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Vogelscheuche |
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geschrieben am: 05.12.2001 um 23:19 Uhr
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Über weite Felder hinfort trug ihn sein federnder Schritt,
fern von vertrauten Landen und von Heimatgestaden,
er warf keinen Blick mehr nach vorn und keinen zurück;
keine Augen mehr für faulendes Fleisch und Maden.
Wie hatten sie gewütet und alles weit und breit zerstört,
am klaren Himmel blickte ihm der Rauch noch nach,
wie er floh, ruhig und ohne Tränen, keinen Schrei gehört
hat man je von ihm, ihm lagen Seel und Herze brach.
Und als er schon geraume Zeit mit sich im Kreise ging,
der Pfad lief doch gradewegs, da kam er an den Galgen,
und sah eine Scheuche, wie sie grinsend daran hing,
und wie um das Stroh aus ihren Wunden Krähen balgten.
Den Hut zog er, so taub war seine Hand vom Leiden,
zitternd zum Gruß vor der verhöhnten höhnend Fratze,
achtsam still sammelten sich hier die Krähen im Reigen
und sahen ihn ein als sei er nach allem noch ein Schatze.
Stumm und bang ließ er sich mustern, klein geworden,
und näher – näher! hüpften die gefiederten Geister heran
an ihn und er sah sich ängstlich vor den Dämonenhorden,
während er bebend über die Zahl seiner Sünden sann.
Da stieg die Scheuch vom Galgen auf wie Jesus einst vom Kreuz
und das geifernde Krähengetier trieb sie damit in Ferne,
still, so brunnengrabesstill trotz fernen Glockengeläuts.
Er, der Flüchtling, wünschte nur den Tod in seinem Kerne.
Als die Scheuch verschwunden war, fiebernd sicherlich
hatte sein Wahnsinn dies ihm vorgeführt als sei es Zeit
daß er am hellerlichten Tage sich in Albenträume schlich,
hat er vom Irrsinn sich mit seinem Eisendolch befreit.
Stille, Stille, seid still kommt Ihr daher auch ohne Graus
und still seid Ihr alle mit dem Blick zu Eurem Galgen.
Die Krähen haben an Euch allemal besseren Schmaus
und werden um Euer Blut eher denn um Stroh sich balgen.
Geändert am 05.12.2001 um 23:27 Uhr von Engelsfall |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 06.12.2001 um 16:34 Uhr
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wunderschön und zum träumenund nachdenken einladend-
wie alles von dir!
Rhia |
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geschrieben am: 06.12.2001 um 21:25 Uhr
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Er Ihre Texte Liebt, Sie Liebt.. das alles sagt und doch zu wenig.
--Melfice |
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geschrieben am: 07.12.2001 um 17:06 Uhr
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vielen dank, ihr zwei *zwinkert und lächelnd verschwindet*
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