| "Autor" |
Antigone ...oder die andere Wirklichkeit |
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geschrieben am: 09.12.2001 um 02:46 Uhr
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Guten Morgen,
mein Name ist Antigone und ich bin dagegen! Ich bin die Tochter eines blinden "Politikers". Ach, davon gibt es soooo viele. Noch geht es mir wahrlich gut, doch bald werde ich in meinen Privatjet nach Kabul steigen und meinen "Bruder" beerdigen. Er kämpfte auf der falschen Seite, ist der Allgemeinheit nichts wert, aber ich werde ihn bestatten! Die ganze Welt wird mich lynchen wollen, doch durch meine Hand wird er ein Grab erhalten. ICH bin Antigone. Irgendwann im guten, alten Frankreich war ich mal mager und schüchtern und anti alles. ICH heiße nunmal Antigone. Von mir wird erwartet mich aufzulehnen. Eine andere Antigone in einem anderen "Theben" wäre argumentationsfreudiger, vielleicht sogar gelassen mit der Gewissheit sterben zu müssen. Ich WERDE sterben und es wird keinen "Kreon" geben, der mich schützen will und mich über die Gräueltaten meiner "Brüder" aufklärt, auch keinen "Kreon", der nicht zu hört und nicht verstehen will, aber auch keine Antigone, der es nur um die Bestattung eines MENSCHEN geht. Man gab mir den Namen Antigone! Die Tragödie ist eine feine Sache, ihr Ausgang absehbar, festgeschrieben, Gewissheit. Antigone werde ich genannt und jeder weiß, dass ich sterben werde. Solch einen Namen trägt niemand ohne Grund. Jener "Kreon" wird sich auf das Leid seines Volkes berufen und die ureigensten Menschenrechte zunichte machen. Ein jeder ruft mich Antigone und ich bin bereit mich der Tragödie zu stellen.
Geruhsame Nacht! |
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