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Gottfried Benn |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 13:54 Uhr
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Ich suche ein Gedicht von Gottfried Benn, der anschaulich eine Situation im Operationssaal beschreibt bis hin zur akutem Sauerstoffmangel. Kann mir da jemand Žne Quelle nennen oder sogar hier reinkopieren?
Danke!
Linné |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 16:38 Uhr
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Moin Linné,
habe hier ne nette Linkliste gefunden. Vielleicht hilfts ja.
Gruss Azze
Link
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geschrieben am: 10.12.2001 um 20:02 Uhr
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| Abba in Lyrics meine Gutste... ggg |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 20:52 Uhr
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ich meine, so etwas in dem band morgue gelesen zu haben, komme da aber momentan nicht dran. hast du bestimmte passagen noch im kopf?
@ shivaa:: schnubbelchen, weisst du, wie man gedichte auch umschreiben kann? richtig, mit dem begriff "poesie". *klatsch* |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 21:21 Uhr
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Huch, Shivaa.... das ist ein Gedicht, was ich suche!
Also, wenn ichŽs gefunden habe, poste ich es hier.
:-) Linné |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 21:32 Uhr
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Mir klebt die süße Leiblichkeit
wie ein Belag am Gaumensaum.
Was je an Saft und mürbem Fleisch
um Kalkknochen schlotterte,
dünstet mit Milch und Schweiß in meine Nase.
Ich weiß, wie Huren und Madonnen riechen
nach einem Gang und morgens beim Erwachen
und zu Gezeiten ihres Bluts -
und Herren kommen in mein Sprechzimmer,
denen ist das Geschlecht zugewachsen:
die Frau denkt, sie wird befruchtet
und aufgeworfen zu einem Gotteshügel;
aber der Mann ist vernarbt,
sein Gehirn wildert über einer Nebelsteppe,
und lautlos fällt sein Samen ein.
Ich lebe vor dem Leib: und in der Mitte
klebt überall die Scham. Dahin wittert
der Schädel auch. Ich ahne: einst
werden die Spalte und der Stoß
zum Himmel klaffen von der Stirn.
II
Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch -:
geht doch mit anderen Tieren um!
Mit siebzehn Jahren Filzläuse,
zwischen üblen Schnauzen hin und her,
Darmkrankheiten und Alimente,
Weiber und Infusorien,
mit vierzig fängt die Blase an zu laufen-:
meint ihr, um solch Geknolle wuchs die Erde
von Sonne bis zum Mond -? Was kläfft ihr denn?
Ihr sprecht von Seele - Was ist eure Seele?
Verkacht die Greisin Nacht für Nacht ihr Bett -
schmiert sich der Greis die mürben Schenkel zu,
und ihr reicht Fraß, es in den Darm zu lümmeln,
meint ihr, die Sterne samten ab vor Glück . . .?
Äh! - Aus erkaltendem Gedärm
spie Erde wie aus anderen Löchern Feuer,
eine Schnauze Blut empor -:
das torkelt
den Abwärtsbogen
selbstgefällig in den Schatten.
III
Mit Pickeln in der Haut und faulen Zähnen
paart sich das in ein Bett und drängt zusammen
und säet Samen in des Fleisches Furchen
und fühlt sich Gott bei Göttin. Und die Frucht -:
das wird sehr häufig schon verquiemt geboren:
mit Beuteln auf dem Rücken, Rachenspalten,
schieläugig, hodenlos, in breite Brüche
entschlüpft die Därme -; aber selbst was heil
endlich ans Licht quillt, ist nicht eben viel,
und durch die Löcher tropft die Erde:
Spaziergang-: Föten, Gattungspack-:
ergangen wird sich. Hingesetzt.
Finger wird berochen. Rosine aus dem Zahn geholt.
Die Goldfischchen - ! ! ! -!
Erhebung! Aufstieg! Weserlied!
Das Allgemeine wird gestreift. Gott
als Käseglocke auf die Scham gestülpt-:
der gute Hirte -!! - - -Allgemeingefühl! -
Und abends springt der Bock die Zibbe an.
...Leider nicht das Gesuchte, trotzdem ganz schpn heftig...
Danke Azze, Gruss, Linné |
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geschrieben am: 10.12.2001 um 22:32 Uhr
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Oooch... da nich für, warn nur 2 Stunden Recherche :-))
Gruss Azze |
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geschrieben am: 11.12.2001 um 18:04 Uhr
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Reinkommt und Linnè ein Gedicht von Gottfried Benn schenkt ...
Abschied
Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde
und rinnst hernieder seine dunkle Spur,
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur,
du blühst wie Rosen schwer in Gärten allen,
du Einsamkeit aus Alter und Verlust,
du Überleben, wenn die Träume fallen,
zuviel gelitten und zuviel gewusst.
Entfremdet früh dem Wahn der Wirklichkeiten,
versagend sich der schnell gegebenen Welt,
ermüdet von dem Trug der Einzelheiten,
da keine sich dem tiefen Ich gesellt;
nun aus der Tiefe selbst, durch nichts rühren,
und die kein Wort und Zeichen je verrät,
musst du dein Schweigen nehmen, Abwärtsführen
zu Nacht und Trauer und den Rosen spät.
Manchmal noch denkst du dich - die eigene Sage -
das warst du doch --? ach, wie du dich vergaßt!
war das dein Bild? war das nicht deine Frage,
dein Wort, dein Himmelslicht, das du besaßt?
Mein Wort, mein Himmelslicht, dereinst besessen,
mein Wort, mein Himmelslicht, zerstört, vertan -
wem das geschah, der muß sich wohl vergessen
und rührt nicht mehr die alten Stunden an.
Ein letzter Tag - spätglühend, weite Räume,
ein Wasser führt dich zu entrücktem Ziel,
ein hohes Licht umströmt die alten Bäume
und schafft im Schatten sich ein Widerspiel,
von Früchten nichts, aus Ähren keine Krone
und auch nach Ernten hat er nicht gefragt -
er spielt sein Spiel, und fühlt sein Licht und ohne
Erinnern nieder - alles ist gesagt.
P.S.
Könnte es sich vielleicht bei dem von Dir "gesuchten Objekt" um Benns Werk "Ithaka" aus dem Jahre 1919 handeln? In "Ithaka" befaßt er sich mit der Pathologie ...
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geschrieben am: 11.12.2001 um 18:20 Uhr
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I Kleine Aster
Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muss ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie in die Brusthöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft, kleine Aster.
II Schöne Jugend
Der Mund des Mädchen, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löchrig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die anderen lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön udn schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten
Gottfried Benn, Morgue I + II in: Gottfied Benn, Sämtliche Werke. Stuttgarter Ausgabe. Bd1: gedichte 1. Klett-Cotta, Stuttgart, 1986 |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 11.12.2001 um 22:27 Uhr
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So, erst mal Danke! Ich wusste, dass er sich mehrfach in Operationssälen rumgetrieben hat, aber nicht dass er gleich so viele Gedichte in diesem Bereich geschrieben hat.
Brutal die Sprache, teilweise, aber manchmal spielt es sich wirklich so ab!
Aber das Gesuchte ist noch nicht dabei; wie manche von Euch vielleicht wissen, bin ich Anästhesist/Intensivmediziner von Haus aus, und es gibt ein Gedicht von ihm, in dem er in ähnlich plastischer Sprache die Entfernung eines Blinddarms beschreibt, inklusive Narkosekomplikationen.
Vielleicht findet es sich noch. Nochmals Danke für die lebhafte Resonanz!
Linné
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geschrieben am: 12.12.2001 um 11:36 Uhr
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benn arbeitete als pathologe, serologe, dermatologe und venerologe, zudem war er im ersten weltkrieg oberarzt in bruessel. aehnlich wie trakl verarbeitete er seine erlebnisse in seinen werken..
bist du uebrigens sicher, dass es ein gedicht ist? wenn ja, versuch' dir irgendwo benn's gedichtbaende "morgue" und "fleisch" zu organisieren, sollte es prosa sein, findest du das stueck vllt in "gehirne". ansonsten kommst du, sofern du bestimmte textpassagen od. zumindest schlagworte noch im kopf hast, mit suchmaschinen wahrscheinlich weiter. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.2001 um 11:41 Uhr
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Jepp, Gedicht ist es, keine Prosa.
Ich werd weiter suchen, vielleicht auch mal auf Žnem grossen Kongress, da laufen meistens noch mehr Vögel wie ich rum, gg.
Gruss,
Linné |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.2001 um 16:31 Uhr
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Linné, kann man das nicht irgendwie machen, dass da mehr vorschlöge, auch genannt Antworten, in einen Thread passen?
Bei meinem einen sind welche drin, die ich nichtmal mehr lesen kann, und es ist echt wichtig. Ich bitte dich wirklich, das wieder aufzumachen...
Zoran Jotanovic |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.2001 um 16:42 Uhr
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aeh - kennst du schoen den link "weitere beitraege"? so oder so aehnlich steht das am ende eines threads, dessen anzahl an antworten ueber die von dir eingestellte anzahl der angezeigten antworten/seite hinausgeht.
forenuebersicht > einstellungen > ausgabe von 500 antworten - problem geloest.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.2001 um 19:56 Uhr
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och leutz... francis ist in der hinsicht ein phänomen: vollkommen beratungsresistent. sowas muss man sich mal reinzihen, damit hat nichtmal der gute gottfried benn gerechnet...
lachend
mac |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.2001 um 20:41 Uhr
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Also, Francis, die Lösung kannst Du ja nun den Antworten hier entnehmen. Das eigentliche Thema ist denk ich auch nun abgeschlossen. Ich mach mich selber dicht, gg.
:-) Linné |
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