)Nein, ich will Dir nicht mit falschem Mitleid kommen, da ich schon eine Weile Deine Gedichte lese und sehr wohl weiß, dass Du es ablehnst, das Getue mit dem Trost.(/zitat)Ja... langsam verstehst Du mich *lächel*
(zitat)Und dies ist eine Sache, die ich auch ablehne, was aber leider hier üblich zu sein scheint.(/zitat)Hier auch nicht mehr als anderswo, vielleicht ziehen die 'Tröster' ja irgendweine Befriedigung daraus, so kommts mir jedenfalls oft vor.
(zitat)
Auch ich bin zu sehr mit meinem Leid beschäftigt, um wirklich ehrlich Anteil zu nehmen.

Und immer ist es so, dass jeder sein aktuelles Befinden vorne anstellt und offensichtlich keinen Blick für das Geschick des anderen mehr hat.

Versuchen möchte ich es wenigstens

fratz(/zitat)Wenn man sich um das Leid anderer kümmern kann hat man wenigstens eine Aufgabe... aber das will ich an dieser Stelle nicht ausführlicher erklären, obwohl ich genau daran grade zu knabbern habe...
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 04.12.2001    um 20:41 Uhr   
..ach nein, gefrorenesHerz .. an Selbstmordabsichten dachte ich nicht. Ich hätte das wohl ausführlicher erklären müssen.

Sagen wir es mal so: Auf der Suche nach mir, war ich sehr oft depressiv und litt sehr darunter, wollte auch lieber fröhlich sein - es gelang mir nicht.
Inzwischen ist es so, dass ich mein Leben, das genauso viele Höhen und Tiefen wie damals hat, mit neuen Augen betrachte. Die Depressionen sind fast verschwunden. Allerdings war es ein langer Weg bis dahin.

Du hast recht .. ich habe es nochmals durchgelesen und ich schließe daraus, dass Du überaus sensibel sein mußt, dass Du Dich immer wieder aus tiefster Seele auf Menschen einließest, die Dich letzten Endes mit Füßen traten, Dich und Deine Gefühle ausnutzten, ohne Dir jemals etwas zu geben - sie haben nur genommen - bis Du leer warst - und Dich dann fallen lassen?

an dieser Stelle mache ich eine Pause,
wenn es Dir recht ist..

fratz

Das ist eigentlich ein sehr umfangreiches Thema, das kann ich Dir nicht alles im Detail hier erzählen.
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